Zukunft Stadtumbau im Dialog

Eckpunkte Stadtumbaustrategie und Workshopreihe

Zeiger einer Uhr Strategien entwickeln © MIR

Die Förderung im Rahmen des Stadtumbaus ab 2010 wird im Land Brandenburg in den Städten erfolgen, in denen noch dringender Bedarf besteht. Das Prinzip der Konzentration des Stadtumbaus auf die am meisten betroffenen Städte bleibt, aber das Ministerium wird eine Neuauswahl der Stadtumbaustädte treffen, das heißt einige Städte bleiben im Programm, einige Städte werden pausieren, einige Städte kommen hinzu. Das Land Brandenburg wird die Städtebauförderungs- und die EU-Mittel auf Grundlage der „Integrierten Stadtentwicklungskonzepte (INSEK)" für den Stadtumbau weiterhin stark bündeln.

Prioritäten im Stadtumbau

Die Aufwertung der Innenstadt wird für das MIR weiterhin Priorität haben, damit geht für den Rückbau das Prinzip „Von Außen nach Innen" einher. Zur Stärkung der Städte als „Anker im Raum" sowie der Innenstädte soll ein Kontingent für Wohnungsabrisse außerhalb der bisherigen Kulissen und Städte vorgesehen werden.

Einbeziehung privater Eigentümer

Eingerüsteter Altbau zur SanierungPrivates Eigentum in der Innenstadt © MIR

Die Einbeziehung der privaten Kleineigentümer - als wichtiger Akteur in der Innenstadt - muss von den Städten verstärkt werden. Die Privateigentümer müssen von den Städten für den Erhalt städtebaulich wertvoller Altbauten noch intensiver beraten werden.

Die Landesregierung ermuntert Privateigentümer zu gemeinsamen Stadtumbauinitiativen, wie zum Beispiel auch "Eigentümerstandortgemeinschaften".

Aufgaben werden schwieriger

Das zukünftige Instrumentarium muss flexibel auf die schwieriger werdenden Aufgaben reagieren können und es muss ergänzt werden: Stärker als bisher müssen Anreize geschaffen werden, dass sich auch private Eigentümer am Stadtumbau beteiligen. Deshalb soll die Investitionszulage für den Wohnungsbau wieder eingeführt werden.

Klimaschutz und Energieeinsparung bekommt höhere Bedeutung

Roter Regler einer WasseruhrEnergetische Ziele © MIR

Klimaschutz und Energieeinsparung sind als integraler Baustein der Aufwertung im Stadtumbau zu entwickeln. Wohngebäude, soziale und technische Infrastruktur müssen nicht nur der demografischen Entwicklung, sondern auch den Zielen des Klimaschutzes, der Energieeinsparung und der Senkung der Nebenkosten - zum Beispiel für die Mieter - angepasst werden. Das Land Brandenburg hat deshalb - in Zusammenarbeit mit dem Bund im Rahmen des Forschungsprogramms Experimenteller Wohnungs- und Städtebau acht Modellprojekte zur „energetischen Stadterneuerung" gestartet.

 

"Dialog Stadtumbau" zum Stadtumbau Ost II Programm 2010 bis 2016 - ein Zwischenresümee

Im Jahr 2009 hat das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg zur Vorbereitung der zweiten Programmphase des Bund-Länder-Programms Stadtumbau Ost einen breit angelegten Dialog mit den Stadtumbauakteuren im Land Brandenburg initiiert. Ziel war es, ausgehend von den bisherigen Erfahrungen und Leistungen im Stadtumbau über die Perspektiven und neue Herausforderungen für die künftige Förderperiode zu diskutieren.

Den Auftakt in die zweite Programmphase des Stadtumbaus bildete die Konferenz „Fachpolitischer Dialog zum Stadtumbau 2010-2016 in Brandenburg", die am 16. Juni 2010 in der IHK Potsdam stattfand. An der Konferenz nahmen rund 160 Brandenburger Stadtumbauakteure teil. Ziel der Veranstaltung war es, das neue Programm sowie die teilnehmenden Kommunen vorzustellen und die kommunalen Stadtumbaustrategien auszuwerten. Des Weiteren wurden die künftigen Aufgabenfelder im Stadtumbau thematisiert und darauf aufbauend Schwerpunkte für die Umsetzung des neuen Programms abgeleitet. Um diese Schwerpunktthemen weiter vertiefen zu können, wurden für den weiteren Dialogprozess drei Arbeitsgruppen gebildet:

AG 1
Altbau-/Gründerzeitaktivierung
Mitglieder der Arbeitsgruppe 1 WittenbergeAG 1 © IRS

 

 

AG 2
frühe Wohnkomplexe/"Generationswechselgebiete"
Mitglieder der Arbeitsgruppe 2 BrandenburgAG 2 © EBP

 

 

 

 

 

 
AG 3 späte Wohnkomplexe aus den 70/80er Jahren
Mitglieder der Arbeitsgruppe 3AG 3 © IRS

 

 

 

 

 

 

Die Federführung für die Themen und die Bildung entsprechender Arbeitsgruppen wurde von den Städten Wittenberge (AG 1), Brandenburg an der Havel (AG 2) und Schwedt/Oder (AG 3) übernommen. Zu allen drei Themen wurden im Jahr 2010 jeweils zwei Workshops durchgeführt, die im Juni/Juli bzw. September/Oktober 2010 stattfanden.

Zentrale Ergebnisse des Dialogprozesses im Jahr 2010 lassen sich in den folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Akteure brauchen Planungssicherheit für die Durchführung des Stadtumbaus
  • Schlüssige Strategien und mehr Flexibilität im Stadtumbau notwendig
  • Aktivierung der Altbausanierung – niedrigschwellige Anreize notwendig
  • Ohne punktuellen Altbaurückbau wird eine wirtschaftlich tragfähige Sanierungsstrategie von Altbauten nicht umsetzbar sein
  • Aufwertungsmaßnahmen auch in Wohngebieten mit Entwicklungsperspektive
  • Teilrückbau keine Flächenstrategie, aber punktuell sinnvoll
  • Stadtumbau braucht soziale Komponente
  • Anpassung von Infrastrukturen in Großsiedlungen wird schwieriger
  • Fortführung des Dialogprozesses – weiterentwickeln und Mut zu Veränderungen

Die Ergebnisse der Sitzungen wurden allen Teilnehmern arbeitsgruppenübergreifend zur Verfügung gestellt. Der Dialog soll weiter von Leadstädten getragen und extern unterstützt werden. Zur möglichst nahtlosen Fortsetzung des Dialoges ab 2011 werden derzeit Lösungen geprüft.

 

Anlagen

Auftaktveranstaltung am 30. März 2009 in Potsdam

Vorträge


Erster Workshop am 06. Mai 2009 in Brandenburg an der Havel

THEMA: „Stadtumbaustädte am Scheideweg - Szenarien und Prognosen, Strategien und Konzepte im Stadtumbau"

Vorträge


Zweiter Workshop am 01. Juli 2009 in Spremberg

THEMA: „Stadterweiterungen der Gründerzeit - Herausforderungen und Chancen im Stadtumbau"

Vorträge


Dritter Workshop am 09. September in Wittstock

THEMA: "Strategien für Wohngebiete im Wandel"

Vorträge


Externe Links

Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) im Auftrag des MIL




Bundestransferstelle Stadtumbau Ost