5 Jahre Energetischer Umbau im Quartier in Brandenburg

Tagungsteilnehmer im Gespräch © B.B.S.M.

Am 26. Januar 2017 begrüßten Bauministerin Kathrin Schneider und Maren Kern, Vorstand beim Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e. V., in Potsdam rund 100 Tagungsgäste. Beide hoben in ihrer Begrüßung hervor, dass die lokale Wärmewende schon in vielen brandenburgischen Kommunen und Wohnungsunternehmen begonnen hat. In 23 Städten im Land Brandenburg wurden bislang 28 KfW-geförderte Quartierskonzepte erarbeitet. Von diesen Konzepten befinden sich bereits einige in der Umsetzung.

Das MIL versteht die lokale Wärmewende als Stadtentwicklungsaufgabe und hat das Thema Energie deshalb auch in der Städtebauförderung verankert. Die Mitgliedsunternehmen des BBU haben durch ihre Modernisierungsinvestitionen im Bestand ebenfalls schon viel erreicht. So wurden die CO2-Emissionen der Wohnungsunternehmen seit 1990 um fast 80 % reduziert.

Um diese Erfolge fortzusetzen und insbesondere das Ziel des klimaneutralen Gebäudebestandes bis zum Jahr 2050 zu erreichen, sind jedoch weitere Anstrengungen aller Akteure vor Ort notwendig. Hierbei hat sich die Quartiersebene als geeignete Ebene herauskristallisiert, denn dort gelingt es am besten, die relevanten Akteure vor Ort an einen Tisch zu bekommen. Darüber hinaus stoßen Einzelmaßnahmen an Gebäuden immer häufiger an Grenzen der Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit.

Karte KfW-Programm Energetische StadtsanierungNeues Fenster: Bild vergrößernKarte KfW-Programm Energetische Stadtsanierung © LBV Nach der Begrüßung berichteten Herr Dr. Langenbrinck von der Begleitforschung des Bundes zum KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ sowie Frau Dr. Liebmann als Kontaktstelle des energetischen Umbaus im Quartier in Brandenburg  gemeinsam über ihre Erfahrungen und Ergebnisse aus Bundes- und Landessicht. Das KfW-Programm ist sehr flexibel und ermöglicht es daher, angepasste Konzepte für ganz unterschiedliche Quartiere zu entwickeln. Im Bundesvergleich ist das relativ kleine Land Brandenburg sehr aktiv.

Herr Hobohm von der Prognos AG machte in seinem Vortrag deutlich, dass mittel- bis langfristig ein Anstieg der Energiepreise zu erwarten ist. Um die finanziellen Auswirkungen auf die Mieterschaft, auf Kommunen und Eigentümer zu begrenzen, den klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen und die in Paris vereinbarte Verpflichtung zur Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C zu erfüllen, müssen die Anstrengungen in Hinblick auf Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien im Wärmemarkt noch deutlich gesteigert werden.

In der Podiumsdiskussion diskutierten Frau Kern und Frau Schneider mit drei Fachleuten aus der Praxis: Herrn Fred Mahro (amtierender Bürgermeister der Stadt Guben), André Häusler (technischer Vorstand der Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft e. G.), Thomas Bethke (Geschäftsführer der Stadtwerke Hennigsdorf GmbH). Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es gemeinsamer Anstrengungen des Landes und vor Ort in den Kommunen bedarf um die Wärmewende voranzubringen.

In den sich anschließenden drei Arbeitsgruppen zu den Themen Wärmenetze auf Quartiersebene, Konkurrenzfähigkeit/Wirtschaftlichkeit von Fernwärme sowie technischen Innovationen im energetischen Umbau fanden nach fachlichen Impulsvorträgen lebhafte Diskussionen zur den einzelnen Themenfeldern statt.

Das Programm sowie verschiedene thematischer Karten, die Vorträge und die Dokumentation in Form des neunten Rundbriefs zum energetischen Umbau im Quartier finden Sie rechts unter „Anlagen“.