18.10.2013Regionaldialog Uckermark-Barnim diskutiert über grenzüberschreitende Metropolregion Stettin

Pressemitteilung

Kommunalvertreter und Mitglieder aus Vereinen und Initiativen haben heute mit Brandenburgs Raumordnungsminister Jörg Vogelsänger über Potenziale der grenzüberschreitenden Metropolregion Stettin (MRS) diskutiert, der auf Brandenburger Seite durch die Planungsregion Uckermark-Barnim repräsentiert wird. Das Brandenburger Raumordnungsministerium und die Regionalen Planungsgemeinschaften haben mit den Dialogen ein gemeinsam getragenes Angebot entwickelt, fachpolitische Schwerpunkte mit kommunalen Akteuren zu erörtern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung in Schwedt steht die länderübergreifende Zusammenarbeit im deutsch-polnischen Grenzraum. Im Rahmen des Regionaldialogs soll über die Chancen und Möglichkeiten der Metropolregion Stettin informiert und gemeinsam über Strategien diskutiert werden.

Vogelsänger: „Derzeit führen viele Wege Brandenburger Landespolitiker nach Polen. Aber die Entwicklung der polnisch-deutschen Metropolregion Stettin ist für Brandenburg derzeit das ambitionierteste grenzüberschreitende Projekt.“

Die Zusammenarbeit unter Federführung der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg unter dem gemeinsamen Dach MRS gibt es in dieser Form seit 2012. Ein Ziel ist, Synergieeffekte zwischen der Metropolregion Stettin und der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg auf den Weg zu bringen.

Infrastruktur entwickeln

So verwies Vogelsänger nochmals auf die längst überfällige Elektifizierung der Eisenbahnverbindung nach Stettin, die bereits zwischen Polen und Deutschland vereinbart ist: „Hier ist vor allem der Bund als direkter Ansprechpartner für Warschau gefragt, damit wir nach den Planungen zügig ins Bauen kommen. Wichtig ist aber auch, dass aus der Region der Druck aufrecht erhalten wird, um das Ziel, wenigstens 2020 eine durchgehende Bahnverbindung Berlin-Stettin nutzen zu können, auch zu erreichen.“ Am 11. November wird mit der Übergabe des neuen Autobahndreicks Barnim (bislang Schwanebeck) ein leistungsfähiger Knoten auf der Autoverkehrshauptachse Berlin-Stettin freigegeben. 2015 ist zwischen dem Kreuz Uckermark und Schmölln in Richtung Polen die Erneuerung der letzten vier Kilometer des noch aus dem Jahr 1936 stammenden Fahrbahnbelags geplant.

Weitere Chancen im Bereich der Binnenschifffahrt bietet der Neubau des Schiffshebewerks Niederfinow. Mit einem Investitionsvolumen von 285 Millionen Euro entsteht bis zum kommenden Jahr ein neues Schiffshebewerk der europäischen Wasserstraßenklasse V.

„Wir sehen durchaus, dass sich bei der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur bereits viel getan hat und noch weiter tun wird“, so der Minister: „Schaut man aber diesseits und jenseits der Oder, dann gibt es eine Reihe weiterer Fragestellungen, die wir gemeinsam angehen sollten. Ich denke hier zum Beispiel an die erneuerbaren Energien.“

Chancen gemeinsamer Energiepolitk

Brandenburg begrüßt die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien in Polen - dies auch vor dem Hintergrund, dass die Gemeinsame Landesplanung in ihrer Stellungnahme gegenüber zum Entwurf des Raumordnungsplans der Wojewodschaft Westpommern wegen der grenzübergreifende Umweltauswirkungen auf Berlin-Brandenburg eine mögliche Standortwahl für ein Atomkraftwerk in Gryfino abgelehnt hat. Auf deutscher Seite ist der fachliche Teilregionalplan Wind für die Region Uckermark-Barnim zurzeit in der Fortschreibung. Das Wald Solar Heim Eberswalde mit dem gerade erst eröffneten Zentrum für erneuerbare Energien „Hermann Scheer“ fördert im Rahmen von INTERREG die deutsch-polnische Zusammenarbeit in diesem Bereich.

Kultur und Tourismus

Von der Unterstützung aus dem deutsch-polnischen Programm INTERREG profitiert auch einer der frisch gekürten Baukulturpreisträger des Landes. Das neue Barnim Panorama in Wandlitz ist bereits zur touristischen Attraktion geworden. Unter seinem Dach informieren der Naturpark Barnim und das Agrarmuseum über die Region. Der bereits etablierte, grenzüberschreitende Radwanderweg nutzt der Entwicklung des Tourismus in beiden Ländern.

Plus und Minus in der Demografie

Mit einer Flächengröße von 4.530 Quadratkilometern und 308.019 Einwohner (Bevölkerungsdichte 68 Einwohner pro Quadratkilometer) gehört die westliche Oderseite der Metropolregion zu den am dünnsten besiedelten Gebieten in Deutschland. In der Wojewodschaft Westpommern haben 1,7 Millionen Menschen ihre Heimat, allein in Stettin 414.000. Auf deutscher Seite gehen derzeit alle Untersuchungen von einem weiteren Schrumpfungsprozess aus. So würden nach den Daten der Bevölkerungsprognose die Landkreise Uckermark und Barnim 2030 265.200 Einwohner zählen (Quelle: Landesamt für Bauen und Verkehr). Angesichts der Tatsache, dass immer mehr polnische Familien aus Stettin auf die deutsche Seite ziehen, steht die Tragfähigkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge in der Uckermark und Vorpommern auf der Tagesordnung. So steigt wegen des Zuzugs wieder die Zahl der Kinder, die Kitas und Grundschulen besuchen, im Amt Gartz. Die Zahl der Kindergartenplätze wurde im Amtsbereich seit 2004 von 200 auf über 300 aufgestockt, davon rund ein Viertel Kinder polnischer Neubürger.

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