Werkstatt "Planungswettbewerbe in der Praxis"

Auditorium © MIL

In Brandenburg zeichnet sich aktuell eine erfreuliche Entwicklung in der Vergabepraxis ab. In den letzten drei Jahren erhöhte sich die Anzahl an Planungswettbewerben kontinuierlich. Im Jahr 2017 wurden bereits 18  Wettbewerbe registrierte. Zudem befinden sich unter den Gewinnern der bisher in 2017 entschiedenen Wettbewerbe zur Halfte Büros mit Sitz im Land Brandenburg.

Bei wichtigen Bauvorhaben sind Planungswettbewerbe das Mittel der Wahl für einen Qualitätswettstreit und eine gute Wahrnehbarkeit in Politik und Öffentlichkeit. Um diesen Mehrwert von Planungswettbewerben gegenüber anderen Vergabearten zu verdeutlichen, wurden in der Werkstattveranstaltung drei Wettbewerbsbeispiele aus der brandenburgischen Planungspraxis vorgestellt: Antje Spillner aus dem Stadtplanungsamt Wittenberge berichtete über den nichtoffenen Realisierungswettbewerb zum Neubau eines Mehrfamilienhauses in exponierter Lage an der Elbuferpromenade und den daraus resultierenden besonderen Anforderungen an die städtebauliche Qualität des Planungsergebnisses.

Wie man im Rahmen eines Planungswettbewerbes ein schlankes Verfahren ansetzen kann, zeigte Christian Keller als Vertreter des wettbewerbsbetreuenden Büros keller architekten anhand des Neubaus eines Feuerwehrgerätehaues in Trebbin. Der Trebbiner Bürgermeister, Thomas Berger, wertschätzte in der Rückschau vor allem die Chance, über einen Planungswettbewerb eine kreative Ideenvielfalt für die spezielle Bauaufgabe erhalten zu haben. 

Im dritten Praxisbeispiel wurde der Planungswettbewerb zum inzwischen realisierten Neubau der Kindertagesstätte Kita Mitte in Kyritz „nachverfolgt“. Bauamtsleiterin Katharina Iredi stellte in ihrer Rückschau nicht nur das Wettbewerbsverfahren dar, sondern auch den Weg zum gebauten Ergebnis. 

Abseits der Praxisbeispiele informierte der Justiziar der Brandenburgischen Architektenkammer, Dr. Sebastian Schattenfroh, über rechtliche Anforderungen bei der Vergabe von Planungsleitungen im Unterschwellenwertbereich. In seiner Funktion als Vorsitzender des Ausschusses für Wettbewerb und Vergabe bei der Brandenburgischen Architektenkammer berichtete Landschaftsarchitekt Marcel Adam über Erfahrungen mit interdisziplinären Wettbewerben und zeigte die Grenzen der Anwendung dieses Vergabeverfahrens auf.

An der Werkstattveranstaltung im Tagungshaus Hoffbauer auf Hermannswerder in Potsdam nahmen ca. 70 Teilnehmerinnern und Teilnehmer, vorrangig aus Kommunen, privaten Büros und Kammern teil. Sie nutzten die Gelegenheit, mit den eingeladenen Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen.

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Referat 22: Bautechnik, Energie, Bau- und Stadtkultur

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