Verkehrssicher auf dem Rad und zu Fuß

Radverkehr, Radwege und Vorschriften für Verkehrsteilnehmer

Radfahrer auf Landstraße © MIL

Viele Flüchtlinge haben in den vergangenen Wochen und Monaten unser Land erreicht. Um sie bei den vielen Herausforderungen zu unterstützen, möchten wir an dieser Stelle auf einen Flyer der ADAC-Stiftung "Gelber Engel"  aufmerksam machen. Darin werden die wichtigsten Verkehrsregeln für Fußgänger und Fahrradfahrer mittels Bildsprache erklärt und durch Überschriften in Deutsch, Englisch und Arabisch ergänzt. Den Flyer haben wir auf dieser Seite, in der Textbox unter der Rubrik: "Anlage" veröffentlicht.

Der stetige Anstieg des Anteils von Radfahrern im Straßenverkehr fordert ein Umdenken in der Förderung dieser Verkehrsart und vor allem in der Frage der Verkehrssicherheit. Nicht in jedem Fall ist das „Beharren“ auf eine Benutzung von Radwegen gerechtfertigt. Insbesondere weist z. B. eine Reihe von Radwegen im baulichen Zustand, in der Breite oder in der Führung für den modernen Radverkehr offensichtliche Defizite auf. Unfälle sind ein Spiegelbild dafür, wo Konfliktstellen nicht ausreichend beseitigt wurden. In einer Aufforderung an die Behörden wird bekräftigt, die Voraussetzungen für benutzungspflichtige Radwege intensiver zu überprüfen.

Nachfolgende Regelungen nach der StVO

Benutzungspflichtige Radwege

Mit den Zeichen 237, 240 und 241 Verkehrsschilder Fuß- und RadwegeNeues Fenster: Bild vergrößern angeordnete Radwege müssen in der jeweiligen Fahrtrichtung benutzt werden. Die Zeichen müssen hinter jeder Kreuzung oder Einmündung wiederholt werden.

Radfahrstreifen

Von der Fahrbahn mit durchgehender Linie markierte Radfahrstreifen sind gleichzeitig mit Zeichen 237 als Sonderweg gekennzeichnet und daher auch benutzungspflichtig. Sie müssen durch den Radverkehr benutzt werden, dürfen aber nicht durch den Kfz-Verkehr befahren werden.

Nicht benutzungspflichtige Radwege

Rechte Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen benutzt werden. Die Fahrbahn darf auch genutzt werden.

Schutzstreifen

Ist ein Radfahrstreifen nicht zu verwirklichen, kann am rechten Fahrbahnrand ein Schutzstreifen markiert werden. Statt einer durchgehenden Linie werden eine unterbrochene Leitlinie und Sinnbilder „Fahrrad“ markiert. Bei Bedarf dürfen sie auch vom Kfz-Verkehr benutzt werden, z. B. zum Ausweichen im Begegnungsfall.

Für den Radverkehr freigegebene Gehwege

Sind Schutzstreifen nicht möglich, ist eine Freigabe von Gehwegen für den Radverkehr zu prüfen. Der Fußgängerverkehr darf aber weder gefährdet noch behindert werden. Eine Freigabe kann deshalb nur in Ausnahmefällen in Betracht kommen.

Benutzung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung

Verkehrsschild kreuzender FahrradverkehrNeues Fenster: Bild vergrößernZusatzzeichenNeues Fenster: Bild vergrößern

Die zunächst durch die Fahrradnovelle versuchsweise durchgeführte Öffnung von Einbahnstraßen mittels Zusatzzeichen ist durch die neue StVO ermöglicht worden, muss aber besonders sorgfältig geprüft werden.

Radverkehr auf Bussonderfahrstreifen (Zeichen 245)

Frei für RadfahrerNeues Fenster: Bild vergrößern

Mit dem Zusatzzeichen  unter dem Zeichen 245 kann auch für den Radverkehr unter Beachtung der ganz besonderen Bedürfnisse des Linienverkehrs und der Verkehrsbedingungen auf dem Sonderfahrstreifen in Betracht kommen.

