Was bedeutet Mobilität?

Das Erklärstück Nr. 4

© Schultz

Menschen – Güter – Daten: Alles ist mobil oder soll mobil sein. Google findet 500 Millionen Treffer für das Wort „mobil“, für Mobilität immerhin noch fast 15 Millionen. Das ist – freundlich ausgedrückt – unübersichtlich. „Mobilitätsdienstleister“, „Datenmobilität“, „Elektromobilität“, „mobile Alte“, „Jugendmobil“ und und und. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Wort, das schon fast überhäufig verwendet wird? Und was ist der Unterschied zwischen Mobilität und Verkehr?

Spannend: Schon die ursprünglichen Bedeutungen im Lateinischen sind vielfältig. In Wörterbüchern wird „movere“ übersetzt mit: bewegen, erregen, veranlassen, anregen, antreiben, beeinflussen, entfernen, herbeischaffen, aber auch: verjagen. Ein schillernder Begriff also. Das Adjektiv „mobilis“ bedeutet „beweglich“. Ich kann mich selbst bewegen oder bewegt und angetrieben werden. Ich kann bewegt sein von Gefühlen. Bewegung kann Arbeit sein oder Genuss, aber auch Flucht und Vertreibung. Ich kann angeregt plaudern und Gedanken bewegen. Wer unbeweglich ist, kommt nicht voran. Die Datenbank für Werbeslogans „Slogan.de“ kennt fast 300 deutschsprachige Werbesprüche mit dem Begriff „bewegen“. Wahrscheinlich ist er bei Werbern gerade wegen seiner Doppel- und Vieldeutigkeit so beliebt -„Wir bewegen Sie!“.

Wir bewegen uns

Und so beschreibt (definiert) die Wissenschaft Mobilität: Räumliche Mobilität bezeichnet die Beweglichkeit von Menschen, Waren/Dienstleistungen oder Daten in einem bestimmten Raum. Zur Mobilität gehören aber auch die Möglichkeiten zu Teilhabe an Bewegung und die Bereitschaft zur Bewegung. Verkehr dagegen ist ein Teil der räumlichen Mobilität und bezeichnet die tatsächliche Bewegung von Personen, Gütern oder Daten in einem bestimmten System (z.B. Straßen-, Schienen-, Wasserstraßen oder Luftverkehr). Verkehrswege und Verkehrsmittel ermöglichen Mobilität in einem Raum.

Höhere Lebensqualität durch Mobilität

Mobilität zu sichern ist eine zentrale Voraussetzung für eine attraktive und zukunftsfähige Wirtschaft und das Leben der Menschen. Mobilität ermöglicht die Bewegung von Menschen und Gütern in einer immer enger vernetzten Wirtschafts- und Arbeitswelt. Mobilität ist aber mehr als Verkehr. Mobilität ist eine Voraussetzung, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wer nicht mobil sein kann, hat schlechteren Zugang zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Dies ist also auch ein Thema der Sozialpolitik und soll in Zukunft bei Mobilitätsfragen in allen Politikfeldern - nicht nur in der Verkehrspolitik - stärker als bisher beachtet werden.

Neue Entwicklungen

Mobilität verändert sich ständig. Neue Entwicklungen fordern neue Lösungen. Zum Beispiel bringt der demografische Wandel häufig weitere Wege mit sich. Einige Regionen in Brandenburg wachsen, andere schrumpfen. Die Energiewende und der Klimawandel beeinflussen Mobilität, denn wir versuchen, möglichst wenig Treibhausgase zu produzieren und doch mobil zu sein. Fliege ich im Urlaub nach Mallorca oder fahre ich mit dem Rad durch Brandenburg? Natürlich spielt Geld eine Rolle: Wieviel steht für Straßenbau oder für das Bestellen von Regionalzügen zur Verfügung? Wieviel Geld verdiene ich und kann ich mir davon ein Auto kaufen oder eine Dauerkarte für Bahnen und Busse? All das sind Mobilitätsfragen, auf die die Gesellschaft und vor allem die Politik Antworten geben soll.

Mobil in die Zukunft

Deswegen arbeitet Brandenburg an einer Mobilitätsstrategie 2030. Sie soll ein Leitbild sein und beschreiben, wie Mobilität bis zum Jahr 2030 organisiert sein soll. Sie soll wie ein Kompass die richtige Richtung zum Ziel zeigen.

Rechts in der Textbox geht es zu den Eckpunkten der Mobilitätsstrategie 2030 für das Land Brandenburg.