29.11.2017Meister im Schneepflugfahren trotzen Schnee und Glätte

Pressemitteilung

Die Sieger der ersten deutschen Schneepflugfahrermeisterschaft vom vergangenen September  gehören zu den Winterdienstteams im Landesbetrieb Straßenwesen. Rund um die Uhr stehen die Frauen und Männer auch in dieser Saison bereit, um Brandenburgs Autobahnen, Landes- und Bundestraßen bei entsprechendem Wetter von Schnee und Glätte zu befreien.  Die Bundessieger  machen im Februar eine kurze Einsatzpause in Brandenburg und fahren zur Weltmeisterschaft der Schneepflugfahrer ins polnische Gdansk (Danzig). Verkehrsministerin Kathrin Schneider  besuchte heute die  Autobahnmeisterei Rangsdorf und hat sich bei den Teilnehmern der Weltmeisterschaft  über die Vorbereitungen für die Winterdienstsaison informiert.

„Ich freue mich sehr über das Engagement, mit dem unsere Fahrerinnen und Fahrer im Landesbetrieb am Start sind. Sie alle leisten eine meisterliche Arbeit, denn Winterdienst erfordert den anstrengenden Einsatz aller 45 Autobahn- und Straßenmeistereien rund um die Uhr. In diesem Jahr kommt dabei neue Technik zum Einsatz, die den Salzverbrauch noch weiter verringert und damit die Umwelt schont. Gleichzeitig sind höhere Fahrgeschwindigkeiten möglich. Das verringert die Umlaufzeiten. Unser Winterdienst ist gut vorbreitet, das ändert aber nichts daran, dass alle, die mit dem Auto unterwegs sind, Ausrüstung und Fahrweise den Witterungsverhältnissen anpassen müssen“, sagte Ministerin Schneider.

Fast 900 Beschäftigte des Landesbetriebs Straßenwesen und beauftragter Unternehmen stehen bereit, um die Straßen im Land von Schnee und Eis zu befreien. Bis zu 430 moderne Streu- und Räumfahrzeuge sind unterwegs, um die mehr als 12.000 Kilometer Fahrbahnen auf brandenburgischen Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen befahrbar zu halten.

Daten und Fakten: Der Landesbetrieb Straßenwesen (LS) betreut Brandenburgs Autobahnen (800 Kilometer/1600 Kilometer Richtungsfahrbahnen), Bundesstraßen (2.800 Kilometer), Landesstraßen (5.700 Kilometer), Kreisstraßen im Landkreis Dahme-Spreewald (ca. 230 Kilometer) und die wichtigen straßenbegleitenden Radwege (1.200 Kilometer). Für eine Vielzahl von Kommunen räumt und streut der LS auch die Ortsdurchfahrten (ca. 1800 Kilometer).

Je nach Verkehrsbedeutung sichern die Teams der zwölf Autobahnmeistereien und 33 Straßenmeistereien die Befahrbarkeit der Straßen. Autobahnen werden rund um die Uhr geräumt und gestreut, wenn es die Wetterlage erfordert. Auf anderen wichtigen Straßen mit überörtlichem Charakter und starkem Berufsverkehr ist der Winterdienst zwischen 3 und 22 Uhr im Einsatz, damit es in der Hauptverkehrszeit sicher voran geht. An Steigungsstrecken stehen mehr als  500 Boxen mit Streugut bereit, auf die insbesondere Lkw-Fahrer zurückgreifen können, wenn es bei Glätte nicht mehr vorwärts geht.

Der LS hat derzeit knapp 70.000 Tonnen Salz eingelagert. Der Salzverbrauch ist je nach Witterung unterschiedlich. In den Jahren zwischen 2012 und 2016 schwankte er zwischen 30.000 und 99.000 Tonnen, je nachdem, wie streng der Winter war und wie oft es Wechsel von Tau- und Frostperioden gab.

