Methodenkoffer

Hinweise zur Methodenauswahl

Ein gelingender Beteiligungsprozess und ein gutes Ergebnis benötigen passend ausgewählte Methoden und Instrumente.

Methodenkoffer

© Urbanizers

Die vielen bekannten und weniger bekannten Methoden zur Bürgerbeteiligung haben alle Vor- und Nachteile. Je nach eigener Kreativität und Kompetenz lassen sie sich auch auf den individuellen Kontext anpassen. Manches taugt für ein einmaliges Ereignis, anderes für einen langfristig angelegten Prozess. Manches eignet sich für Kleingruppen, anderes für eine ganze Stadt. Manches lässt sich nur mit professionellen Vorkenntnissen anwenden, anderes ist leicht nachzumachen. Folgende Fragen helfen bei der Auswahl:

  • Was soll erreicht werden? Um welches Anliegen, welches Ziel geht es?
  • Welcher Grad von Verbindlichkeit soll erreicht werden?
  • Wer soll dabei sein?
  • Wieviel Aktivität ist gefragt? Sollen die Zielgruppen einmal ihre Meinung sagen oder dauerhaft aktiv werden?
  • Was ist personell und finanziell überhaupt machbar?
  • Generell gilt: Weniger ist oft mehr!

 

Einige Beispiele:

Aktivierende Befragungen – geeignet, um einen längerfristigen Prozess einzuleiten und viel über ein Planungsgebiet zu erfahren. In Organisation und Durchführung aufwändiges Verfahren, Anzahl der Angesprochenen hängt von den Ressourcen ab. Wichtig: Das aktivierte Engagement braucht einen Anlaufpunkt.

Bürgergutachten – als gebündelte Meinung von Bürgerinnen und Bürgern zu bestimmten Sachverhalten hilfreich als Vorbereitung bestimmter politischer Entscheidungen oder als Ergänzung zu einer Wettbewerbsauslobung. 20 – 100 Beteiligte, die zufällig ausgewählt werden sollten – z.B. Ziehung über das Melderegister . Wichtig: Viel externe Unterstützung.

Charette – ein Planungsprozess, der in den öffentlichen Raum verlegt wird (z.B. in einen Wagen, frz. Charette, aber auch in ein leerstehendes Ladenlokal). Planer, Unternehmer, Projektentwickler und weitere Entscheidungsträger treiben mit den Betroffenen und Beteiligten gemeinsam die Planung voran. Keine Mindest- oder Maximalteilnehmerzahl. Wichtig: Alle Entscheider sind dabei.

Internet-Forum – durch Moderatoren zu betreuender Baustein der E-Partizipation, dessen Teilnehmer zu bestimmten Fragestellungen Kommentare abgegeben und auf Stellungnahmen anderer reagieren. Wichtig: Verknüpfung mit einem realen Entscheidungsverfahren.

Mediation – hilfreich, wenn Konflikte sich festzufahren drohen. Mit Unterstützung eines ausgebildeten Mediators erarbeiten die Beteiligten eine Lösung, die alle Bedürfnisse berücksichtigt. Wichtig: Die gefundene Lösung wird von allen als verbindlich akzeptiert.

Planungswerkstatt – ein- bis mehrtägiger Workshop, der im Dialog zwischen Nutzern und Planern Gestaltungs- und Lösungsmöglichkeiten zum Ziel hat, die anschließend aufgearbeitet werden. „Lokaler“ und „fachlicher“ Sachverstand ergänzen sich. Wichtig: Kreative Methoden und Ergebnisoffenheit!

Speed Dating – schneller Austausch in Zweiergruppen zu einem vorgegebenen Thema, klappt auch mit Kindern und Jugendlichen! Nach wenigen Minuten wechseln Gesprächspartner und ggf. Fragestellung. Geeignet zur Stimmungserkundung und Ideensammlung, weniger zur Entscheidungsfindung. Wichtig: Ergebnisse gut dokumentieren.

Stadtforum – meist langfristig angelegte, von der Verwaltung oder der Bürgerschaft initiierte Austauschplattform zu Themen der Stadtentwicklung. Wichtig: professionelle Begleitung und weitere Befassung mit den Ergebnissen.

Workshop – kurzes und informelles Format, in dessen Rahmen eine fachliche Fragestellung vin unterschiedlichen Anspruchsgruppen intensiv bearbeitetet werden kann. Wichtig: Vorbereitung, Moderation und Aufbereitung der Ergebnisse.

World Café – mittlerweile in zahlreichen Varianten bekanntes Austauschformat, dessen Teilnehmer in kleinen Gruppen – Caféhaustischen – vorgegebene Fragestellungen erörtern. Dokumentation der Ergebnisse auf Papiertischdecken. Wichtig: Die richtigen Fragestellungen.

 

Methoden von A-Z finden sich z.B. im elektronischen Wegweiser Bürgergesellschaft der Stiftung Mitarbeit oder auf den Seiten für Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa.

Interne Links

E-Partizipation

Stadtforum


Externe Links

Handbuch Partizipation - Land Berlin

Modelle und Methoden der Bürgerbeteiligung - Stiftung Mitarbeit

Methoden der Beteiligung - Strategiegruppe Partizipation (ÖGUT)

Gestaltung von Mitwirkungsprozessen - Stadt Zürich

Partizipation & nachhaltige Entwicklung in Europa

Wegweiser Bürgergesellschaft