Demografischer Wandel

Strategie des Anpassens und Gegensteuerns

Zwei Rentnerinnen und zwei Rentner sitzen auf einer Bank im Park © aboutpixel.de

Die Einwohnerzahl des Landes Brandenburg wird bis 2030 um rund 10 Prozent auf 2,251 Millionen zurückgehen. Dabei schrumpft die Bevölkerung in Berlin fernen Landesteilen stark, während sie in der Region rund um Berlin durch Zuwanderung sogar leicht wächst.

Ursachen für den Rückgang sind die sinkende Geburtenrate und die Abwanderung vor allem junger Arbeitskräfte. Der Anteil älterer Menschen steigt: 2030 wird mehr als ein Drittel der brandenburgischen Bevölkerung 65 Jahre und älter sein. Es gilt, durch Lebensqualität und verbesserte Arbeitsmarktchancen die Abwanderung von Fachkräften zu stoppen und Anreize für Zuwanderung zu schaffen.

Strategie: Anpassen und Gegensteuern

Ob bei der Stadtentwicklung, beim Verkehr oder bei der gemeinsamen Landesplanung mit Berlin – das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL) begegnet den Herausforderungen des demografischen Wandels mit der Strategie des Anpassens und Gegensteuerns: Es sichert die Mobilität und fördert die Funktionsfähigkeit der Städte und Dörfer. Durch den Ausbau leistungsfähiger Verkehrsnetze, integrierte Stadtentwicklung und die Landesplanung trägt das MIL zur Verbesserung der Standortbedingungen im Land Brandenburg und in der Hauptstadtregion bei.

Masterplan Stadtumbau: Lebenswerte Städte

Ältere Menschen in der Innenstadt - Zwei Paare und eine jüngere DameDemografischer Wandel schon jetzt spürbar? © MILDie Folgen des demografischen Wandels für die Städte sind weitreichend: Wohnungen stehen leer, Kindertagesstätten und Schulen werden geschlossen und die Funktionsfähigkeit ganzer Stadtteile ist gefährdet. Um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, setzt das Ministerium auf familien- und kinderfreundliche Städte und Wohnquartiere. Das Programm "Stadtumbau Ost" fördert Konzepte zum Stadtumbau, ermöglicht den Abriss nicht mehr benötigter Wohnungen und finanziert städtebauliche Aufwertungsmaßnahmen. Der "Masterplan Stadtumbau" unterstützt ressortübergreifende Projekte, die darauf abzielen, Innenstädte und Stadtteile für Wohnen und Arbeiten attraktiver zu gestalten.

Wohnen für alle Generationen

Das Ministerium unterstützt generationsgerechtes Wohnen. Die Wohnraumförderung dient vor allem dazu, bestehende Gebäude an den Bedarf von Familien mit Kindern sowie Seniorinnen und Senioren anzupassen. Zu diesem Zweck fördert das Ministerium die Bildung von Wohneigentum, die Modernisierung und Instandsetzung von Mietwohnungen und Wohneigentum sowie die Nachrüstung von Mietwohngebäuden mit Aufzügen, um Barrieren für ältere und behinderte Menschen abzubauen.

Mobilität sichern

Aufgrund der demografischen Entwicklung müssen die Verkehrsangebote kontinuierlich der Nachfrage angepasst werden. Ziel ist es, die Mobilität von Menschen und Gütern in allen Landesteilen nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig zu sichern. Insbesondere die stark rückläufige Bevölkerungsdichte in dünn besiedelten Landesteilen erfordert ein neues integriertes Verkehrssystem: Der klassische Bahn- und Buslinienverkehr wird deshalb durch flexible Angebote wie Rufbus, Event- und Shuttleverkehr oder Bürgerbusse in lokaler Verantwortung ergänzt.

Leistungsfähiges Straßennetz

Zwei PKW in einer Kurve der Straße © MILDie Straßennetzkonzeption des Landes Brandenburg wurde aktualisiert und eine Gesamtverkehrsprognose 2025 für Berlin und Brandenburg erarbeitet. Entsprechend dieser Prognose wurden Prioritäten für den Neubau und die Erhaltung von Bundes- und Landesstraßen gesetzt.

Einschränkungen des Angebots im öffentlichen Nahverkehr führen laut Prognose zu verstärktem Individualverkehr. Das vorhandene Straßennetz wird diesen neuen Mobilitätsanforderungen grundsätzlich gerecht. Aus finanziellen Gründen kann jedoch nicht das gesamte Verkehrsnetz gleichermaßen gepflegt werden. Das Straßennetzkonzept setzt deshalb Prioritäten für den Neubau und die Erhaltung sowie den bedarfsgerechten Ausbau der Bundes- und Landesstraßen. Dabei werden Neubaumaßnahmen vorrangig auf Autobahnen und verkehrlich bedeutsame Bundesstraßen konzentriert.

Raumordnung und Daseinsvorsorge

Nach Abschluss der Gemeindegebietsreform im Jahr 2003 sind im Land Brandenburg leistungsstarke Gemeinden, Städte und Orte entstanden. Innerhalb der 201 amtfreien Gemeinden und Ämter wird die Grundversorgung abgesichert. Mit dem sogenannten "Zentrale-Orte-System" wird ein Beitrag zur räumlichen Steuerung von Angeboten der Daseinsvorsorge geschaffen, die über die Grundversorgung hinausgehen. In Zentralen Orten sind wichtige Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, wie Schulen, Krankenhäuser und Kultureinrichtungen, konzentriert. Öffentliche Verkehrsmittel gewährleisten deren Erreichbarkeit. Für Einrichtungen mit übergemeindlichem Einzugsbereich, wie weiterführende Schulen, besteht in den 46 Mittelbereichen auch in Zukunft eine ausreichende Tragfähigkeit.

Damit soll ein flächendeckendes System von Angeboten, die Bürgerinnen und Bürger in der Regel in 30 Minuten erreichen können, gesichert werden. Das Ziel "Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse" wird mit den Herausforderungen des demografischen Wandels abgeglichen. Die Vorgaben des "Zentralen-Orte-Systems" bieten eine wichtige Orientierung für die Standortentscheidungen der öffentlichen Hände, zugleich dient es privaten Dienstleistern als Orientierung für räumliche Standortentscheidungen.