Wetterbeobachtung: Zur Winterdienst-Technologie gehört auch die hochmoderne Erhebung von Wetterdaten. 30 Autobahn-Messstellen liefern für das bundesweit eingeführte Straßenzustands- und Wetterinformationssystems (SWIS) Wetterdaten. Dieses bietet einen detaillierten Blick auf die Brandenburger Straßen. Daten wie Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit, relative Luftfeuchtigkeit, Niederschlag sowie Bodentemperatur an der Fahrbahnoberfläche und in 30 Zentimetern Tiefe werden im 15-Minuten-Abstand aktualisiert und bilden die Basis für Einsatzentscheidungen. Alle Werte werden ständig mit den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) abgeglichen. Im Gegenzug liefert der DWD mehrmals täglich die Wetterprognosen für die unterschiedlichen Regionen des Landes. Diese sind für alle Autobahn- und Straßenmeistereien online abrufbar.

Streuguteinsatz: In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde in Brandenburg im Rahmen eines Forschungsprojektes in den vergangenen Jahren das Aufbringen reiner Tausalzlösungen „FS 100“ auf den Straßen mit positivem Ergebnis getestet. In diesem Jahr kommt diese Technologie erstmals mit neuen Fahrzeugen zum Einsatz. Ein großer Vorteil der Tausalzlösungen ist bei der vorbeugenden Streuung die deutlich längere Liegedauer auf der Fahrbahn. Alle bisherigen Erfahrungen zeigen, dass der Einsatz von Tausalzlösungen für viele Einsatzfälle eine geeignete Alternative zum Feuchtsalz ist, mit der sich der spezifische Tausalzverbrauch weiter deutlich verringern lässt. Außerdem sind höhere Fahrgeschwindigkeiten möglich, das verkürzt die Umlaufzeiten. 

Weiterhin im Einsatz sind auch die bislang eingesetzte und bewährte Feuchtsalztechnologie „FS 30“. Dabei wird der gefährlichen Glätte mit nichts anderem zu Leibe gerückt, als Speisesalz – Streusalz ist Natriumchlorid (NaCl). Dieses wird an Bord des Winterdienstfahrzeuges im Verhältnis 70:30 mit einer Salz-Wasser-Sole vermischt und vom Streuteller fein verteilt auf die Fahrbahn ausgebracht. Dank der modernen Feuchtsalztechnologie „FS 30“ haftet das Material besser an der Fahrbahn an. Ein Verwehen wird deutlich vermindert und das Salz kann da wirken, wo es gebraucht wird. Durch den Einsatz der „FS 30“-Technologie konnte der Streusalzverbrauch von früher mehr als 60 Gramm pro Quadratmeter auf mittlerweile 5 bis 15 Gramm pro Quadratmeter verringert werden. Diese Effektivität im Sinne von Natur und Umwelt ist möglich, weil die Streumenge je nach erforderlicher Tauleistung und Fahrbahntemperatur genau dosiert werden kann.

Informationen zur Schneepflugweltmeisterschaft: Seit 1969 organisiert der Weltstraßenverband AIPCR/PIARC (https://www.piarc.org/en/) neben dem alle vier Jahre stattfindenden internationalen Weltstraßenkongress, auch einen internationalen Winterdienstkongress. Die AIPCR/PIARC stellt mit seiner Gründung im Jahr 1909 in Paris die älteste internationale Vereinigung auf dem Gebiet des Straßen- und Verkehrswesens dar.

Eine zentrale Aufgabe des Welt-Straßenverbandes liegt im internationalen Erfahrungsaustausch auf Expertenebene. Die Vereinigung ist ein nicht politischer, fachorientierter und nicht auf Gewinn ausgerichteter Verband. Mitglieder sind Staaten, Gebietskörperschaften, Institutionen, Firmen sowie interessierte Einzelpersonen. Derzeit weist die Organisation über 2000 Mitglieder in 140 Ländern der Erde auf. Die Forschungsgesellschaft Straßen- und Verkehrswesen e.V. fungiert als offizielles deutsches Komitee des Welt-Straßenverbands. Sie ist seit 1955 Mitglied im Welt-Straßenverband (PIARC/AIPCR).

Der nächste Termin für den internationalen Winterdienstkongress ist der 20. - 23.02.2018 in Gdansk / Polen. Während des Kongresses wird dort auch die dritte Schneepflugfahrerweltmeisterschaft (Snowfighter Championship) durchgeführt, an der  unsere Teams aus Rangsdorf und Luckau teilnehmen

Weitere Informationen zur Schneepflugmeisterschaft: http://www.ls.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.533643.de

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