Die Stadtentdecker

Stadtentdecker in Schwedt © Martina Nadansky

Das Schulprojekt "Die Stadtentdecker" gibt es seit dem Jahr 2013. Entstanden als Verbundprojekt der Brandenburgischen Architektenkammer mit den sieben Städten des Städtekranzes wird es seit 2015 durch ein reguläres Förderprogramm des MIL unterstützt. "Die Stadtentdecker" wird von Schulen und Kommunen gemeinsam getragen, greift lokale Themen auf und kann an unterschiedliche Fächer andocken.

Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern partizipatorische Erfahrungen zu ermöglichen und dadurch zu einer Stärkung der Identifikation mit der eigenen Heimat beizutragen.

Inhaltlich beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler unter fachlicher Begleitung von Architekten und Architektinnen der Brandenburgischen Architektenkammer mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten zu ihrer bebauten Umwelt. Dabei spielt der lokale und regionale Bezug eine wichtige Rolle. Im Rahmen der intensiven Auseinandersetzung mit ihrer Stadt haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorschläge zur weiteren Entwicklung zu formulieren. 

Beispielhafte Beteiligungsaspekte

Die Erfahrungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche sich gerne engagieren, wenn sie ihre Ideen und Wünsche zum Ausdruck bringen können. Da das Projekt an unterschiedliche Schulfächer anknüpfen kann, ergibt sich neben unterschiedlichen Arbeitsformaten auch eine vielfältige thematische Bandbreite.

Durch die Einbindung lokal- und regionalspezifischer Bezüge können die Schülerinnen und Schüler ein besseres Verständnis für ihre eigene Heimat entwickeln.  Dies trägt insbesondere auch zu einer Stärkung der eigenen Identität bei.

Eine besondere Rolle spielen die offiziellen Abschlussveranstaltungen eines jeden Stadtentdeckerprojektes. Dabei stellen die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeiten nicht nur ihren Lehrern und Eltern vor, sondern auch der lokalen Politik und Verwaltung vor. Im sich anschließenden Stadtentdeckergespräch bietet sich zudem die Möglichkeit, die gesammelten Erfahrungen und generierten Arbeitsergebnisse mit den genannten Akteuren zu diskutieren.

Zum Verfahren

Seit 2015 können die Schulträger beim MIL eine finanzielle Unterstützung der Stadtentdeckerprojekte aus dem gleichnamigen Landesförderprogramm beantragen. Pro Schulprojekt wird dabei ein Zuschuss von bis zu 5.000 Euro bei einem Fördersatz von 85 % gewährt. Der Antragsteller muss demnach nur einen geringen Eigenanteil selber tragen.

Obwohl den einzelnen Stadtentdeckerprojekten unterschiedliche Arbeitsformate und Themenschwerpunkte zugrunde liegen, folgen sie dennoch einer vorgesehenen (Grob-)Struktur. Ausgangspunkt ist dabei ein Stadtspaziergang unter fachkundiger Begleitung zweier Architekten. Je nach thematischem Schwerpunkt verlaufen die Stadtspaziergänge sehr unterschiedlich. So gab es in manchen Städten gezielte Beobachtungsaufgaben. In anderen Städten hingegen ließen sich die Schülerinnen und Schüler von ihren eigenen Eindrücken leiten.

Dem Stadtspaziergang schließt sich die Arbeitsphase in der Schule an. Dort werden die gesammelten Eindrücke und Erfahrungen in Kleingruppen unter Verwendung unterschiedlichster Methoden, Materialien und Medien bearbeitet.

Im Sinne des Projektes, den Kindern und Jugendlichen eine öffentliche Stimme zu geben, findet nach der Arbeitsphase eine offizielle Abschlussveranstaltung statt. Dort stellen die Schülerinnen und Schüler  ihre Ideen, Wünsche und Vorschläge sowohl ihren Eltern vor als auch der lokalen Politik und Verwaltung sowie der interessierten Bürgerschaft. Den Abschluss der Ergebnispräsentation bildet das sogenannte „Stadtentdeckergespräch“ bei dem die Schülerinnen und Schüler mit den Entscheidungsträgern ihrer Kommune zu diskutieren.

