Forschungsprojekt "LeiStra2"

Forschungsprojekt Leiser Straßenverkehr 2 wird erfolgreich abgeschlossen

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Das Forschungsvorhaben „Leiser Straßenverkehr 2" hat wie sein Vorgänger zum Ziel, dem ansteigenden Verkehrslärm durch eine Reduzierung an der Quelle der Geräuschentstehung entgegenzuwirken.

Die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse des Projektes wurden im Rahmen von Vorträgen und einer Ausstellung vorgestellt. Auch die brandenburgische Straßenbauverwaltung hat in diesem Projekt mit hohem Engagement mitgewirkt und war bei der Abschlussveranstaltung vertreten.

Die Straßenbauverwaltung hat mit der Beteiligung am sog. Projekt LeiStra 2 erneut die Innovationsorientierung des Landes Brandenburg unter Beweis gestellt. Sie unterstützt die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes Lärm mindernder Bauweisen.

Das Forschungsprojekt LeiStra 2

Durch Lärmbelastungen des Verkehrs fühlen sich mittlerweile mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland beeinträchtigt. Und dieser Trend wird anhalten, weil Mobilität zum unverzichtbaren Bestandteil unserer Gesellschaft geworden ist.

Um den Verkehrslärm durch technische Ansätze nachhaltig zu senken, wurde vor 10 Jahren der Forschungsverbund Leiser Verkehr gegründet. Im Arbeitskreis „Leiser Straßenverkehr" wird daran gearbeitet, mit verschiedenen Forschungsprojekten dem ansteigenden Verkehrslärm durch eine Reduzierung an der Quelle der Geräuschentstehung entgegenzuwirken.

In einer ersten Projektphase konnten grundlegende Forschungsergebnisse erarbeitet werden. In der zweiten Projektphase wurde u. a. das Forschungsvorhaben Leiser Straßenverkehr 2 (LeiStra 2) ins Leben gerufen. Seit 2005 haben zahlreiche Partner aus Industrie und Forschung sowie Straßenbauverwaltungen im Forschungsprojekt mitgewirkt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wurde. Unterstützung erhielt das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Projektmanagement hatte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) übernommen.

Teilprojekt Leise Straßen

Eines von drei Teilprojekten ist insbesondere der Verbesserung offenporiger Asphaltdeckschichten gewidmet. Ziel war es, die Anfangslärmminderung zu erhöhen und die Wirksamkeit der Bauweise zu verlängern, so dass diese trotz höherer Investitionskosten häufiger als bisher angewendet werden kann.Teilprojekt Leise StraßenNeues Fenster: Bild vergrößern © MIR

Durch den Einsatz von Polymer-Nanotechnologie sollte die Schmutzanhaftung verhindert und die Entwässerungsfähigkeit verbessert werden. Es ist gelungen, mit Hilfe eines interdisziplinären Forschungsansatzes die Verschmutzungsmechanismen von offenporigen Asphalten zu beschreiben. Darüber hinaus wurden Untersuchungen durchgeführt, inwieweit das Schallabsorptionsvermögen von offenporigen Fahrbahnbelägen verbessert werden kann. Durch speziell entwickelte Resonatoren konnte die akustische Wirksamkeit um bis zu 4 dB (A) verbessert werden.

In diesem Teilprojekt wurden auch Fahrbahnübergangskonstruktionen hinsichtlich einer möglichen Lärmreduzierung untersucht. Neue Dämpfungsmaterialien und neue Oberflächen für Fahrbahnübergänge konnten entwickelt werden.

Teilprojekt Erprobung

Karte Neuruppin-NeuruppinSüdNeues Fenster: Bild vergrößernKarte Neuruppin-NeuruppinSüd © MIRDie Erprobung der optimierten bzw. neu konzipierten Fahrbahnbeläge findet im Teilprojekt Erfolgskontrolle statt. Der Bau der Erprobungsstrecken wird - als Beitrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zum Forschungsprojekt - aus Baumitteln finanziert. 

Den Schwerpunkt des Teilprojektes bildet die Einrichtung einer Erprobungsstrecke mit optimierten offenporigen Asphalten auf der BAB 24 bei Neuruppin, die noch 2009 fertig gestellt wird.Hier werden neuartige Baustoffe, insbesondere modifiziertes Bitumen, und ein neues innovatives Konstruktionsverfahren erprobt.

In 16 Testfeldern wird u. a.

  • § ein- und zweischichtiger OPA mit Beschichtung, mit modifizierter Mischgutrezeptur und mit Resonatoren
  • § ein- und zweischichtiger OPA mit verschiedenen Abdichtungen zwischen Deckschicht und unteren Schichten
  • § lärmarmer Splittmastixasphalt mit verschiedenen Bindemitteln, u. a. gummimodifiziertes Bindemittel (aus Altgummi)

erprobt.

Belegung der Straße mit Resonatoren © MIRBelegung der Straße mit Resonatoren © MIRBelegung der Straße mit Resonatoren © MIL

Belegung der Straße mit Resonatoren_ © MIRBelegung der Straße mit Resonatoren © MIRBelegung der Straße mit Resonatoren © MIR

Auch Übergänge von Fahrbahnen auf eine Brücke (Fahrbahnübergangskonstruktionen) stellen eine beachtliche Schallquelle dar. Durch die Entwicklung neuer Oberflächen für Fahrbahnübergangskonstruktionen hat die BASt eine akustische Optimierung in Form einer Lärmminderung erreicht. Hierfür wurden in der Forschungseinrichtung u. a. verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten von s. g. „Schallminderungselementen" (Elemente, die auf die vorhandene Fahrbahnübergangskonstruktion aufgebracht werden oder neu eingebaut werden) sowie Einbauabstände und unterschiedliche Einbaumöglichkeiten untersucht.

Um die neu konzipierten Fahrbahnübergangskonstruktionen auch praktisch erproben zu können, hat die brandenburgische Straßenbauverwaltung die Havelbrücke im Zuge der A 10 bei Werder als Testobjekt zur Verfügung gestellt.

Hier waren auf einer Richtungsfahrbahn noch die herkömmlichen „Lamellenfahrbahnübergangskonstruktionen" vorhanden, die jedoch auch zur Lärmbelastung der Anwohner beitrugen.

Auf dieser Richtungsfahrbahn wurden im Frühsommer 2009 am Anfang und Ende der Brücke Schallminderungselemente in Form von Rauten auf den alten Lamellen Fahrbahnübergang aufgeschweißt. Dabei wurden an dem einen Ende der Brücke Elemente mit einer anderen Oberflächenbeschaffenheit aufgeschweißt als am anderen Ende der Brücke.

Belegung der Straße mit Resonatoren_6 © MIRBelegung der Straße mit Resonatoren © MILBelegung der Straße mit Resonatoren_ © MIR

Die BASt wird die Erprobungsstrecken weiter beobachten. Von besonderem Interesse ist die Entwicklung der Oberflächeneigenschaften und der akustischen Eigenschaften.

Letzte Aktualisierung: 22.09.2009