Die Kooperation in einem neuen Format

Brandenburgischer Tag des nachhaltigen Planens und Bauens

die Unterzeichnenden der Kooperationsvereinbarung © Brandenburgische Architektenkammer

Nachdem die Kooperation in der Vergangenheit halbtägige Fortbildungen angeboten hatte, entstand nun eine Idee, ein neues Format ins Leben zu rufen. Die Veranstaltung am 4. September war ein würdiger Rahmen, um die seit 2014 bestehende Kooperationsvereinbarung zum nachhaltigen Planen und Bauen bis 2021 zu verlängern. Unterschrieben wurde die Kooperationsvereinbarung von Frau Ministerin Schneider sowie den beiden Kammerpräsidenten, Herrn Keller und Herrn Krebs.

In den Räumen der Fachhochschule Potsdam hatten die rund 100 Teilnehmenden der Veranstaltung die Möglichkeit, sich über aktuelle Themen zum nachhaltigen Planen und Bauen zu informieren.

Den Festvortrag hielt Herr Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, stellvertretender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und international anerkannter Klimaforscher. Er führte den Zuhörerinnen und Zuhörern aus globaler Sicht vor Augen, welche Folgen bzw. „Nicht-Folgen“ die derzeitige internationale bzw. europäische Klimapolitik auf den Klimaschutz hat. Er plädierte zum einen dafür, eine CO2-Bepreisung einzuführen, um den Klimawandel zu verlangsamen. Zum anderen sprach er sich für eine Bodenwertsteuer aus, um aus Sicht der Stadtentwicklung den Flächenverbrauch zu reduzieren. Hier ist es die Politik, die den Weg dafür schaffen muss, so die Aussage von Herrn Prof. Dr. Edenhofer.

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer © MIL Die anschließende Podiumsdiskussion beleuchtete Klimaschutz und Nachhaltigkeit aus regionaler und lokaler Sicht. Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum, das verdichtete Wohnen, die Verwendung regionaler Baustoffe sowie die Bewertung grauer Energie in Baustoffen waren nur einige Punkte, die angeregt zwischen kommunalen Vertretern, Planern und Hochschule diskutiert wurden.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Praxis. In drei Workshops wurden Nachhaltigkeitsthemen vorgestellt und diskutiert.

  • Frühzeitige Bürgerbeteiligung im Rahmen der Planung
  • Sanierung einer Scheune zu Wohnzwecken in drei Varianten – von konventionell bis ökologisch – unter Verwendung der Ökobaudat
  • Nachhaltigkeitsanforderungen im Architekturwettbewerb am Beispiel eines Laborgebäudes
  • Mineralische Recyclingbaustoffe
  • Einheimische Hölzer im Neu- und Bestandsbau

Durch die Workshops führten hochrangige und kompetente Referentinnen und Referenten. Es wurden Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die im Anschluss diskutiert wurden.

Den Schluss setzte dann der Hausherr der Veranstaltung selbst. Herr Prof. Lorenz, Vizepräsident der Fachhochschule Potsdam ließ es sich nicht nehmen, Interessierte über den Campus zu führen und auf eine Zeitreise durch die Geschichte des baulichen Wärmeschutzes mitzunehmen. Trotz fortgeschrittener Stunde haben sich noch viele für diese Führung begeistert.

Die Referentinnen und Referenten haben ihre Vorträge zur Verfügung gestellt. Diese können Sie rechts unter „Anlage“ einsehen.

Save the Date!

Unsere nächste Veranstaltung findet am 29.11.2017 im Haus der Natur, Potsdam statt. Dort wird die vom MIL herausgegebene Broschüre „Der Weg zum gesunden Bauprodukt – eine Orientierungshilfe für Bauherren, Planer und Kommunen“ vorgestellt.

Anlagen

weitere Beiträge/Vorträge folgen in Kürze