Schlossbrücke und Schlossplatz Oranienburg

- Ein gemeinsames Projekt von Verkehrswesen und Stadtentwicklung -

Schlossbrücke Oranienburg © Corinna WilhelmIn Oranienburg lässt sich ein weiteres Beispiel für das Ineinandergreifen von Verkehrswesen und Stadtentwicklung besichtigen. Mit dem Abriss der maroden und dem Bau der neuen Schlossbrücke sowie dem daraus resultierenden veränderten Verlauf der B 273 südlich des Schlosses konnte der Platz vor dem Schloss aufgeweitet und aufgewertet werden.

Nach einer Vielzahl von Planungsansätzen in den 90er Jahren wurde 2003/04 ein s. g. diskursives Planungsverfahren durchgeführt, das die Erweiterung des barocken Stadtgrundrisses zum Gegenstand hatte und die Grundlage für die heute sichtbaren Veränderungen bildet. Umsetzbar wurden diese Planungen erst durch die 2003 eröffnete Ortsumgehung Oranienburg im Zuge der B 96 mit der einhergehenden Verkehrsentlastung der Innenstadt und das Erfordernis eines Brückenneubaus.

Die Schlossbrücke in Oranienburg über die Oranienburger Havel ist im unmittelbaren Stadtzentrum die einzige Brückenverbindung für den Fahrzeug-, Radfahr- und Fußgängerverkehr. Sie überführt die Bundesstraße B 273 und verbindet das Geschäftszentrum der Bernauer Straße mit dem historischen Zentrum am Schloss.  

Die alte Schlossbrücke befand sich direkt an der Umfassungsmauer des Schlosshofbereiches. Dieses ursprünglich aus dem Jahr 1935 stammende und nicht dem historischen Verlauf entsprechende Bauwerk wurde 1945 gesprengt und 1947 aus der Havel gehoben. Trotz zahlreicher Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen musste der Bauwerkszustand 2004 als kritisch eingestuft werden. Hinzu kamen Aspekte wie das z. B. unzureichende Lichtraumprofil für den Schiffsverkehr sowie die Tatsache, dass die Führung des Fußgänger- und Radverkehrs nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach. Es bestand also von Seiten der brandenburgischen Straßenbauverwaltung aus wirtschaftlichen und verkehrlichen Gründen Handlungsbedarf für den Neubau der Schlossbrücke.

Im Frühjahr 2006 wurde von Seiten des Landesbetriebes Straßenwesen Brandenburg mit der Planung eines Ersatzneubaus für die alte Schlossbrücke begonnen. In Abstimmung mit der Stadt Oranienburg und nach vergleichenden Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen verschiedener Standort- und Bauwerksvarianten sollte die neue Schlossbrücke etwa 50 m südlich der vorhandenen Brücke als s. g. Verbundrahmenkonstruktion die Havel überspannen.

Da es sich beim Neubau und bei der Umverlegung der Schlossbrücke um Maßnahmen im Interesse des Bundes (vertreten durch das Land Brandenburg) und der Stadt Oranienburg handelte, wurde die Kostenteilung für die Herstellung des Bauwerkes und des Straßenanschlusses auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Landesbetrieb Straßenwesen des Landes Brandenburg, und der Stadt Oranienburg geregelt. Der Anteil der Stadt, die Nebenanlagen und die Platzgestaltung wurden über die Städtebauförderung finanziert.

Am 02. Oktober 2007 mit dem Bau der Brücke begonnen, wurde die neue Schlossbrücke in Oranienburg am 01. September 2008  für den Verkehr freigegeben. Die Verbundbauweise aus tragenden Stahlhohlkästen und aufbetonierter Fahrbahnplatte ermöglichte eine Bauzeit- und Kostenreduktion, da aufwändige Trag- und Schalkonstruktionen im Bereich der Havel dadurch entfallen konnten.

Die Brücke selbst wirkt technisch elegant, aber schlicht. Auf zusätzliche Gestaltungsmerkmale wurde in Absprache mit der Stadt Oranienburg und der Unteren Denkmalschutzbehörde zugunsten des Schlossensembles mit Schloss, Schlossplatz und Portal zum alten Schlosspark verzichtet.

Erheblich erweitert, auf sein ursprüngliches Niveau abgesenkt und neu gestaltet ist ein Schlossvorplatz entstanden, der diesen Namen auch verdient. Die Eingangssituation zum Schlosspark wurde verbessert, und auch durch den Bau der Nehringstraße als 3. barocke Achse ist das Schloss nun als Kernstück der Innenstadt wieder gut wahrnehmbar. Durch das Zusammenwirken mit zahlreichen Maßnahmen insbesondere des Straßen-, Wege- und Hochbaus ist das langjährige Ziel der Wiedergewinnung des barocken Stadtgrundrisses südlich des Schlosses sehr nahe. Nun gilt es, den ausgelösten Entwicklungsschub in den kommenden Jahren weiter zu nutzen, damit sich auch die noch bestehenden Lücken im Schlossumfeld füllen.

Schlossbrücke und Schlossplatz im BauNeues Fenster: Bild vergrößern © Thomas MetzkowLuftbild Schlossbrücke und Schlossplatz OranienburgNeues Fenster: Bild vergrößern © Thomas Metzkow

Letzte Aktualisierung: 29.07.2009