Modell zur Bereitstellung preiswerter Wohnungen

Potsdam-Modell könnte bundesweit Schule machen

Wohnbebebauung in Potsdam Charlottenstr., Innenhof Potsdam, Charlottenstr. 22-24 © MIL

Brandenburgs Bauminister Jörg Vogelsänger, Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs sowie der Geschäftsführer der kommunalen Pro Potsdam GmbH Jörn-M. Westphal haben eine Darlehensvereinbarung zwischen der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und der Wohnungsbaugesellschaft geschlossen, mit der bundesweit Neuland bei der Bereitstellung preiswerter Wohnungen in Innenstädten betreten wird.

Mit Blick auf die weniger werdenden Fördermittel für die Wohnraumförderung könnte dieses Modell auch bundesweit Schule machen, ist sich der Minister sicher. „Wir erleben eine Verschärfung der Lage auf dem ohnehin angespannten Wohnungsmarkt im berlinnahen Raum“, so Vogelsänger. Zudem laufen bis 2019 für 8.900 Wohnungen die Mietpreisbindungen aus, allein bei der Pro Potsdam für 6.070 Wohnungen.

Im Gegenzug für eine Zinsverbilligung in Darlehensverträgen für Förderobjekte der Pro Potsdam GmbH sichert das kommunale Wohnungsunternehmen über zehn Jahre für rund 1.200 Wohnungen Miet- und Belegungsbindungen zu. Die Zinsverbilligung auf Darlehensverträge beträgt ein halbes Prozent - von 2,5 auf 2 Prozent.

„Angesichts knapper Kassen müssen wir dringend nach neuen Wegen in der Wohnraumförderung suchen. Vergleicht man die Zinsverbilligung mit den Kosten, die wir im Rahmen der Wohnraumförderung für den Neubau von mietpreisgebundenen Wohnungen zur Verfügung stellen müssten, dann erreichen wir über dieses innovatives Modell mit wenig Geld einen hohen Effekt“, stellt der Minister klar: „Menschen mit geringem Einkommen profitieren von dieser Vereinbarung, denn Voraussetzung an eine der mietpreisgebundenen Wohnungen zu kommen, wird ein WBS sein.“

Der Neubau von Wohnungen mit Fördermitteln des Landes ist immer weniger finanzierbar. Bereits heute sind die Landesmittel für die Wohnraumförderung bis Ende 2013 ausgebucht. Zusagen des Bundes zur Höhe künftiger Kompensationsleistungen ab 2014 sind noch nicht belastbar.

Die Einstiegsmiete für die von der Vereinbarung erfassten Mietobjekte der Pro Potsdam liegt bei 5,50 Euro je Quadratmeter und darf im Jahr 2021 maximal 6,40 Euro erreichen. Vogelsänger geht davon aus, dass sich die Erhöhung des Wohnungsangebots für WBS-Inhaber insgesamt kostendämpfend bei Neuvermietungen auswirken wird.

Für Vogelsänger können vergleichbare freiwillige Vereinbarungen überall in Gebieten mit erhöhtem Wohnungsbedarf zum Tragen kommen, von denen es landesweit immerhin 14 gibt.

Vogelsänger: „Ich hoffe und gehe davon aus, dass auch andere Wohnungsunternehmen dieses Modell nachfragen werden.“