16.06.2011Musenhütte wird neu komponiert: Umbau des Bad Saarower Scharwenka-Hauses kann starten

Presseeinladung

Termin:  Freitag, 17. Juni
Zeit:  14 Uhr
Ort:  Scharwenka-Komponierhaus, Moorstraße 3, 15526 Bad Saarow
Internet: www.scharwenka-stiftung.de

Bad Saarow – Mit einem Fördermittelbescheid in Höhe von genau 489.671 Euro aus dem mit EU- und Landesmitteln gespeisten Programm Integrierte ländliche Entwicklung/LEADER wird Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger morgen (17. Juni) den Umbau des Scharwenka-Komponierhauses in Bad Saarow starten. Mit dem Eigenanteil, den das Amt Scharmützelsee beisteuert, werden dort insgesamt 776.945 Euro bis Ende 2013 verbaut.

Vogelsänger: „Mit dem neuen Haus wird das kulturellen Angebot des Erholungsorts reicher und ein touristischer Anziehungspunkt geschaffen. Die Vorbereitungen für die Rekonstruktion und Umwidmung des maroden Gebäudes laufen seit 2009. Für die Realisierung des Projekts haben sich seitdem neben der Gemeinde Bad Saarow weit über 250 Personen und Firmen ehrenamtlich engagiert.“

2002 ist zum Erhalt des denkmalgeschützten Komponierhauses Xaver Scharwenkas ein gemeinnütziger Förderverein gegründet worden. Die Scharwenka-Stiftung mit Sitz in Bad Saarow verbreitet und pflegt das musikalische Erbe der Brüder Xaver und Philipp Scharwenka. Dies wird zukünftig durch das Scharwenka-Forum in Bad Saarow unterstützt. Das Haus hatte Xaver Scharwenka 1910 errichten lassen. Bis zu seinem Tod 1924 bewohnte er die heutige Moorstraße 3 - „meine Musenhütte“.

Die Gemeinde Bad Saarow beabsichtigt gemeinsam mit der Scharwenka-Stiftung, das denkmalgeschützte letzte Wohnhaus des Komponisten, Klaviersolisten und Musikpädagogen Xaver Scharwenka in Bad Saarow zu einem Kulturforum mit einem Konzertsaal für 70 Personen, einem Musikermuseum und dem internationalen Scharwenka-Archiv zu entwickeln. Es soll einer breiten kulturellen Nutzung dienen, die sich auch aus dem gemeinnützigen, der Förderung von Kunst und Kultur und der Regionalgeschichte, verpflichtenden Stiftungszweck der Scharwenka-Stiftung, ergeben. Am 31. August 2003 war bereits in Bad Saarow im Hotel Esplanade ein „Xaver Scharwenka-Zimmer“ mit Exponaten aus dem Nachlass eingeweiht worden.

Xaver Scharwenkas (1850-1924) vielfältige Begabungen, aber auch sein Einsatz für die Musikpädagogik und die Rechte des Musiker-Berufsstands, machten ihn zu einer der interessantesten Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Zu Lebzeiten galt er als einer der berühmtesten Klaviervirtuosen der Welt. Aufführungen führten ihn immer wieder und bis in die letzten Lebensjahre quer durch Deutschland, Europa bis in die USA und Kanada. Mit seiner ersten Sammlung Polnische Nationaltänze op. 3 ist Xaver Scharwenka als Komponist berühmt geworden – vor allem wegen des ersten Tanzes in es-moll. Seine Sinfonie c-Moll sowie die Oper Mataswintha, die auf der Handlung von Felix Dahns Erfolgsroman "Ein Kampf um Rom" beruht, wurden nur Achtungserfolge.

Unter den über 40 Musikinstituten in Berlin wurde das von Xaver Scharwenka 1881 gegründete Scharwenka-Konservatorium, das 1894 zum Konservatorium der Musik Klindworth-Scharwenka fusionierte, zu einer der anerkanntesten Lehranstalten. Es gab Zeiten, in denen 62 Lehrer 1000 Studenten unterrichteten. Mit der Eröffnung des Konservatoriums übertrug Xaver Scharwenka seinem Bruder Philipp 1881 die Leitung des Theorie- und Kompositionsunterrichts, 1891 dann für einige Zeit die der Zweigstelle in New York.

Hervorzuheben ist auch sein Engagement für den Musikpädagogischen Verband, zu dessen Gründern er in Berlin zählte und den er auch mehrere Jahre leitete, um der „übernehmenden Schundkonkurrenz“ des „Musiklehrerstandes“ etwas entgegen zu setzen, wie es in einem zeitgenössischen Nachruf heißt. Später gehörte er zu den Gründern des Verbandes der konzertierenden Künstler Deutschlands.

Philipp Scharwenka (1847 – 1917) verstand sich trotz seiner mannigfachen pädagogischen Verpflichtungen in erster Linie ebenfalls als Komponist. Um die Jahrhundertwende war Philipp Scharwenkas Ansehen als Komponist so groß, dass Max Reger ihm 1898 seine sieben Phantasiestücke op. 26 widmete. Sein kompositorisches Schaffen umfasst drei Symphonien, symphonische Dichtungen, ein Violonkonzert, einige Chorwerke (von denen Sakuntala große Anerkennung fanden), die vieraktige Oper Roland sowie zahlreiche Instrumentalwerke wie Sonaten, Quartette, Capricen und Tänze. Im Vergleich zu den extrovertierteren Kompositionen seines Bruders zeichnet sich sein vielseitiges Werk durch einen versonnenen, fast düsteren Tonfall aus.

Auswahl

Jahr
Rubrik


Kontakt

Portraitfoto MIL-Pressesprecher Steffen StreuSteffen Streu © Steffen Streu

Referatsleiter Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher
Steffen Streu
E-Mail: Pressesprecher
Tel.: 0331-866 8006
Fax: 0331-866 8358


Terminvorschau

  • Terminvorschau 
    Ministerin Kathrin Schneider
    Staatssekretärin Ines Jesse