Neuer Leitfaden Kommunale Flächenpools verknüpft Stadtentwicklung und Naturschutz

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Wie können die Aufgaben Stadtentwicklung und Naturschutz besser miteinander verknüpft werden?  Zu dieser Frage gibt der gemeinsam von Umwelt- und Bauministerium erarbeite „Leitfaden Kommunale Flächenpools“ Antworten und Handlungsempfehlungen, die sich an die Kommunen und die für den Naturschutz verantwortlichen Behörden und Initiativen richten.

Um den Leitfaden zu erarbeiten, haben die beide Ministerien ein Pilotvorhaben mit sechs brandenburgischen Kommunen durchgeführt. Diese haben sich mit dem Aufbau kommunaler Flächenpools für städtische Freiräume befasst, mit dem Ziel einer stärkeren Verzahnung von Stadtentwicklung und Naturschutz. 

Kommunale Flächenpools erweitern die Handlungsmöglichkeiten der Städte bei der Verbesserung und Gestaltung von Grün- und Freiflächen vor allem in bebauten Stadtbereichen. Hier geht es vielfach nicht nur um die Stadtnatur, sondern auch um die Beseitigung von Stadtbildmängeln und die Verbesserung der Grünflächenangebote in Stadtquartieren. Die Grundidee der Flächenpools ist einfach: Durch den Stadtumbau entstehen in den Städten immer wieder Brachen und Freiräume, für die häufig eine Nutzung fehlt. Eine sinnvolle  Perspektive für die Freiraumentwicklung in solchen Stadtinnenbereichen ist die Durchführung naturschutzrechtlicher Ausgleichs- und Ersatzmaßmaßnahmen. Nötig werden diese, weil gleichzeitig weiter Landschaftsverbrauch durch Außenentwicklung stattfindet. Mehr Naturschutz in der Stadt ist zudem für die Kommunalhaushalte deutlich günstiger als eine komplette Finanzierung von klassischen Parkanlagen über Eigenmittel oder befristete Förderprogramme. Kommunale Flächenpools sind auf lange Sicht das geeignete Instrument, um für die Städte Ausgleichsmaßnahmen zu organisieren und umzusetzen, in enger Abstimmung mit der geplanten örtlichen Freiraumentwicklung. Das macht umgekehrt auch Stadtentwicklung leichter: Durch die Bereitstellung vorgezogener Maßnahmen in Flächenpools wird die oft aufwendige Suche nach notwendigen Kompensationsflächen erleichtert, und es wird gleichzeitig die Frage der Trägerschaft und der Pflege geklärt. Letztlich profitieren die Kommunen von der Zusammenführung der Freiflächenentwicklung mit der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, indem sie mehr innerstädtische Freiflächen erhalten. Der Leitfaden enthält sowohl Handlungsempfehlungen als auch Praxisbeispiele und Erfahrungen mit Flächenpools und will so Städte und Gemeinden dazu anregen, mit Flächenpools zu arbeiten.

Den Leitfaden können Sie rechts unter "Anlage" abrufen.

Anlage