Die Stadtentdecker

Das Schulprojekt „Die Stadtentdecker“ gibt es seit dem Jahr 2013. Entstanden als Verbundprojekt der Brandenburgischen Architektenkammer mit den sieben Städten des Städtekranzes wird es seit 2015 durch ein reguläres Förderprogramm des MIL unterstützt. „Die Stadtentdecker“ wird von Schulen und Kommunen gemeinsam getragen, greift lokale Themen auf und kann an unterschiedliche Fächer andocken. Die fachliche Betreuung liegt bei der Brandenburgischen Architektenkammer.

Stadtentdecker in Nauen © BBAK

Ziel des Programms ist es, Schülerinnen und Schüler für ihren Lebensraum zu sensibilisieren. Sie sollen sich mit Fragen der baulichen Entwicklung in ihrer Stadt beschäftigen, Grundlagenwissen erwerben und sich dabei kritisch mit vorhandenen oder fehlenden Qualitäten auseinandersetzen.

Inhaltlich beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen unter fachlicher Begleitung von Architekten/-innen der Brandenburgischen Architektenkammer mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten zu ihrer bebauten Umwelt. Dabei spielt der lokale und regionale Bezug eine wichtige Rolle. Im Rahmen der intensiven Auseinandersetzung mit ihrer Stadt haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Ideen und Vorschläge zur weiteren Entwicklung zu formulieren.

Zum Verfahren

Seit Auflegung des Landesförderprogrammes können die Schulträger beim MIL eine finanzielle Unterstützung der Stadtentdeckerprojekte beantragen. Pro Schulprojekt wird dabei ein Zuschuss von bis zu 5.000 Euro bei einem Fördersatz von 85 Prozent gewährt. Der Antragsteller muss demnach nur einen geringen Eigenanteil selber tragen.

Obwohl den einzelnen Stadtentdeckerprojekten unterschiedliche Arbeitsformate und Themenschwerpunkte zugrunde liegen, folgen sie dennoch einer vorgesehenen (Grob-)Struktur. Ausgangspunkt ist dabei ein Stadtspaziergang unter fachkundiger Begleitung der projektbegleitenden Architekten/-innen. Je nach thematischem Schwerpunkt verlaufen die Stadtspaziergänge sehr unterschiedlich. So gibt es in manchen Städten gezielte Beobachtungsaufgaben. In anderen Städten hingegen lassen sich die Schülerinnen und Schüler von ihren eigenen Eindrücken leiten. Dem Stadtspaziergang schließt sich die Arbeitsphase in der Schule an. Dort werden die gesammelten Eindrücke und Erfahrungen in Kleingruppen unter Verwendung unterschiedlichster Methoden, Materialien und Medien bearbeitet. Um die Arbeitsergebnisse zu würdigen und den jungen Menschen eine öffentliche Stimme zu geben, findet zu jedem Schulprojekt eine öffentliche Präsentation mit anschließendem Stadtentdecker-Gespräch statt, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsergebnisse gegenüber der lokalen Politik und Verwaltung vorstellen und ihre Ideen, Wünsche und Anregungen diskutieren können.

Beispielhafte Beteiligungsaspekte

Die Erfahrungen zeigen, dass Kinder und Jugendliche sich gerne engagieren und stärker mit ihrer Heimat identifizieren, wenn sie ihre Ideen und Wünsche zum Ausdruck bringen können. Dass ihre Meinung ernst genommen wird, stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein der jungen Menschen, sondern erhöht auch ihr Verständnis für partizipative Stadtentwicklung.

Für die Schulen ergibt sich die Möglichkeit, ein Projekt unter Begleitung fachkundiger Architekten/-innen durchzuführen. Über die Teilnahme am Programm können die Kommunen wiederum die Sichtweisen und Bedürfnisse der jungen Generation zu den Themen Stadtentwicklung und Bauen besser kennenlernen.

Wer hat mitgemacht?

Seit 2013 wurden im Land Brandenburg Stadtentdeckerprojekte in mehr als 30 Klassen, Kursen und Projektgruppen mit weit über 800 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 4 bis 12 durchgeführt. Dabei waren „Die Stadtentdecker“ nicht nur in größeren Städten Brandenburgs unterwegs (wie z. B. Potsdam, Cottbus, Neuruppin), sondern auch in ländlich geprägten Gemeinden  (beispielsweise in Letschin und Lehnin).

Beteiligungszeitraum und Ressourcenaufwand

Seit 2015 wird das Projekt durch das MIL mit einem eigenen Förderprogramm unterstützt.  Dazu werden pro Haushaltsjahr 50.000 Euro bereitgestellt, die die Förderung von landesweit zehn Schulprojekten ermöglichen.

Weiterführende Informationen finden Sie rechts unter dem internen Link zur Fachseite Baukultur des MIL sowie unter den externen Links.

Kontakt

Referat 22: Bautechnik, Energie, Bau- und Stadtkultur

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