Nachhaltigkeit zwischen Nischendasein und Mainstream

Städtebauliche Entwicklung, Rohstoffkreislauf und Energieeffizienz

nachhaltige Balkonverkleidung © Andrea Korth, Deimel Oelschläger Architekten Partnertschaft)

Themen wie Energieeinsparung und Klimaschutz, Verwendung erneuerbarer Energien und Bewusstsein für gesunde Bauprodukte werden inzwischen bei jedem Bauvorhaben berücksichtigt. Dies zeigten insbesondere die Vorträge von Herrn Dr. Hermelink (ecofys) und Herrn Dipl.-Arch. Deimel (Deimel Oelschläger Architekten Partnerschaft). 

Herr Dr. Hermelink legte dar, dass höhere energetische Standards nicht gleichbedeutend sein müssen mit höheren Baukosten. Eine im Auftrag der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) erarbeitete Initialstudie ergab, dass bei höheren Standards die realen Kosten der besseren Komponenten in etwa gleich teuer blieben und dass der EnEV-Standard 2016 im Bereich des derzeitigen Lebenszykluskostenminimums liegt. Redet man über Nachhaltigkeit, hört die Kostenbetrachtung nicht mit den Baukosten auf!

Herr Dipl.-Arch. Deimel zeigte im Anschluss, dass damit energieeffizientes Bauen kostengünstig genug ist, um dies im kommunalen Wohnungsbau umzusetzen. Das Powerhouse in Adlershof ist ein Vorzeigeprojekt für ökologisches Bauen im Mainstream. Es ist ein Haus, das mehr Energie produziert als es verbraucht!

Es gibt aber auch Themen des nachhaltigen Planens und Bauens, die in ihrer Bedeutung bekannt, aber noch nicht durchgängig berücksichtigt werden. Dies erklärte Herr Prof. Dr.-Ing. Schöbel von der TU München. Nachhaltigkeit bedeutet auch, das richtige Verhältnis zwischen Bebauung und Freiflächen an den richtigen Stellen zu finden, um zu erreichen, dass Lebensräume lebenswert sind und angenommen werden und sich nicht zu sozialen Brennpunkten entwickeln.

Bis Bauprodukte vollständig und in gleicher Qualität wiederverwertet werden können, ist es noch ein längerer Weg. Dafür steht „cradle-to-cradle“ (dt.: von der Wiege zur Wiege). Herr Dipl.-Ing Fischer (Drees und Sommer) wies darauf hin, dass knappe Ressourcen, steigender Rohstoffverbrauch und der Wunsch nach gesunden Bauprodukten zu einem Umdenken führen müssen. Erste Hersteller bewegen sich bereits auf diesem Weg. Hier muss jedoch noch mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Durch die Veranstaltung führte Herr Dipl.-Arch. Roswag-Klinge (Ziegert, Roswag, Seiler Architekten Ingenieure) das interessierte Publikum, das dieses Jahr zum großen Teil aus Kommunen stammte. Ein gutes Zeichen, dass Nachhaltigkeit in den Verwaltungen ankommt.

Die zum Teil gekürzten Vorträge der Fachtagung finden Sie rechts unter Anlagen.

Mit dieser Fachtagung beendet die Kooperation „Nachhaltiges Planen und Bauen“ die diesjährige Veranstaltungsreihe.