Energie und Klima

Globale Entwicklungen - Herausforderungen für Brandenburg

Windpark an der Landstraße © Steffen Recke/pixelio.de

Auf globaler Ebene wird die energiepolitische Debatte zunehmend vor dem Hintergrund des Klimawandels geführt. Der UN-Weltklimarat (IPCC) kam zu dem Schluss, dass der Klimawandel bereits in vollem Gange und seine Hauptursache der durch menschliches Handeln verstärkte Treibhauseffekt ist.

Dennoch werden auch in den kommenden Jahrzehnten die in starkem Maße CO2 freisetzenden Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas den Großteil des weltweiten Energiebedarfs decken. Abgesehen von ihrem negativen Einfluss auf den Klimawandel führt eine weltweit wachsende Nachfrage zu schnellerem Ressourcenverbrauch und steigenden Energiepreisen.

Deshalb stellt sich die Frage, wie unter diesen Bedingungen die Versorgungssicherheit zu wirtschaftlichen Preisen gewährleistet werden kann. Eine ökonomisch effiziente, umwelt- und klimaschonende Energiebereitstellung und  -nutzung kann maßgeblich zur nachhaltigen Entwicklung Brandenburgs beitragen.

Ziele der Landesregierung

Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung in ihrer Kabinettsitzung am 28.02.2012 die Energiestrategie 2030 verabschiedet und verfolgt hiermit insbesondere folgende Ziele:

  • Der Endenergieverbrauch soll bis 2030 um 23 Prozent sinken, das entspricht durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr. Der Primärenergieverbrauch soll um 20 Prozent sinken. Der Primärenergieverbrauch ergibt sich aus dem Endenergieverbrauch und den Verlusten, die bei der Erzeugung der Endenergie aus der Primärenergie auftreten.
  • Die erneuerbaren Energien sollen bis 2030 einen Anteil von mindestens 32 Prozent am Primärenergieverbrauch haben, am Endenergieverbrauch soll der Anteil 40 Prozent betragen.
  • Der Netzausbau und die Entwicklung der Speichertechnologien müssen verstärkt werden, um die Systemintegration der erneuerbaren Energien zu gewährleisten.
  • Um den Umbau der Energieversorgung und gleichzeitig die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit zu gewährleisten, soll die Braunkohleverstromung effizient und CO2-arm fortgesetzt werden.
  • Die CO2-Emissionen sollen bis 2030 um 72 Prozent (auf 25 Mio. Tonnen gegenüber dem international üblichen Referenzjahr 1990) gesenkt werden.
  • Forschung und Entwicklung in den Themenfeldern Energie und Klima werden auch weiterhin nachdrücklich unterstützt.
  • Die transparente Informationspolitik wird fortgesetzt, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Regionen soll gestärkt werden.
  • Beschäftigung und Wertschöpfung sollen im Rahmen der Energiewende stabilisiert werden.

Erneuerbare Energien

Solarpark Lieberose Solarpark Lieberose
© Juwi/Firstsolar
Der Ausbau der erneuerbaren Energien trägt zur Ressourcenschonung und Versorgungssicherheit bei und verringert die Importabhängigkeit von Energierohstoffen. Durch die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien kann bei Substituierung fossiler Energieträger eine spürbare Senkung der CO2-Emissionen erreicht werden. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der energetischen Nutzung von Wind- und Solarenergie sowie Biomasse, werden Wertschöpfungsketten generiert und neue Arbeitsplätze geschaffen.

Energie und Klimaschutz in den Politikfeldern des MIL

Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft ist nicht nur zuständig für die Städte, das Straßen-, Verkehrs- und Wohnungswesen, sondern auch für die Landwirtschaft und die ländlich geprägten Regionen mit ihren kleinen Städten und Dörfern. Diese Spannbreite spiegelt sich auch in dem Themenfeld Energie und Klima wider.

