Geplantes Kupferbergwerk bei Spremberg

Die Kupferschiefer Lausitz GmbH plant östlich von Spremberg die Errichtung eines Kupferbergwerkes zur Gewinnung von Kupfererz. Die Lagerstätte befindet sich in etwa 1.000 m Tiefe und erstreckt sich nördlich vom brandenburgischen Spremberg bis zur sächsischen Gemeinde Schleife.

Baustelle für das Kupferbergwerk Spremberg © GL

Die Förderung und Verarbeitung des Bodenschatzes erfolgt über Schächte und oberirdische technische Anlagen. Die Errichtung der oberirdischen Anlagen und die Lagerung der Bergemassen werden große Flächen in Anspruch nehmen und mit weitreichenden Auswirkungen verbunden sein. Das technologisch und wirtschaftlich wichtige Buntmetall könnte etwa ab 2030 für ca. zwei Jahrzehnte gefördert werden.

Zugleich werden mit dieser großindustriellen Ansiedlung positive wirtschaftliche Effekte in der Lausitz erwartet. Dieses Bergwerk wäre das einzige aktive Kupferbergwerk in Deutschland.

Zum Verfahren

Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg wird für dieses raumbedeutsame Vorhaben in einem frühen Planungsstadium ein Raumordnungsverfahren durchführen, um Konflikte frühzeitig zu erkennen, Alternativen zu prüfen und raumverträgliche Lösungen zu finden. Diese Abstimmungen erfolgen sowohl mit den öffentlichen Stellen und Institutionen als auch mit der allgemeinen Öffentlichkeit. Da sich das Vorhaben im Grenzbereich zwischen Sachsen und Brandenburg befindet, wird es zwischen den zuständigen öffentlichen Stellen enge Abstimmungen geben.

Die zentrale Aufgabe des Raumordnungsverfahrens wird es sein, raumverträgliche Standorte zur Verwahrung der bergbaulichen Massen und raumverträgliche Korridore für eine Hochspannungsfreileitung, Rohrleitungen und ggf. Bandanlagen zu finden. Die konkreten fachlichen Belange werden im anschließenden bergbaulichen Planfeststellungsverfahren geregelt.

In Vorbereitung auf das Raumordnungsverfahren fand im Juni 2012 eine Antragskonferenz statt. Dabei wurde mit den fachlich und räumlich zuständigen Vertretern aus Kommunen und Verwaltung der erforderliche Untersuchungsumfang ermittelt. Auf dieser Grundlage hat die Kupferschiefer Lausitz GmbH die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren erarbeitet und im September 2016 zur Vollständigkeitsprüfung vorgelegt. Nach Feststellung der Vollständigkeit kann das Verfahren starten.

Im Rahmen des Verfahrens werden die öffentlichen Stellen direkt und die Öffentlichkeit durch Auslegung der Verfahrensunterlagen und die Möglichkeit der Einsichtnahme in die Unterlagen über das Internet beteiligt. Die Auslegungsstellen werden mit der öffentlichen Bekanntmachung vor Eröffnung des Verfahrens benannt. Weitere Informationen zum derzeitigen Stand des Verfahrens finden Sie in der rechten Textbox.

Zusätzliche informelle Beteiligung der Bürger

Das geplante Vorhaben fand bereits seit geraumer Zeit großes Interesse bei der Spremberger Bürgerschaft.

Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg als verfahrensführende Behörde hatte sich daher entschlossen, bereits frühzeitig und über den obligatorischen Rahmen hinaus die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Spremberg über den aktuellen Stand der Planung, über das anstehende Raumordnungsverfahren und die weiteren Perspektiven zu informieren.

Daher wurde am 11. Juni 2012 im Zusammenwirken mit dem Planungsträger, der Zulassungsbehörde und weiteren Mitgliedern der verfahrensbegleitenden Arbeitsgruppe ein Bürgerinformationsabend vor Ort organisiert und durchgeführt. Die Veranstaltung fand unmittelbar nach der Antragskonferenz statt. Einzelne Hinweise und Anregungen aus der Bürgerschaft wurden bei der Festlegung des Untersuchungsrahmens aufgegriffen.

Diese Veranstaltung ist auf großes Interesse bei der Spremberger Bevölkerung gestoßen und kann als Erfolg gewertet werden.

Ausblick

Auch nach der Eröffnung dieses Raumordnungsverfahrens ist es geplant, insbesondere die Bevölkerung vor Ort über den üblichen, vorgeschriebenen Rahmen hinaus zu informieren und fortlaufend einzubeziehen.