Fahrradstraßen

Fahrradstraßen sind keine Radwege!FahrradstraßeNeues Fenster: Bild vergrößern

Auf ihnen gelten grundsätzlich die Vorschriften für Fahrbahnen (Straßen), allerdings mit der Abweichung, dass anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr nur ausnahmsweise zugelassen werden darf,  die zulässige Höchstgeschwindigkeit 30 km/h beträgt und Fahrräder nebeneinander fahren dürfen.                                                                                    

Radverkehr und Lichtzeichenanlagen

Mit Einführung der neuen StVO zum 01.04.2013 wurden auch die Vorschriften für den Radverkehr an Lichtzeichenanlagen (Ampeln) neu geregelt.

Bis zum 31.12.2016 haben Rad fahrende an Kreuzungen oder Einmündungen noch die Lichtzeichen für den Fußgängerverkehr (Fußgängersymbol im Signal) zu beachten, wenn keine besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr (Fahrradsymbol im Signal) vorhanden sind und eine Radfahrerfurt neben der Fußgängerfurt liegt.

Regelungen der neuen StVO für den Radverkehr

Die neue Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die am 1. April 2013 in Kraft getreten ist, unterstreicht nochmals, dass der Radverkehr im Regelfall auf der Fahrbahn geführt wird. Beim Einsatz von Mitteln zur Regelung und Lenkung des Radverkehrs geht die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer der Flüssigkeit des Verkehrs vor. Die Benutzungspflicht ist nach wie vor nur dann anzuordnen, wenn die Verkehrssicherheit und der Verkehrsablauf es zwingend erfordern. Besonderes Augenmerk ist auf die Sichtbeziehungen zwischen den Verkehrsteilnehmern zu legen.

Die Änderungen der Radverkehrsvorschriften der neuen StVO gegenüber der „Fahrradnovelle“ beziehen sich auf   

  • die Vereinfachung der Einrichtung von Schutzstreifen für den Radverkehr,
  • ein Benutzungsrecht für linke Radwege durch ein alleiniges Zusatzzeichen,

Frei für RadfahrerNeues Fenster: Bild vergrößern

  • die Einführung der Durchlässigkeit von Sackgassen für den Radverkehr,

Sackgasse außer RadverkehrNeues Fenster: Bild vergrößern

  • die Vereinfachung der Anforderungen an die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr,
  • radverkehrsfreundlichere Verhaltensregeln in Fahrradstraßen,
  • Für Lichtzeichenanlagen gilt ab 01.01.2017: Wer ein Rad fährt, hat die Lichtzeichen für den Fahrverkehr (Kfz-Signal) zu beachten.

Aber:   Davon abweichend sind auf Radverkehrsführungen die besonderen Lichtzeichen für den Radverkehr (Fahrradsymbol im Signal) zu beachten.

Für die Durchsetzung der neuen StVO müssen die dazugehörigen Verwaltungsvorschriften, die die Behörden in ihrem Handeln binden, überarbeitet werden.

Darunter fallen auch die Bestimmungen zur Radwegebenutzungspflicht, die an die aktuelle rechtliche Situation anzupassen sind. Die Überarbeitung ist noch nicht abgeschlossen.

Weiterhin befindet sich im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ein Handlungsleitfaden zur Anordnung der Radwegebenutzungspflicht in der Erarbeitung, der Empfehlungen zur praktischen Anwendung der Regelungen geben soll.

Letzte Aktualisierung: 06.01.2016

Anlage

Jeder sollte sich im Straßenverkehr sicher bewegen können, die wichtigsten Verkehrsregeln und -zeichen kennen, verstehen und anwenden.

Die ADAC Stiftung „Gelber Engel“ hat einen Flyer „Einfach sicherer unterwegs.“ entwickelt, der die wichtigsten Verkehrsregeln für Fußgänger und Fahrradfahrer mittels Bildsprache erklärt. Ergänzt werden die Bilder durch Überschriften in Deutsch, Englisch und Arabisch.

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Gesamtausgabe der Straßenverkehrsordnung (StVO)

ADFC

In der Reihe „Fachwissen für den Fahrradalltag“ hat der Fachausschuss Radverkehr des ADFC zu diesem Thema im Frühjahr 2010 ein Papier veröffentlicht. Es erläutert ausführlich Hintergründe und Zusammenhänge rund am die seitlichen Sicherheitsabstände. Dieses Hintergrundwissen trägt zum richtigen Verhalten und gegenseitigem Verständnis im Verkehrsalltag bei.