Raumordnung

Ruinen der Lausitz © Daniel Rigot/pixelio.deEnergieverbrauch wie Energiegewinnung spielen sich in der Fläche des Energielandes Brandenburg ab. Sinnbildlich zeigt sich dies im Süden in Form der Braunkohletagebaue. Aber auch die Anlagen zur Nutzung der erneuerbaren Energiequellen Windkraft, Sonnenstrahlung sowie Biomasse einschließlich neuer Energiepflanzenkulturen beanspruchen Raum. Die Gewinnung dieser Energiequellen tritt in Konkurrenz zu anderen Nutz- bzw. Schutzansprüchen und kollidiert mit unserem Bild traditioneller Kulturlandschaften. Um Nutzungskonflikte zu mindern, ist die räumliche Steuerung in den Bereichen Braunkohlen- und Sanierungsplanung sowie Wind- und Solarenergie von großer Bedeutung für die Akzeptanz dieser Energieformen.

Stadtentwicklung und Wohnungswesen

Eingerüstetes histor. Gebäude in Potsdamer Innenstadt © MILAuf die privaten Haushalte entfallen zwar lediglich ca. 27 % des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs, aber jeder Haushalt verwendet im Mittel 80 % seines Verbrauchs zur Deckung des Raumwärmebedarfs. Das gilt in ähnlicher Weise auch für die öffentlichen Gebäude. Somit können im Gebäudebereich durch Modernisierung und Sanierung mittel- und langfristig erhebliche Energiespar- und CO2-Senkungspotenziale erschlossen werden. Auf die Ein- und Zweifamilienhäuser entfallen derzeit ca. 70 % des Endenergieverbrauchs privater Haushalte. Die Orientierung auf kompakte Stadt-, Siedlungs- und Bebauungsstrukturen anstelle flächenhafter Strukturen verbessert daher die Endenergieeffizienz nicht nur im Gebäude-, sondern auch im Verkehrswesen.

Durch die Vernetzung mit den Aufgabengebieten Bautechnik und Bauökologie sowie Bau- und Stadtkultur werden Maßnahmen der energetischen Stadterneuerung in einem strategischen Gesamtansatz weiter verfolgt.

Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Forsten

Eingang zum PEFC-zertifizierten WaldEingang zum PEFC-zertifizierten Wald © MILVom Landwirt zum Energiewirt - mit dieser Redewendung lassen sich die Chancen umschreiben, die sich den brandenburgischen Landwirten insbesondere auf den Standorten bieten, deren natürliche Potenziale keine hohen Erträge erwarten lassen. Hier bietet sich insbesondere die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe einschließlich Energiepflanzen an, die das Spektrum klassischer Agrarprodukte erweitern. Sie stellen ein zweites Standbein für die Landwirtschaft dar, sichern vorhandene und schaffen neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Verkehr

Autobahn © MILVerkehr ist ein wesentlicher Verursacher von klimabeeinflussenden Emissionen, sein Anteil liegt durchschnittlich bei 20 %. Bei den treibhausrelevanten Emissionen im Verkehrsbereich handelt es sich fast ausschließlich um CO2-Emissionen aus Verbrennungsvorgängen in Motoren. Die spezifischen CO2-Emissionen je Verkehrsleistung konnten in der Vergangenheit zwar durch motortechnische Verbesserungen gesenkt werden, diese Reduzierungen sind jedoch durch einen Anstieg der Fahrleistungen kompensiert worden. Hauptverursacher innerhalb des Verkehrsbereichs ist mit einem Anteil von 93 % der motorisierte Straßenverkehr.

Die mit dem Verkehr verbundenen Umweltbelastungen wie Schadstoffemissionen, Lärm und Energieverbrauch lassen sich nur dadurch verringern, dass insgesamt weniger Personen und Güter transportiert werden (Verkehrsvermeidung), dass deren Transport mit weniger umweltbelastenden Verkehrsträgern erfolgt (Verkehrsverlagerung) oder dass durch fahrzeugtechnische bzw. verkehrsorganisatorische Maßnahmen die Emissionen und der Energieverbrauch je Fahrzeugkilometer gesenkt werden können (Verkehrsverbesserung).