Straßenverkehrsunfälle in 2016 - Eine Unfallbilanz

Verkehrsunfallbilanz 2016 mit Licht und Schatten

Unfallbericht 2012 © MIL, St.Wenk

Die Zahl der Toten auf Brandenburgs Straßen ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Die Polizei registrierte 2016 nach noch vorläufigen Zahlen 121 Verkehrstote. Das waren 32,4 Prozent oder 58 Tote weniger als 2015.

„Nach wie vor sind die Hauptursachen für die Unfälle, zu schnelles Fahren, Alkohol- und Drogenkonsum. Immer stärker zu nimmt die Ablenkung durch technische Geräte im Auto. Deshalb werden wir unsere Verkehrssicherheitsarbeit konsequent fortsetzen. Unsere Kampagne „Lieber sicher. Lieber leben“ haben wir vor genau 20 Jahren gestartet und wir werden sie weiter führen, genauso wie unsere Unterstützung für die Netzwerke vor Ort. Im Straßenbau setzen wir die Schulwegsicherung und die Entschärfung von Unfallschwerpunkten fort.“ sagte Kathrin Schneider auf der gemeinsamen Veranstaltung mit dem MIK am 01. Februar 2016.

Vorläufige Unfallbilanz im Land Brandenburg in Zahlen:

  • 82.407 Verkehrsunfälle insgesamt, davon
  •  5.232 Unfälle durch Missachtung der Vorfahrt
  •  6.049 Unfälle durch junge Fahrer (18 – 24 Jahre) verursacht
  •  3.767 Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit
  •  8.155 Unfälle durch zu geringen Sicherheitsabstand
  •  1.148 Unfälle unter Alkohol
  •     123 Unfälle durch Drogenkonsum
  •  2.668 Schwerverletzte
  •     121 Verkehrstote

Motorradunfälle

  • 1.326 Unfälle insgesamt
  •    783 Verletzte Motorradfahrer, davon
  •      15 Tote

Baumunfälle

  • 1.580 Unfälle insgesamt, davon
  •      29 Tote

Ergebnisse Verkehrskontrollen:

  • 1,54 Millionen Geschwindigkeitsverstöße
  • 1.440 Fahrten unter Drogen
  • 4.005 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer

Um die Sicherheit auf den Straßen des Landes zu erhöhen, investieren die Ministerien für Inneres und Infrastruktur seit Beginn der Legislatur jährlich 500.000 Euro zusätzlich. 250.000 Euro davon stellt das Innenministerium unter anderem für die Förderung von Präventionsprojekten im Bereich der Verkehrssicherheit. Die andere Hälfte wird vom Infrastrukturministerium für straßenbauliche Maßnahmen zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten eingesetzt.

Zusätzlich stehen 450.000 Euro für die Förderung von Vorhaben der Schul- und Spielwegsicherung zur Verfügung. Damit werden unter anderem die Installation von Ampeln an Straßenkreuzungen und -übergängen oder Lichtmasten an Radwegen finanziert.

In den nächsten Jahren fortgesetzt wird die Verkehrssicherheitskampagne „Lieber sicher. Lieber leben“. Seit genau 20 Jahren wird mit zielgruppenspezifischen Aktionen für verantwortungsvolles Verhalten geworben. Anlässlich des Jubiläums wird es eine Tour der Kampagnenbotschafter, der sogenannten Schutz(B)engel, durch 20 Einkaufszentren des Landes geben. Neben zahlreichen anderen Aktionen werden in Zusammenarbeit mit der Filmuniversität Potsdam Babelsberg und der Versicherung „Direct Line“ zwei neue Kinospots produziert und in den Kinos im Land gezeigt.
Das Ministerium kooperiert mit zahlreichen Institutionen, wie dem Netzwerk Verkehrssicherheit, den Auto- und Fahrradclubs, Krankenkassen, Versicherungen, dem Fahrlehrerverband und der Filmuniversität. Das ehrenamtliche Engagement von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern in der Verkehrswacht Brandenburg unterstützt das Ministerium mit 250.000 Euro jährlich.

Innenminister Karl-Heinz Schröter nannte die Entwicklung bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2016 in Potsdam „erfreulich“. Er sprach aber angesichts einer gestiegenen Zahl von Unfällen und Verletzten zugleich von einer „durchwachsenen Bilanz“. Nach den vorläufigen Zahlen ereigneten sich in Brandenburg im Jahr 2016 insgesamt 82.407 Verkehrsunfälle (2015: 80.978), bei denen 11.403 (11.004) Menschen verletzt wurden.
„Die immer noch zu hohe Zahl von Verkehrstoten in unserem Land ist im vergangenen Jahr glücklicherweise erheblich stärker zurückgegangen als im Bundesdurchschnitt. Mit 49 Verkehrstoten je eine Million Einwohner im Jahr 2016 besteht die Chance, dass Brandenburg die rote Laterne bei Verkehrstoten im Ranking der Bundesländer abgeben kann. Das muss für alle Beteiligten Ansporn sein, diese Entwicklung zu verstetigen“, sagte Schröter.