Grundbegriffe

Angesichts von Begriffswirrwarr, Methodenvielfalt und teilweise stagnierendem Interesse wurde auch schon gefragt: „Beteiligen wir uns zu Tode?“ (Klaus Selle 2011). Auf diesen Seiten wird der Begriff Beteiligung zunächst als Sammelbegriff für alle Möglichkeiten der Information über und der Einflussnahme auf politische – also auch planerische – Entscheidungen verwandt.

Beteiligung hat unterschiedliche Stufen, die sich in informative Beteiligung, konsultative Beteiligung und kooperative Beteiligung unterscheiden lassen.

Beteiligung
  • Beteiligung beinhaltet formelle Beteiligungsverfahren an Planungsprozessen ebenso wie informelle Möglichkeiten zum Einbringen der eigenen Meinung oder eigener Aktivität. Zahlreiche Möglichkeiten der Interpretation und Konkretisierung sind denkbar.

  • Die rechtliche Verbindlichkeit der Ergebnisse, die in Beteiligungsverfahren erzielt werden, ist sehr unterschiedlich.

  • Beteiligung lässt sich zweifach interpretieren: Von Politik und Verwaltung werden Spielräume eröffnet, von Bürgerseite aus werden Mitgestaltungsmöglichkeiten eingefordert.

  • Es geht einerseits darum, diese Spielräume seitens Politik und Verwaltung so zu gestalten, dass sie genutzt werden, andererseits darum, sie von Bürgerseite wahrzunehmen und Beteiligungsmöglichkeiten frühzeitig in Anspruch zu nehmen.
Mitwirkung
  • Mitwirkung beginnt schon mit der Unterzeichnung von Petitionen, der Teilnahme an öffentlichen Diskursen oder auch einfach an einer Demonstration. Dauerhafte Formen des Mitwirkens gibt es in neuen sozialen Bewegungen – zu denen z.B. Bürgerinitiativen gehören. Vereine oder Stiftungen sind Organisationsformen, die für solche Formen der Mitwirkung einen festeren Rahmen bieten.

Partizipation
  • Auch Partizipation bedeutet, dass Individuen und Organisationen in Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse einbezogen werden. Oft wird der Begriff synonym zu Beteiligung verwendet.

  • Zu den sogenannten konventionellen Formen der Partizipation gehören die Beteiligung an Bundestags-, Landtags- oder Kommunalwahlen, das Mitmachen bei Parteien oder Interessenverbänden sowie die Übernahme von politischen Ämtern in Parlamenten oder Regierungen.

E-Partizipation
  • E-Partizipation ist ein neues Schlagwort: Internet und Web 2.0 machen Partizipation unabhängig von Ort und Zeit, sie kann breit angelegt und trotzdem individuell gehandhabt werden.

 

Praxisbeispiele

Zahlreiche Praxisbeispiele zum Thema Bürgerbeteiligung
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