Hafen Wustermark auf Wachstumskurs

Weg von der Straße hin zum Binnenschiff

Hafen Wustermark © HavelPort GmbH

Der HavelPort Wustermark liegt westlich von Berlin direkt am Havelkanal und in unmittelbarer Nähe des Güterverkehrszentrums Wustermark. Durch die gute Straßenanbindung an die A10 und B5 einerseits und die Lage an der mit Großmotorgüterschiffen (Länge 110 Meter, Breite 11,4 Meter) befahrbaren Wasserstraße zwischen Hannover/Hamburg-Magdeburg-(Berlin)-Stettin bietet der Hafen beste Bedingungen für die Verlagerung von Gütertransporten von der Straße auf das Binnenschiff.

Bis 2007 wurden in den Hafen Wustermark insgesamt 15 Million Euro investiert, wovon rund 12 Millionen Euro als Fördermittel vom Land Brandenburg kamen. Es entstand eine Hafenanlage mit knapp 400 Meter langer Kaikante und 1,7 Hektar Betriebsfläche für den Hafen und 9 Hektar weiterer Ansiedlungsfläche.
Seit 2013 betreibt die HavelPort Berlin GmbH (HPB) als Pächter den im Eigentum der Gemeinde Wustermark befindlichen Hafen. Seitdem sind neben Erhaltungskosten vor allem im Jahr 2016 und in diesem Jahr rund 200.000 EUR in die Flächenbefestigung von Erweiterungsflächen geflossen.

Im Jahr 2017 wurde das Hafengelände auf 2,7 Hektar vergrößert und eine weitere Erweiterung des Hafens ist momentan in Planung.

Im Hafen können die verschiedensten Güter umgeschlagen werden. Die angebotene Dienstleistungspalette reicht von der Zwischenlagerung über die Verladung, den Transport im Vor- und Nachlauf und umfasst auch Nebenleistungen wie Stauen, Laschen und Ladungssicherung, Exportverpackung, Personalgestellung und Lkw – Verwiegung.
Vor allem Holzhackschnitzel für die Berliner Kraftwerke und immer mehr Komponenten für Windkraftanlagen (WKA) werden umgeschlagen. Die Komponenten für WKA werden von Schleswig-Holstein aus zum HavelPort per Binnenschiff angeliefert und dann weiter mit Schwerlast-Lkw‘s zu den Baustellen im Land Brandenburg befördert. Jedes einzelne Binnenschiff kann dadurch etwa 30 Schwerlasttransporte auf der Straße ersetzen. Der Transport der Komponenten für WKA ist für den Hafen immer bedeutsamer geworden und ein positives Beispiel für ein multimodales Zusammenwirken der Verkehrsträger.

Bedarf an Windkraftanlagen wird weiter wachsen.

In den letzten Jahren stiegen die Genehmigungen von WKA innerhalb und außerhalb des Netzausbaugebietes und sollen in den nächsten Jahren auch weiter kontinuierlich ansteigen. Durch die Energiewende in Deutschland wird der Bedarf an Windkraftanlagen weiter wachsen. Aus logistischen Gründen ist es dabei für die Hersteller der Windkraftanlagen sinnvoll, sich in Wassernähe niederzulassen. Davon konnte auch der Hafen in Wustermark in den letzten Jahren profitieren. Der Anteil der WKA lag in den letzten zwei Jahren bei 36% der Schiffsabfahrten/-ankünfte und bei 42 % der umgeschlagenen Tonnage.Güterumschlag im Hafen WustermarkNeues Fenster: Bild vergrößernGüterumschlag im Hafen Wustermark (Datenquelle: Landesamt für Statistik (Wasser); Grafik: Wagener&Herbst)
Von 2013 bis 2016 hat sich der Güterumschlag über die Kaikante von 14.400 auf 98.800 Tonnen versiebenfacht. Lag der Anteil des Hafens Wustermark am Gesamtumschlag der öffentlichen Häfen im Land Brandenburg im Jahr 2013 bei nur 1%, so betrug der Anteil 2016 bereits 16%.

Der Hafen Wustermark hat mit dieser Umschlagsleistung für einen Binnenhafen mit 3 Liegeplätzen eine beachtliche Größenordnung erreicht. Dennoch kann der Hafen seine Potentiale im Güterumschlag erst dann voll nutzen, wenn die Wasserstraßenverwaltung des Bundes die im Bundesverkehrswegeplan angekündigte Vertiefung des Havelkanals auf 2,80 m vorgenommen hat. Das Beispiel zeigt aber schon jetzt, wie durch erfolgreiches unternehmerisches Handeln und den richtigen Einsatz von Fördermitteln die umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Binnenschifffahrt im Massengut- und Massenstückguttransport stärker zum Einsatz kommen kann.