Stadt selber machen

Das in Eigenleistung sanierte und genossenschaftlich betriebene ehemalige Bahnhofsgebäude, der gemeinsame Frühjahrsputz in der Grünanlage oder die liebevoll bepflanzte Baumscheibe: Es gibt mehr und mehr Beispiele dafür, dass Bürgerinnen und Bürger ein Stück Stadt in die eigene Hand nehmen und (um)gestalten. Gerade in kleineren Städten und Gemeinden mit einer gewachsenen Gemeinschaft kennen sich viele Menschen noch persönlich. Das macht es leichter, Netzwerke zu schmieden und Ideen umzusetzen.

Die Kommunen können aufgrund ihrer finanziellen Lage häufig nur noch Pflichtaufgaben wie z.B. Bauleitplanung, Bereitstellung der sogenannten pflichtigen sozialen Infrastruktur (z.B. Kindergärten und Schulen) und Verkehrssicherungspflicht wahrnehmen. Geht es um die freiwilligen Aufgaben, packen schon in vielen Gemeinden Bewohner ehrenamtlich mit an: Bibliotheksbetreuung, Angebote des Gemeinschaftszentrums, das Fahren des Bürgerbusses oder eben der Erhalt und die Pflege von Grünräumen sind Beispiele für bürgerschaftliches Engagement im Rahmen der Sicherung lokaler Lebensqualität.

Viele aktive und sachkompetente Bürger, die die Stärken und Schwächen ihres Wohn- und Lebensortes am besten kennen, begeben sich mit ihren Ideen auf neue Pfade.. Manchmal sind es Leute, die schon immer hier lebten, manchmal kommen auch Neulinge mit interessanten Ideen, so wie bei der Dorfakademie Höhenland oder beim Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums in Baruth.

Das Förderprogramm LEADER für die ländlichen Räume setzt geradezu auf solches Engagement von unten. Aber auch große Stiftungen unterstützen spannende Projekte, so wie die Bosch-Stiftung mit ihrem Neulandgewinner-Programm.

Nicht das Geld ist allerdings das Entscheidende, sondern die Idee und die Energie zu ihrer Umsetzung. Auch die Verwaltung kann mit einer Überprüfung ihres Steuerungsverständnisses einiges dazu tun, lokale Initiativen zu befördern.