Wohnungsmarktentwicklung im Land Brandenburg bis zum Jahr 2020

"Wohnungspolitischer Kompass"

Kompass vor einem mehrstöckigen Haus Ausrichtung © MIL

In den kommenden beiden Jahrzehnten werden sich die Rahmenbedingungen auf den Wohnungsmärkten im Land Brandenburg zum Teil gravierend verändern. Dabei wird es zu räumlich sehr unterschiedlichen Ausprägungen kommen. Als dominierende Struktur der Wohnungsmarktentwicklung in Brandenburg zeigt sich die divergierende Entwicklung zwischen dem sogenannten engeren Verflechtungsraum und dem äußeren Entwicklungsraum.

Divergierende Entwicklung im Land

Dies bezieht sich auf die quantitative Nachfrageentwicklung, die qualitativen Differenzen der einzelnen Marktsegmente sowie auf die Entwicklung des jeweiligen Angebotes und der Mietpreise. Der äußere Entwicklungsraum ist durch Bevölkerungsrückgänge und höhere Leerstandsquoten geprägt, während der engere Verflechtungsraum bei steigender Bevölkerungszahl geringere Leerstände aufweist. In einer einfachen, quantitativen Betrachtung kann somit der Berlin ferne Raum durch Angebotsüberhänge und der Berlin nahe Raum - und hier insbesondere der Raum Potsdam - durch mehr oder weniger starke Nachfrageüberhänge beschrieben werden. Diese Gegensätzlichkeit des Berlin nahen und fernen Raums wird sich aufgrund der prognostizierten unterschiedlichen Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung zukünftig weiter verstärken.

Gutachter legt Befragungsergebnisse vor

Im Januar 2010 wurden durch den Gutachter Analyse & Konzepte die Ergebnisse der vom MIL im Jahr 2009 beauftragten Haushalts- und Vermieterbefragung vorgelegt. Die Befragung ist Bestandteil des Gutachtens „Wohnungspolitischer Kompass“, dessen Ziel es ist, die Effizienz der bisherigen Förderung zu überprüfen und den Handlungsbedarf der Wohnraumförderung bis zum Jahr 2020 abzuleiten.

Seitenansicht mit Handy am OhrTelefonbefragung © MIL

Primärerhebung / Befragungen

Die Befragungen bilden einen weiteren Baustein zur Analyse und Bewertung des Wohnungsmarktes im Land Brandenburg sowie der Ausgestaltung der Wohnungs- und Förderpolitik des Landes. Die Ergebnisse basieren auf einer

  • Telefonischen Befragung von 1.450 Mietern und privaten Wohnungseigentümern
  • Schriftlichen Befragung von 104 Brandenburger Wohnungsunternehmen (diese repräsentieren einen Wohnungsbestand von circa 235.000 Wohneinheiten)

Neben der quantitativen Entwicklung der einzelnen Nachfragergruppen werden bei der Haushaltsbefragung vor allem qualitative Veränderungen der Nachfrage ermittelt, wie die Präferenzen der Haushalte in Bezug auf den Wohnstandort oder die Ausstattung. Im Fokus der Befragung stehen ebenso spezielle Zielgruppen wie Senioren und Familien, als auch Unterschiede zwischen selbstnutzenden Eigentümern und Mietern.

Die Befragung von selbstnutzenden Eigentümern erfolgte 2009 zum ersten Mal. Ziel ist es in diesem Fall, die Bekanntheit und Inanspruchnahme verschiedener Förderprogramme zu analysieren, aber auch Hinweise auf private Investitionen in den Wohnungsbestand zu erhalten.

Neben der Generierung von Informationen für die Wohnungs- und Förderpolitik erfüllt insbesondere die Befragung der Mieterhaushalte ebenso die Aufgabe der Fortschreibung der bisherigen Erhebung "Wohnen zur Miete in Brandenburg". Wichtige Fragenkomplexe der letzten Erhebung aus dem Jahr 2004 werden in der aktuellen Befragung aufgegriffen, um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten.

Primärerhebung / Befragungsergebnisse jetzt abrufbar 

Diese Ergebnisse werden hier allen interessierten Nutzern in der rechten Textbox zur Verfügung gestellt.

Weiterführende Beiträge:

  • Der wohnungspolitische Kompass 2015 liegt vor

    Kompass-Grafik © microsoft

    Familien haben andere Ansprüche an Wohnungen als Singles, Senioren andere Bedürfnisse als junge Leute. Gibt es im bei Zuzüglern beliebten Berliner Umland genügend bezahlbaren Wohnraum? Wie wirkt sich in anderen Teilen Brandenburgs der demografische Wandel aus? Wie entwickeln sich Haushaltsgrößen und was bedeutet das für den Wohnungsmarkt? Antworten darauf gibt der „Wohnungspolitische Kompass 2015“, der durch die Firma REGIOKONTEXT im Auftrag des MIL erarbeitet wurde - als ein Instrument, um die Wohnungspolitik passgenau gestalten zu können.

Anlage

Wohnungspolitischer Kompass

Analyse & Konzepte im Auftrag des MIL