Denkmal des Monats Juni

Scheunenviertel Kremmen © Michael Krüger

Die Entstehung des historischen Scheunenviertels Kremmen ist auf den kurfürstlichen Erlass von 1672 zurück zu führen. Kremmen wurde wie viele andere Städte der Mark immer wieder von Bränden heimgesucht. Der Erlass besagte, dass Futtermittel, Heu und Stroh nicht mehr innerhalb der Stadt gelagert werden durfte.

In den Jahren 1606 bis 1680 wurde Kremmen durch Brände fünf Mal fast völlig zerstört. Die Bürger verloren ihre Lebensgrundlagen oder sogar ihr Leben. Daher verbot der Kurfürst bereits 1659 die Lagerung von Stroh im Wohnhaus, da durch die offenen Feuerstellen erhöhte Brandgefahr bestand. Per Erlass wurde dann der Bau von Scheunen vor den Städten verfügt. Die bisherigen Lagerstätten mussten einer anderen Nutzung zugeführt werden, welche nachzuweisen war.

Das Ensemble ist charakteristisch für das gesamte Scheunenviertel und steht exemplarisch für die heutige moderne Nutzung durch Gastronomie und die Belebung durch Kunstschaffende und als Ort zwischen Stadt und Landschaft, als idealer touristischer Anziehungspunkt. 

Ergänzend zur Modernisierung von öffentlichen wie privaten Scheunen, gibt es inzwischen einige Neubauten, die die Scheunenarchitektur mit unterschiedlichsten Nutzungen sensibel in die Umgebung einfügen und dank der Kreativität der Architekten den Denkmalbereich modern weiterentwickeln. An allen Scheunen des ausgewählten Ensembles wurde die Gebäudehülle grundsaniert und im Zuge der Umnutzungen zu gastronomischen und kulturellen Einrichtungen umfangreiche Einbauten, wie Heizung, Sanitär etc. Jedes Puzzleteil trägt zum Gelingen der Gesamtstrategie der Stadt bei. Inzwischen sind die meisten der 54 Scheunen saniert und wieder in Nutzung. Das Scheunenviertel ist zu einem Wahrzeichen der Stadt Kremmen geworden und touristisches Ziel. Durch die unmittelbare Nähe zur Stadt sind die Synergieeffekte zum Wohle der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.

Mit der Aktion Denkmal des Monats verschafft die Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" dem architektonischen Erbe in Brandenburg mehr Aufmerksamkeit. Die AG hat seit ihrer Gründung 1992 dazu beigetragen, das Bild ihrer Mitgliedstädte positiv zu verändern und die Innenstädte neu zu beleben. Wertvolle Bausubstanz konnte so erhalten werden.