17.11.2010Zander liebt Zander – Ton trifft Geschmack: Brandenburger Fisch des Jahres

Presseeinladung

Termin: Dienstag, 23. November
Zeit: 12.00 Uhr
Ort: Fischereibetrieb Mario Weber
Große Fischerstraße 12
14467 Potsdam
Kontakt: Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin e.V.
Lars Dettmann, Telefon: 0152/ 22 69 30 42

Potsdam – Gemeinsam mit Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger kürt der Berliner Sänger Frank Zander am kommenden Dienstag (23. November) den Zander zum Brandenburger Fisch des Jahres 2011. Der „Fisch des Jahres“ ist eine Aktion des Landesfischereiverbands Brandenburg/Berlin.

Vogelsänger: „Mit der Wahl des Zanders zum ,Fisch des Jahres 2011’ möchte der Landesfischereiverband auf den Wert der Ressource Fisch in unseren Binnengewässern aufmerksam machen. Mit 700 Arbeitskräften unmittelbar in der Fischereiwirtschaft sind unsere Fischereibetriebe nicht nur Arbeitgeber, sondern gerade im ländlichen Raum auch touristische Anziehungspunkte. Mit frischem Fisch aus heimischen Gewässern haben sich etliche Gasthöfe eine Stammkundschaft erworben. Angler aus anderen Bundesländern kommen nach Brandenburg, um hier ihrer Passion nachzugehen. Das alles ist Grund genug, um sich für den Schutz, die Artenvielfalt und die nachhaltige Nutzung dieser natürlichen Ressource einzusetzen. Die Aktion ‚Fisch des Jahres’ ist ein Angebot, genauer hinzusehen.“

Steckbrief: Der Zander ist ein Barsch

Der Zander (Sander lucioperca), auch Sander, Schill, Hechtbarsch, Zahnmaul oder Fogasch genannt, gehört zur Familie der Barsche. Er ist der größte im Süßwasser lebende Barschartige Europas. Er lebt in Europa vom Stromgebiet des Rhein bis zum Ural und in Westasien in der nordwestlichen Türkei und rund um das Kaspische Meer. Zander kommen auch im Brackwasser der gesamten Ostsee vor. Sie fehlen im nördlichen Teil der skandinavischen Halbinsel, im äußersten Norden Russlands, in Italien und in der südlichen Balkanhalbinsel. Nach Besatzmaßnahmen hat er sich auch in westeuropäischen Gewässern ausgebreitet. Sein Brandenburger Zuhause sind die Tiefen der heimischen Gewässer.

Das weiße, feste und grätenarme Fleisch macht den Zander zu einem der beliebtesten Speisefische. Er ist nach dem Aal der wichtigste Fisch für die Erwerbsfischerei in der Mark Brandenburg und steht auch bei den Anglern hoch im Kurs.

40 Tonnen Zander fangen Brandenburgs Berufsfischer jährlich. Etwa auf dem gleichen Niveau bewegt sich die Fangmenge der Anglerschaft im Land Brandenburg. Weil die Nachfrage im Land das Angebot um ein Vielfaches überschreitet, wird der größte Teil des in Fischtheken und Gaststätten angebotenen Zanders importiert. Inzwischen gewinnt der Zander auch als Nebenfisch in der Karpfenteichwirtschaft wachsende Bedeutung, so dass in den kommenden Jahren mehr frischer Zander aus der Region zur Verfügung stehen wird.

Denn nicht nur auf dem Teller ist der Zander ein interessanter Fisch. Er gehört zu den wenigen heimischen Fischarten, die eine echte Brutpflege betreiben. Damit nicht genug – die vergleichsweise kurze Brutpflege ist bei den Zandern reine Männersache. Sobald die Frühlingssonne die Gewässer auf etwa 14 Grad erwärmt hat, ist der männliche Zander im Stress. Er legt das Laichnest an, indem er den Untergrund sorgfältig mit der Schwanzflosse von feinen Sedimenten befreit. Anschließend wird die Auserkorene zu diesem Laichnest gelotst. Sobald sie pro Kilogramm eigenem Körpergewicht rund 200.000 Eier abgelegt und er seinen Teil zur Zeugung beigetragen hat, ist es mit der Zuneigung auch schon vorbei. Das Weibchen wird aus dem Bereich des Laichnests vertrieben. Von nun an kümmert sich der werdende Vater mit großer Hingabe um den Nachwuchs. Mit den Flossen fächert er den Eiern Frischwasser zu und verteidigt das Gelege sehr energisch gegen jeden Eindringling. So kommt es vor, dass Badende sich furchtbar erschrecken, weil ihnen plötzlich jemand in die Wade zwickt. Auch vor Tauchern zeigt ein werdender Zandervater keinen Respekt. Kommen die dem Gelege zu nahe, bläst er zum Angriff. Die väterliche Fürsorge endet nach etwa einer Woche mit dem Schlupf der Zanderlarven. Sie sind zu diesem Zeitpunkt nur fünf Millimeter groß und ernähren sich von Kleinkrebsen. Doch schon am Ende ihres ersten Sommers besinnen sie sich darauf, Raubfische zu sein und stellen anderen Jungfischen nach. Ab diesem Zeitpunkt steht alles auf dem Speiseplan, was Flossen hat und ins Maul passt. Auch kleinere Artgenossen müssen sich nun vorsehen – denn Zander haben einen gewissen Hang zum Kannibalismus.

Während Hecht und Barsch im trüben Wasser wegen fehlender Sicht Probleme bei der Jagd haben, hilft dem Zander sein ausgeprägter Geruchssinn. Das verschafft ihm gegenüber den hauptsächlich auf Sicht jagenden Konkurrenten entscheidende Vorteile. Deshalb dominieren Zander in Gewässern mit stärkerer Algentrübung. Die Verbesserung der Wasserqualität in Brandenburg und der damit verbundene Rückgang der Trübung führen deshalb zu einem langsamen, aber stetigen Rückgang der Zandererträge. 

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