Denkmal des Monats Januar

moderner Museumsanbau © Lorenz Kienzle/Ronka Oberhammer

Das Jahresthema der AG Städte mit historischen Stadtkernen lautet in diesem Jahr „Alte Stadt – Museum oder Zukunftslabor“. Passend dazu erhält am 14. Januar 2016 das Museum Neuruppin, ein moderner Ort für Kultur und Bildung, die Auszeichnung „Denkmal des Monats“.

Das sogenannte Noeldechen-Haus in der Neuruppiner August-Bebel-Straße wurde 1791 als klassizistisches Wohnhaus erbaut. Es ist eines der prächtigsten seiner Art in der Stadt. Gleichzeitig ist es auch das größte klassizistische Bürgerhaus der Fontanestadt. Seit Mitte der 1950er Jahre beherbergt das imposante Gebäude das auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Museum. Es gilt als wertvolle Komponente des Kultur- und Bildungsangebotes, es erforscht und vermittelt das kulturelle Erbe der Stadt sowie der Region und trägt zur Identitätsstärkung bei.

Durch den stetig wachsenden Bestand von Exponaten und die gestiegenen Ansprüche an eine anschauliche Vermittlung war eine Kapazitätserweiterung erforderlich. Deshalb wurde das bestehende historische Gebäude im Zeitraum August 2012 bis Dezember 2014 grundsätzlich saniert und umgebaut sowie um einen zweigeschossigen modernen Anbau ergänzt. Dabei wurde auf Barrierefreiheit geachtet.

Für die Sanierung und Erweiterung wurde im September 2008 ein EU-weiter Architektenwettbewerb ausgelobt. Ziel war neben dem Erhalt des bedeutenden Baudenkmals und der Nutzungserweiterung, eine Verbindung von frühklassizistischer mit zeitgenössischer Architektur zu finden. Den Wettbewerb hat der Entwurf des Berliner Büros Heidenreich & Springer Architekten gewonnen.

Insgesamt wurden 7,2 Mio. € eingesetzt. Darunter 1,12 Mio. € aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz (Bund- und Landesmittel) sowie im Rahmen der Nachhaltigen Stadtentwicklung 4,35 Mio. € EFRE-Mittel.

Mit der Aktion Denkmal des Monats verschafft die Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" dem architektonischen Erbe in Brandenburg mehr Aufmerksamkeit. Die AG hat seit ihrer Gründung 1992 dazu beigetragen, das Bild ihrer Mitgliedstädte positiv zu verändern und die Innenstädte neu zu beleben. Wertvolle Bausubstanz konnte so erhalten werden.