Mobilitätsmanagement
Effiziente, sozial- und umweltverträgliche Mobilität sichern
Die Sicherung einer bedarfsgerechten nachhaltigen Mobilität ist grundlegende Voraussetzung zur Teilnahme und Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben. Dafür ist eine differenzierte, nachfrageorientierte Gestaltung von Mobilitäts- und Verkehrsangeboten, eine angemessene Verknüpfung der regionalen Verkehrsinfrastruktursysteme mit den übergeordneten Infrastrukturen, die Gestaltung eines umweltverträglichen und für alle zugänglichen Stadtverkehrs, seine Verknüpfung mit bedarfsgerechten Mobilitätsangeboten im ländlichen Raum, sowie die kleinteilige Erschließung von Gewerbe- und Siedlungsgebieten, und die Sicherung der Erreichbarkeit touristischer Zentren unabdingbar.
Insbesondere in ländlichen Regionen mit weiten Alltagswegen wird die künftige Form und Organisation der Mobilität ein wichtiger Faktor für den Erhalt ihrer Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsräume gegenüber den verdichteten Gebieten im Verflechtungsraum Berlin-Brandenburgs sein. Die Verbesserung der Erreichbarkeit der vorhandenen Versorgungs- , Bildungs- und Freizeitangebote insbesondere in den peripheren, strukturschwachen Regionen erfordert zukünftig stärker als bisher die Optimierung und Vernetzung aller Verkehrsträger sowie die Implementierung eines integrierten Mobilitätsmanagements, durch welches die Voraussetzungen für ein attraktives, flexibles öffentliches Mobilitätssystem unter Einbeziehung aller Ressourcen gewährleistet wird.
Mobilitätsmanagement ist ein Ansatz zur Beeinflussung der Verkehrsnachfrage mit dem Ziel, einen Beitrag zu leisten, um die Raumstruktur durch öffentlich nutzbare Personenverkehrsangebote effizienter, umwelt- und sozialverträglicher und damit nachhaltiger zu gestalten. Mobilitätsmanagement bietet allen Bewohnerinnen und Bewohnern… durch weiche Maßnahmen aus den Bereichen Information , Kommunikation, Motivation , Koordination und Service Optionen, in Verbindung mit passenden, zum Teil noch weiter zu entwickelnden Mobilitätsangeboten diese bedarfsgerecht nutzen zu können. (Quelle: Mobilität in ländlichen Räumen in Niedersachsen ……Januar, 2012)
Wesentliches Unterscheidungsmerkmal des Mobilitätsmanagements gegenüber der Verkehrsplanung, die häufig einen Streckenabschnitt oder ein Netz eines einzelnen Verkehrsträgers optimiert, ist die Ganzheitlichkeit der Betrachtungsweise, bei der alle Verkehrsträger und alle planerischen Ansätze in ein Gesamtsystem integriert werden. Dementsprechend ist Mobilitätsmanagement ein eigenständiger Ansatz zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität und setzt über verschiedene Dienstleistungen und Maßnahmen direkt an der Nachfrage der Bevölkerung, aber auch der Wirtschaft nach Verkehr an. Hierfür bedarf es spezifischer Akteure (Mobilitätsmanager), die im Auftrag der politischen Ebene durch die Initiierung neuer und die Verbesserung vorhandener Mobilitätsdienstleistungen zu einer besseren Vernetzung der vorhandenen Teil-Verkehrssysteme beitragen sollen.
Ein erfolgreiches Mobilitätsmanagement erfordert zudem ein tragfähiges Netzwerk aller Verantwortungs- und Mobilitätspartner vor Ort . Auch ein an die spezifischen regionalen Anforderungen und Bedürfnisse der Menschen angepasstes Mobilitätsmanagementkonzept ,sowohl was die Auswahl der Maßnahmen als auch ihre konkrete Ausgestaltung vor Ort betrifft, ist ebenso unabdingbare Voraussetzung für die demographiefeste Umsetzung der einzelnen Maßnahmen wie die frühzeitige Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in diesen Prozess der Neuorientierung in den Kommunen .
Innovative Konzepte im Mobilitätsmanagement in Brandenburg
Die Abteilung Verkehr des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft unterstützt die regionalen Akteure in den Mittelbereichen und Landkreisen bei der Erarbeitung und Umsetzung innovativer Konzepte im Mobilitätsmanagement . Aktuell sind folgende Projekte in Vorbereitung, Erarbeitung und Umsetzung:
- JugendMobil – immer unterwegs, immer erreichbar (Kleeblattregion, Sängerstadtregion)
- Kombibus - effizienter ÖPNV in ländlichen Regionen
- Aktiv und Mobil – für ein selbstbestimmtes Leben im Alter(Landkreis Oder-Spree, Landkreis Uckermark
- Mobilitätsmanagement am Beispiel des Landeshauptstatt Potsdam
- Move on Green (MOG) – Erfahrungsaustausch von 13 europäischen Regionen zum Mobilitätsmanagement in ländlichen Regionen
Weiterführende Beiträge:
- Jetzt flinc unterwegs im ländlichen Raum
Zwischenpräsentation der Ergebnisse JugendMobil – Mitfahrplattform flinc gestartet
© MIL Am 5. März 2013 haben die Jugendlichen der drei Projektregionen Kleeblattregion, Sängerstadtregion und Spreewalddreieck im Beisein von Staatssekretärin Frau Schneider in Kyritz ihre Zwischenergebnisse aus der zweiten Phase des vom MIL initiierten und vom Bundesinnennministerium geförderten Projektes JugendMobil vorgestellt.
- Jugend(t)räume enden nicht an kommunalen Grenzen
Mit Kunst und ministerieller Unterstützung für mehr Mobilität in Brandenburg
© Kiki Gebauer, www.welt-weit-wasserzeichen.de Mit Kunst und ministerieller Unterstützung für mehr Mobilität in Brandenburg. Seltsame Objekte erobern den Norden Brandenburgs: Schüler aus Neustadt und Kyritz wollen damit auf den Mobilitätsverlust im ländlichen Raum aufmerksam machen.



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