Sozialraum

Die Menschen nicht aus den Augen verlieren!

Jugendliche Gruppe am Bahnsteig Miteinander © MIR

Stadtentwicklung ist mehr als die Sanierung und Gestaltung der baulich-räumlichen Hülle. Die Beteiligung und Aktivierung von Bewohnern und Bewohnerinnen ist ein wesentliches Element sozialräumlichen Handelns. Es trägt dazu bei, dass benachteiligende Situationen und sich negativ verstärkende Effekte in Quartieren nicht entstehen.

Insofern wirkt sozialräumliches Handeln präventiv. Demokratie wird vor Ort, in den Städten und Gemeinden Brandenburgs gelebt. In den Quartieren und im unmittelbaren Lebensumfeld erfahren die Menschen des Landes, dass die Gesellschaft durch eigenes Engagement und nicht durch Ausgrenzung gestaltet wird. 

Das MIL beschäftigt sich seit Jahren mit sozialräumlichen Themen und ist mit umfangreichen Maßnahmen vor Ort.

Ältere Menschen brauchen Sicherheit und Gemeinsinn

Älterer Mensch im Rollstuhl vor einer ParkbankSicherheit und Gemeinsinn? © MIR

Kommunen müssen sich auf eine älter werdende Bevölkerung einstellen. Immer mehr ältere Menschen sind darauf angewiesen, dass sie in ihren Wohnquartieren alles vorfinden, was sie zum Leben brauchen, und sind daran interessiert, in einem Milieu zu leben, das ihnen Sicherheit bietet und von Gemeinsinn geprägt ist, an dem sie aktiv mitwirken können.

Familien brauchen gute lokale Infrastruktur

Familien brauchen eine „qualifizierte lokale Infrastruktur". Ihnen wird am besten geholfen, wenn die Angebote durch umfassende Vernetzung und Kooperation aller tätigen Akteure zur "richtigen Zeit" und am "richtigen Ort" stattfinden können. Ziel soll die bedarfsgerechte Unterstützung der Familien sein. Die Einrichtungen und Dienste sollen auch so geplant werden, dass junge Menschen und Familien auch in gefährdeten Lebens- und Wohnbereichen besonders gefördert werden.

Arbeitslose Menschen brauchen soziale Integration

Mann auf ParkbankPerspektiven? © MIR

Wenn Arbeitslosigkeit um sich greift und kaum eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt besteht, können viele Menschen ihren Platz in der Gesellschaft nicht durch Erwerbsarbeit finden. Ihre soziale Integration hängt zunehmend davon ab, wie sie sich am Leben in ihrem Wohnviertel und Wohnumfeld beteiligen und dieses aktiv mitgestalten. Der soziale Raum und dessen Infrastruktur haben für diese Menschen eine besonders große Bedeutung und beeinflussen ihre Perspektiven wesentlich.

Zuwanderer brauchen Bindung an ihr Quartier

Für viele Zuwanderer gilt es ebenfalls, Ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Ihre Orientierung und Lebensweise ist in der Regel noch stärker auf das Quartier ausgerichtet.

Keiner braucht Rechtsextremismus und Gewalt

Undefinierbares Graffiti an dunkler UnterführungGraffiti an dunkler Wand © MIR

Es gilt, Weltoffenheit, Toleranz, demokratisches Engagement und ein friedliches Miteinander zu festigen und einen Beitrag zur örtlichen Integration zu leisten. Ziel ist es, im ständigen Gespräch mit allen Wirtschafts- und Sozialpartnern der Benachteiligung breiter Schichten in den Städten oder gar der Konzentration einer sich herausbildenden Unterschicht in bestimmten Quartieren entgegenzuwirken. Der nationale Integrationsplan der Bundesregierung sieht hier einen besonderen Handlungsbedarf in den Stadtteilen, in denen sich soziökonomische Benachteiligungen überlagern. Arbeitslosigkeit, niedriges Einkommen und ein geringer Bildungsstand führen dazu, dass viele Quartiersbewohner geringe Chancen am Arbeitsmarkt haben. So sind zum Beispiel vielen Jugendlichen ohne Schul- oder Bildungsabschluss. Auch das Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen verursacht häufig Probleme.

Bewohner und Bewohnerinnen sind der Schlüssel

Die Bewohner und Bewohnerinnen in benachteiligten Stadtteilen sind nicht nur Betroffene, sondern bringen selber wichtige Potenziale und Ressourcen für eine neue Entwicklung ihrer Quartiere ein. Sie kennen das Wohnumfeld, die weitere Umgebung und vorhandene Netzwerke oder sind an solchen Netzwerken beteiligt. Sie sind daran interessiert oder darauf ansprechbar, sich für ihr Quartier und eine gute Nachbarschaft zu engagieren. Schlüsselpersonen aus Nachbarschafts- und Quartiersnetzwerken, wie Vereine und Kulturkreise, tragen dazu bei, dass diese Quartiere Anschluss finden an die übrige Stadtgesellschaft.

Rote, modern bemalte Häuserfront des Bürgerhauses in PrenzlauBürgerhaus in Prenzlau © MIR

Vor allem in den Programmen "Zukunft im Stadtteil", "Urban II" und im Programm "Soziale Stadt" wurden umfangreiche Maßnahmen zur Einbeziehung und Aktivierung der Bewohner durchgeführt und zahlreiche Projekte gefördert, die unmittelbar gewaltvermeidenden Charakter hatten: Herrichtung Soziokultureller Zentren und Bürgertreffs, "Quartiersmanagement" in den Städten und Gemeinden, Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und der Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen. Projekte wie Bürgerhäuser und Jugendzentren schaffen mit ihren vielfältigen Angeboten gute Voraussetzungen für das eigene Engagement und gelebte Toleranz.

Weiterführende Beiträge:

  • Projektaufruf: Investitionspakt Soziale Integration im Quartier

    Schlagworte © MIL

    Mit dem Investitionspakt "Soziale Integration im Quartier" fördert das MIL seit 2017 die Erneuerung sowie den Aus- und Neubau sozialer Infrastruktur und deren Weiterqualifizierung zu Orten des sozialen Zusammenhalts und der Integration in den Städten und Gemeinden. Hierfür stellt der Bund den Ländern voraussichtlich auch in den Jahren 2018 bis 2020 jährlich 200 Millionen Euro als Finanzhilfe zur Verfügung.

  • Netzwerk Soziale Stadt eingerichtet

    konstituierende Sitzung des Arbeitskreises Soziale Stadt © B.B.S.M.

    Mit der Namensänderung vom Innenstadtforum zum Städteforum Brandenburg ist die Erweiterung der inhaltlichen Ausrichtung des Netzwerks verbunden. Das neue Netzwerk Soziale Stadt steht allen Brandenburger Kommunen, die im gleichnamigen Städtebauförderprogramm aktiv sind, als Plattform des Austauschs und zur gegenseitigen Unterstützung offen.

  • Der Blick nach vorn

    Positive Erfahrungen fortschreiben

    Jugendlicher mit Mütze Jugendliche fördern © MIL

    Aus Sicht des MIL kommt es künftig noch stärker darauf an, den sich in den einigen Quartieren und Wohngebieten abzeichnenden sozialen Problemen entgegenzutreten und Maßnahmen anzuregen, die der dort ansässigen Bevölkerung unabhängig von ihrer Herkunft zugute kommen.

Externe Links

Tolerantes Brandenburg

Integration in Brandenburg

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend