E-Partizipation

Flexible Beteiligung unabhängig von Ort und Zeit

Internet und Online-Medien sind heute aus dem Alltag kaum noch wegzudenken, Technik und computergestützte Lösungen kommen immer häufiger zum Einsatz. Was bedeutet das für Bürgerbeteiligung und -mitwirkung?

Dialog_Lustgarten

© Potsdam

Bewährte Formate – in neuer Form

Formen von E-Partizipation werden immer häufiger als zusätzlicher Baustein in Beteiligungsverfahren eingesetzt. Unterschiedliche Möglichkeiten sind dabei etwa Inhalte auf der eigenen Homepage, eine Seite in sozialen Netzwerken wie Facebook oder eigens kreierte Online-Plattformen. Die Beteiligungsgegenstände reichen von E-Petitionen über Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen bis hin zu konkreten Planungsvorhaben.

Ähnlich wie bei klassischen Beteiligungsformaten können auch hier Angebote auf unterschiedlichen Stufen der Partizipationsleiter angesiedelt werden: das Internet kann zur Übermittlung von Informationen ebenso genutzt werden wie für Dialog und Mitentscheidung.

Die Online-Beteiligung hat jedoch eigene Vor- und Nachteile, die es mitzudenken gilt.

Chancen und Herausforderungen der Online-Beteiligung

Positiv ist, dass jeder sich jederzeit und von überall schnell und einfach, z.B. an einem Bebauungsplanverfahren, beteiligen kann. So können auch Personen teilnehmen, die generell nicht zu einer klassischen Veranstaltung im Gemeindesaal, etwa für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, gehen würden, z.B. weil sie sich nicht gern vor großen Gruppen zu Wort melden. Sie können dies dann online in Ruhe und im eigenen Tempo tun. Ein besonderes Plus dessen ist, dass Reaktionen auf Diskussionsteile nicht sofort erfolgen müssen, sondern auch noch später angebracht werden können. So gehen Wortmeldungen, die in einer Präsenz-Veranstaltung aus Mangel an Zeit nicht dran kommen oder Äußerungen, die jemandem erst später einfallen, nicht verloren.

Dies alles kann Barrieren abbauen, anderes kann wiederum eigene, neue Barrieren bilden.

Nachteilig kann sein, dass man für diese Form der Beteiligung zwingend einen Internetzugang und z.T. auch technische Kompetenzen braucht. Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund sind noch immer häufig weniger damit vertraut als Jüngere. Auch kann die Hemmschwelle, sich schriftlich zu äußern, höher sein als bei einer mündlichen Äußerung. Und das, was mittlerweile als „Netiquette“ bezeichnet wird, nämlich dass Diskussionen im Internet höflich und respektvoll geführt werden sollen, gilt für Offline- wie für Online-Kommunikation – aus der vermeintlichen Anonymität des Internets heraus kann jedoch die Hemmschwelle für unsachliche Kommentare sinken.

Die Mischung macht’s

Diese Form der „Jederzeit“-Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung ist entweder als reine Online-Beteiligung oder kombiniert mit Veranstaltungen vor Ort möglich. Beide Arten sind je nach Beteiligungsgegenstand wichtig und sinnvoll. E-Partizipation ist jedoch noch nicht so lange erprobt und hat entsprechend noch nicht die Vielzahl an Verfahren und Formaten entwickelt, die die klassische Beteiligung auszeichnen. Dennoch bringt der technische Fortschritt bereits heute und sicher auch in Zukunft immer neue Möglichkeiten hervor, mit denen die klassische Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung kombiniert und verbessert werden kann.

Praxisbeispiele

Der Maerker


Externe Links

Handbuch Bürgerbeteiligung - Bundeszentrale für politische Bildung (Kapitel 5: Online- und internetgestützte Beteiligungsverfahren)

Online-Partizipation der Stadt Potsdam