Wohngeldreform 2016 mit neuen Formularen

Wohngebiet mit Plattenbauten am Marktcenter Potsdam © MIL

Wohngeld hilft einkommensschwachen Bürgerinnen und Bürgern bei ihren Wohnkosten, um angemessenes und familiengerechtes Wohnen wirtschaftlich zu sichern. Das Wohngeld wird als Mietzuschuss (für Mieterinnen und Mieter) oder als Lastenzuschuss (für selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer) geleistet.

Zum 1. Januar 2016 wurde das Wohngeld erhöht (vgl. Gesetz zur Reform des Wohngeldrechts und zur Änderung des Wohnraumförderungsgesetzes vom 2. Oktober 2015 [BGBl. I S. 1610]).

Mit der Wohngeldreform 2016 wird das Wohngeld an die Mieten und Einkommensentwicklung seit der letzten Wohngeldreform 2009 angepasst. Neben dem Anstieg der Kaltmieten wurde auch die Entwicklung der warmen Nebenkosten - also von Heizung und Warmwasser - bei der Novelle berücksichtigt. Maßstab der bei der Leistungsberechnung zu berücksichtigenden Miete bleibt allerdings weiterhin die Bruttokaltmiete.

Zum einen wurden die sogenannten Tabellenwerte angehoben. Damit wird neben dem Anstieg der Bruttokaltmieten und des Einkommens auch der Anstieg der warmen Nebenkosten und somit insgesamt der Bruttowarmmiete berücksichtigt. Daraus ergibt sich eine Anpassung der Tabellenwerte um durchschnittlich 39 Prozent. Die Tabellenwerte bieten eine Orientierung zur Höhe des Wohngeldes und ergeben sich über eine Berechnungsformel insbesondere aus der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, dem zu berücksichtigendem Einkommen und der anrechenbaren Bruttokaltmiete.

Zum anderen wurden die Miethöchstbeträge, bis zu denen die Miete beziehungsweise die Belastung für Eigentümerinnen und Eigentümer bezuschusst wird, regional gestaffelt angehoben.

Darüber hinaus wurden die Mietenstufen neu festgelegt. Das bedeutet, alle Gemeinden in Deutschland wurden abhängig von ihrem Mietenniveau nach einem gesetzlich vorgegebenen Verfahren einer der sechs Mietenstufen zugeordnet.

Hinweis:

Wohngeldbescheide, die im Jahr 2015 erteilt worden sind und in das Jahr 2016 hineinreichen, werden von den Wohngeldbehörden nach dem 1. Januar 2016 automatisch im Hinblick auf ein höheres Wohngeld überprüft. Hierfür ist kein neuer Antrag erforderlich.

Allgemeingültiges

Wenn Sie zum Kreis der Berechtigten gehören, haben Sie einen Rechtsanspruch auf Wohngeld.

Ob und in welcher Höhe Sie Wohngeld in Anspruch nehmen können, hängt von drei Faktoren ab:

  • Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder
  • Höhe des Gesamteinkommens
  • Höhe der zuschussfähigen Miete bzw. Belastung

Wohngeld können Sie nur erhalten, wenn Sie einen Antrag stellen und die Voraussetzungen nachweisen, dass Sie:

  • Mieter/Mieterin, Eigentümer/Eigentümerin oder eine gleichgestellte Person sind und den Wohnraum, für den Wohngeld beantragt wird, selbst nutzen,
  • den Mittelpunkt Ihrer Lebensbeziehungen in dieser Wohnung haben und
  • mit eigenem Einkommen plus Wohngeld Ihren notwendigen Bedarf zum Lebensunterhalt decken können. 

Wohngeldrechner

Mit einem Klick auf den nachfolgenden Link können Sie prüfen, ob Sie zur Inanspruchnahme von Wohngeld berechtigt sind:

Der Wohngeldrechner wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von Berlin zur Verfügung gestellt. Ihre Daten werden automatisch vom Server gelöscht, wenn Sie das Interview beendet haben. Alle Berechnungsergebnisse beruhen auf Ihren Angaben. Ein Wohngeldanspruch lässt sich aus dieser Berechnung nicht ableiten. Auch kann der später von der Wohngeldbehörde berechnete Anspruch von dem Ergebnis der Online-Berechnung abweichen.

Antragsformulare

Formulare zur Antragstellung erhalten Sie bei der örtlichen Wohngeldbehörde Ihrer Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung. Dort erteilt man Ihnen auch umfassende Auskunft über Ihren individuellen Wohngeldanspruch – hier kann nur ein grober Überblick gegeben werden.

Ausschnitt Wohngeldantrag mit PC-Technik © MILAb sofort stehen Ihnen die Formulare zur Wohngeldbeantragung auch zum Download bereit. Sie befinden sich in der rechten Textbox: Antragsfomulare. Sie haben die Möglichkeit, das Formular am PC auszufüllen und/oder auszudrucken sowie zu speichern. Eine Übersendung des Formulars per Mail an die Wohngeldbehörde ist für die Antragstellung nicht ausreichend.

Beantragen Sie erstmalig Wohngeld oder sind Sie umgezogen, verwenden Sie bitte den Erstantrag für Miet- bzw. Lastenzuschuss. Wurde Ihnen für die von Ihnen genutzte Wohnung bereits Wohngeld bewilligt, können Sie den verkürzten Weiterleistungsantrag benutzen.

Auf Ihren Wohngeldantrag erteilt Ihnen die für Sie zuständige Behörde einen schriftlichen Bescheid. Das Wohngeld wird in der Regel für zwölf Monate bewilligt, und zwar grundsätzlich ab dem 1. des Monats, in dem Sie den Wohngeldantrag gestellt haben. Danach ist ein neuer Antrag erforderlich.

Ihre Ansprechpartnerin/Ihren Ansprechpartner für Wohngeld im Land Brandenburg finden Sie über die rechts stehende Textbox: Externe Links.

 

Weiterführende Beiträge:

  • Hinweise zur Ermittlung des Wohngelds

    Menschen auf der Straße © MIL

    Für die Gewährung von Wohngeld müssen bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Welche das sind und wie die Ermittlung des Wohngelds erfolgt, lesen Sie hier.