Gender Mainstreaming

Gleichstellung von Frauen und Männern

Zwei Männer und eine Frau im Profil © aboutpixel.de

"Gender Mainstreaming" bedeutet - im Gegensatz zur klassischen Gleichstellungspolitik für Frauen - bei allen Vorhaben die sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Geschlechtsrollen von Frauen und Männern von vorne herein und regelmäßig zu berücksichtigen. "Eine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt es nicht."

Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL) unterstützt diesen Leitsatz in allen Politikbereichen und auch im Ministerium selbst. Bei der Planung und Umsetzung politischer Konzepte werden Frauen und Männer gleichermaßen einbezogen. Schwerpunkte sind:

Nachhaltige Stadtentwicklung

Durch ihren konkreten Bezug zum Alltag ist die nachhaltige Stadtentwicklung ein zentrales Feld für die Beachtung der Chancengleichheit für Männer und Frauen. Der öffentliche und der private Raum werden ebenso unterschiedlich genutzt wie die eigene Wohnung. Die Person, die die Kinder erzieht, den Haushalt macht oder Angehörige pflegt, hat andere Ansprüche an das städtische Umfeld als die Person, die einen großen Teil ihrer Zeit am Arbeitsplatz verbringt. Im Operationellen Programm des Landes Brandenburg zum Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) ist verankert, dass das Ziel sich nicht nur auf die Arbeits-, sondern auf die gesamte Lebenswelt von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen bezieht. Die neue Förderrichtlinie des MIL zur nachhaltigen Stadtentwicklung berücksichtigt diese Vorgabe.

Fahrräder vor der Treppenaufgängen einer modernen Wohnsiedlung © MIR

Generationsgerechtes Wohnen

Auch in der Wohnungspolitik werden die Bedürfnisse aller gesellschaftlichen Gruppen einbezogen: Das MIL fördert familien- und altersgerechten Wohnraum und leistet damit einen aktiven Beitrag zur Gestaltung des demografischen Wandels. Sowohl die Bedürfnisse von Familien als auch der steigende Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft werden berücksichtigt: So fördert das MIL zum Beispiel den Einbau von Aufzügen in Gebäuden mit Mietwohnungen.

Gleichberechtigung im Straßenbau

Aspekte des „Gender Mainstreaming" fließen auch in Planfeststellungsverfahren und die Planung von Verkehrswegen ein. Durch ein Modellprojekt gewonnene Erkenntnisse werden dauerhaft zu mehr Gleichberechtigung bei der Infrastruktur-Versorgung führen. Frauen und Männer haben gleichermaßen Einfluss auf Entscheidungen zum Straßen- und Städtebau: Beide Geschlechter werden bei Beteiligungsverfahren, bei der Moderation von Informationsveranstaltungen sowie bei der Besetzung der Verkehrs-, Bau- und Finanzausschüsse ausgewogen berücksichtigt. Im aktuellen Brandenburgischen Straßengesetzes ist „Gender Mainstreaming" erstmals ein Abwägungskriterium.

4 blaue Holzfiguren schräg hintereinander aufgestellt © aboutpixel.de, Bruno

Verwaltung sichert Chancengleichheit von Männern und Frauen

Das Prinzip „Gender Mainstreaming" wird durch die Landesregierung angewandt und eingehalten: Alle Kabinettvorlagen und damit alle wichtigen Entscheidungen der Landesregierung werden grundsätzlich auf ihre „Auswirkungen auf die Gleichstellung von Frauen und Männern" überprüft. Das MIL gestaltet seine Richtlinien und Formulare sprachlich so, dass Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen werden.

MIL als Arbeitgeber

Das MIL nimmt Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Beschäftigten und ermöglicht flexible Arbeitszeiten, Teilzeit-, Tele- und Heimarbeit. Ein Gleichstellungsplan legt klare Ziele fest: „Gender Mainstreaming" zählt zu den Auswahlkriterien bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beschäftigte der Leitung und der Personalführung nehmen regelmäßig an Weiterbildungen zum Thema „Gender Mainstreaming" teil. Die Gleichstellungsbeauftragten werden an allen relevanten Entscheidungen beteiligt.