Die Altstädter e.V. Brandenburg an der Havel

„Die Alte Stadt Brandenburg hat es verdient, dass sich die Bürgerinnen und Bürger für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung einsetzen.“ So lautet ein Leitspruch des Vereins „Die Altstädter“ in Brandenburg an der Havel.

Brandenburg an der Havel, Rathausplatz mit Roland Brandenburg an der Havel, Rathausplatz mit Roland. © A. Hass

Der Verein hat etwa 50 Mitglieder, davon ca. 20 Aktive. Er basiert auf rein ehrenamtlicher Tätigkeit ohne professionellen Hintergrund und geregelte Aufgaben und ist aus eigenem Engagement für die Brandenburger Altstadt gewachsen. Aus der bereits in den 1990er Jahren begonnenen Durchführung eines jährlichen Stadtteilfestes ist bis heute eine Verknüpfung von kulturellem Engagement und Interessenvertretung für den Stadtteil entstanden, die den Verein trägt. Dabei wird Stadtgestaltung/Baukultur im historischen Umfeld als ein zentrales Thema des Vereins verstanden. Der Verein nutzt und betreibt auf Vermittlung durch die Stadt ein Bürgerhaus im ältesten Fachwerkhaus der Stadt weitestgehend aus eigenen Mitteln und Sponsoren.

Beispielhafte Beteiligungsaspekte

Beispielhafte Aktivitäten des Vereins sind

  • das jährliche „Rolandspectakulum“, ein historisches Stadtfest mit hoher touristischer Wirkung überregional
  • das „Höfefest“ als jährliches Stadtteilfest in den sonst nicht öffentlich zugänglichen Höfen der historischen Altstadt,
  • die Durchführung von Veranstaltungen und insbesondere Gesprächsreihen zu gesellschaftspolitischen Themen
  • das vermittelnde Mitwirken in den Diskussionen zur Erhaltung und Bewahrung der historischen Substanz
  • das Eintreten für eine frühzeitige Einbeziehung der Anwohner in kommunale Planungen (Straßenbau)
  • die Mitwirkung an einem Quartiersmanagement mit dem Ziel, die Brandenburger Altstadt als Quartier kulturell zu entwickeln und zu beleben

Die Stadtpolitik versteht den Verein als Partner. Sie unterstützt die  - bisweilen durchaus auch kritische - Arbeit des Vereins durch projektbezogene Förderanträge und aktuell in Planung erstmals eine Sockelfinanzierung für das Bürgerhaus.

Zum Verfahren

Charakteristisch für das Wirken des Vereins ist:

  • Die Verwaltung hat die bürgerschaftliche Initiative erkannt und aufgegriffen und unterstützt diese.
  • Kommunikationsinteressen des Vereins werden aus Politik und Verwaltung dennoch nicht immer aufgenommen.
  • Der Verein bewahrt seine Unabhängigkeit und vertritt gegenüber der Verwaltung auch konflikthaltige Positionen.
  • Kommunalpolitik und ehrenamtliches Engagement gehen bei den Vereinsmitgliedern ineinander über. Innerhalb des Vereins gibt es daher auch kontroverse Meinungen.

Die Verbindung von stadtentwicklungsrelevanten Themen des Vereins mit Freizeit-Angeboten für die Mitglieder und Brandenburger Bürger (Kaffee & Kuchen, Feierlichkeiten, Aktionen) ist erfolgreich. Gemeinschaftliches Zugehörigkeitsgefühl wird gefördert. Auch die Erfahrung, etwas Positives zur Gesellschaft bei zu tragen. Der Verein hat somit auch eine „Freizeitfunktion“.

Wer macht mit?

Der Verein repräsentiert in seiner Mitgliederschaft heute wichtige Stimmen und Interessengruppen mit Bezug zur  Altstadtentwicklung. Sie besteht auch aus Privatpersonen und Gewerbetreibende der Altstadt sowie Interessierte Bürger. Um im Sinne einer Breitenwirkung in der Bürgerschaft noch mehr Leute zu interessieren und zu aktivieren, wird versucht, wichtige Vereinsthemen an attraktive Veranstaltungen anzudocken.

Beteiligungszeitraum und Ressourcenaufwand

Der Verein die Altstädter besteht seit 2001 und hat sich heute als Interessenvertretung und Träger des Bürgerengagements fest etabliert.

Die oft kontroverse Mitwirkung an städtischen Planungen und die laufende Kommunikation zwischen Verein und Stadtverwaltung sind für die Beteiligten eine ständige Herausforderung. Die Stadtpolitik erkennt, trotz mancher Meinungsverschiedenheiten gegenüber den Vereinspositionen, den Wert eines aktiven und auch kritischen Bürgerengagements für den Gesamtprozess der Innenstadtentwicklung.

Externer Link

Die Altstädter e.V.