Die Erfahrung, dass ihre Arbeit ernst genommen und ihre Stimme gehört wird, stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein der jungen Menschen, sondern  auch ihre Identifikation mit ihrer Heimatstadt gemacht werden.

Wer hat mitgemacht?

Seit 2013 wurden im Land Brandenburg Stadtentdeckerprojekte in 25 Klassen, Kursen und Projektgruppen mit weit über 600 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 4 bis 12 durchgeführt. Zu den Städten, in denen „Die Stadtentdecker“ bereits unterwegs waren, sind: Brandenburg an der Havel, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Jüterbog, Luckenwalde, Neuruppin, Nauen, Potsdam und Schwedt.

Beteiligungszeitraum und Ressourcenaufwand

Seit 2015 wird das Projekt durch das MIL mit einem Förderprogramm unterstützt.  Für die Jahre 2017 und 2018 werden jeweils 50.000 Euro bereitgestellt, was die Förderung von landesweit zehn Schulprojekten pro Haushaltsjahr ermöglicht.

Weiterführende Beiträge:

  • Potsdamer Stadtentdecker gehen ans Wasser

    Schüler des Potsdamer Helmholtz-Gymnasiums bei Projektdiskussion © Brandenburgische Architektenkammer

    Im Rahmen der offiziellen Abschlusspräsentation vom 06. Juli 2017 stellten Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse des Potsdamer Helmholtz-Gymnasiums in der Brandenburgischen Architektenkammer ihre Modelle und Gestaltungsideen für einen einfacheren Zugang und eine bessere Erlebbarkeit der zahlreichen Wasserflächen im Potsdamer Stadtgebiet vor.

  • Potsdamer Stadtentdecker entwerfen „Raum der Stille“

    Entwurfsmodell © Anja Kotlan

    Schülerinnen und Schüler aus dem Seminarkurs Architektur des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder in Potsdam haben am 27.02.2017 in der Bundesstiftung Baukultur ihre Entwürfe und Modelle zu einem „Raum der Stille“ auf dem Schulgelände der Halbinsel Hermannswerder präsentiert.

  • Neuruppiner Stadtentdecker mit rotem Rahmen

    Stadtentdecker mit rotem Rahmen © Martina Nadansky

    Sechstklässler der Neuruppiner Wilhelm-Gentz-Grundschule haben sich im Rahmen des Landesförderprogrammes ganz unterschiedlichen Perspektiven ihrer Stadt angenommen und diese in Form von „Mit-Mach-Aktionen“ aufgearbeitet. Die Ergebnisse wurden dazu am 22. November 2016 im heimatlichen Rathaus präsentiert.

  • Nauener Stadtentdecker präsentieren ihre Arbeiten

    Nauener Stadtentdecker © Brandenburgische Architektenkammer

    Mit der öffentlichen Abschlussveranstaltung in Nauen schließt eine weitere Brandenburger Schule erfolgreich ihre Projektarbeit im Rahmen des Förderprogrammes „Die Stadtentdecker“ ab. Am 7. Juli 2016 werden die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a der Dr. Georg von Arco-Oberschule ihre Ergebnisse im Sitzungssaal des Rathauses Nauen präsentieren.

  • Cottbuser Stadtentdecker präsentieren ihre Arbeiten

    Stadtentdecker in Cottbus © Steffi Heger

    Am 27. Juni 2016 stellen Schülerinnen und Schüler der Cottbuser Erich Kästner Grundschule ihre Projektergebnisse im Rahmen des Landesförderprogrammes „Die Stadtentdecker“ im Stadthaus Cottbus vor.

  • Luckenwalder Stadtentdecker präsentieren ihre Arbeiten

    Stadtentdecker vor dem Luckenwalder Theater © MIL

    Die Stadt Luckenwalde hat das 2015 aufgelegte Landesförderprogramm „Die Stadtentdecker“ genutzt, um Stadtentwicklung zu einem Bildungsthema zu machen und in der kommunalen Öffentlichkeit zu diskutieren. Die Schülerarbeiten werden am 3. März im Luckenwalder Rathaus präsentiert.