"Dicker Brocken" wird Denkmal des Monats Juli

Scharfrichterhaus nach der Sanierung © Stadt Angermünde

Das aus der Zeit des 30jährigen Kriegs stammende Haus ist vermutlich das älteste Gebäude der Stadt und steht als Beispiel für eine erfolgreiche Restaurierung denkmalgeschützer Baulichkeiten.

Ungewöhnlich für dieses Haus ist die Lage im historischen Stadtkern. Denn die Scharfrichtergrundstücke waren üblicherweise außerhalb der Stadtmauern am Stadtrand zu finden, weil die Scharfrichter auch Abdeckertätigkeiten ausübten, wie das Einsammeln und Verarbeiten toter Tiere sowie der Verkauf der Häute und Felle. Zudem gab es keine weiteren freistehenden und durch eine Backsteinmauer in sich geschlossenen Grundstücke in der Angermünder Altstadt, so dass die besondere Bedeutung des Scharfrichterhauses schon beim ersten Anblick erkennbar wird und von jeher die Fantasie der Angermünder Bürger anregte. Auf dem Hof befindet sich noch heute einer von zwei Scharfrichtersteinen (wie ein Stuhl geformter Stein) im Land Brandenburg.

Bis 1985 war das Haus in der Angermünder Jägerstraße 28 noch teilweise bewohnt. Erst 2012 konnte nach schwierigen Eigentümerwechseln die dringend notwendige Sanierung des zu den sogenannten „Dicken Brocken“ der Stadt gehörende Einzeldenkmals in Angriff genommen werden.

Mehr als 670 T€ Städtebaufördermittel (Bund/Land/Kommune) wurden zur Deckung der Gesamtkosten von rd. 914 T€ eingesetzt.

Mit der Aktion Denkmal des Monats verschafft die Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" dem architektonischen Erbe in Brandenburg mehr Aufmerksamkeit. Die AG hat seit ihrer Gründung 1992 dazu beigetragen, das Bild ihrer Mitgliedstädte positiv zu verändern und die Innenstädte neu zu beleben. Wertvolle Bausubstanz konnte so erhalten werden.

Letzte Aktualisierung: 11.01.2016