Straßennetzgestaltung

Das aktuelle Straßennetzkonzept des Landes Brandenburg

Einführung

Das klassifizierte Straßennetz des Landes Brandenburg besteht aus ca.   

  • 800 km Autobahnen
  • 2.800 km Bundesstraßen
  • 5.800 km Landesstraßen sowie
  • 3.100 km Kreisstraßen.

Luftbild Straßennetz © MIR Zu den Aufgaben der Straßenbauverwaltung im Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg gehört, das Netz der Bundesfern- ( in Auftragsverwaltung des Bundes) und Landesstraßen so zu gestalten, dass die aus der allgemeinen Daseinvorsorge (die Bereitstellung eines leistungsfähigen und wirtschaftlichen Straßennetzes für die Allgemeinheit ,einschließlich der dazu erforderlichen Einrichtungen)  bestehenden Pflichten erfüllt werden gleichzeitig jedoch den neuen Anforderungen aus den sich  wandelnden gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen gerecht wird.

Dies gilt insbesondere für das Straßennetz in Brandenburg, das mit seinen Straßenzügen  und Knotenpunkten die Erreichbarkeit von Räumen und deren Verbindung untereinander ermöglicht.

Erreichbarkeiten und Verbindungsqualitäten beeinflussen die Lagegunst von Räumen sowie deren strukturelle Entwicklungschancen als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Durch einen bedarfsgerechten oder auch angebotsorientierten Straßenbau können die lagebedingten Rahmenbedingungen zwar nicht kompensiert, aber die Erreichbarkeiten von Räumen verbessert werden.

Die Straßennnetzplanung ist somit ein Instrument zur Unterstützung raumordnerischer und regionalplanerischer Ziele. Sie kann sowohl die Entwicklungshemmnisse von Räumen vermindern und deren Entwicklungschancen fördern als auch zur Entlastung von Räumen beitragen. Die Ziele der Raumordnung und der Straßennetzplanung sind über das System der zentralen Orte eng verzahnt.

Der Umfang des Straßennetzes ist in Brandenburg grundsätzlich ausreichend, die Netzdichte liegt im bundesweiten Durchschnitt. Das Land Brandenburg hat kein Problem die Verkehrsmengen zu bewältigen. Das Hauptproblem liegt in der Qualität des vorhandenen Netzes, in dem eine Vielzahl von Straßenzügen oder -abschnitten nicht den geltenden Standards in der Linienführung und Fahrbahnbreite entspricht und Probleme in der Verkehrssicherheit (großes Unfallpotenzial) und Flüssigkeit im Verkehrsablauf (lange Reisezeiten durch geringe Geschwindigkeiten) nach sich ziehen.

Daraus resultiert ein relativ hoher Nachholbedarf beim standardgerechten Ausbau der Straßenverkehrsanlagen und den zur Verfügung stehenden Mitteln in angemessener Zeit nicht zu realisieren ist.

Aufgrund der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel für den Straßenbauhaushalt ist es erforderlich Prioritäten zu setzen. Die Straßenbauverwaltung (SBV) hat deshalb die Netzbestandteile auf ihre Funktion überprüft, bewertet und 2001ein funktional gestuftes Straßennetz vorgelegt. 

Diese Straßennetzkonzept beinhaltet grundsätzlich 3 Netzkategorien:

  • Das Leistungsnetz, mit den Autobahnen und einem Teil des Bundestrassennetzes mit hoher verkehrlicher Bedeutung (das sog. Blaue Netz)
  • Das Grundnetz, mit den Bundesstraßen, die nicht zum Blauen Netz gehören und verkehrswichtigen Landesstrassen (ca. die Hälfte der Landesstraßen)
  • Das Grüne Netz, mit den Landesstraßen, die nicht zum Grundnetz gehören.

Entsprechend dieser Kategorien wird das Brandenburgische Straßennetz mit unterschiedlichen Ausbaustandards neu-, um- oder ausgebaut bzw. mit angepassten Strategien erhalten oder instand gehalten.

Mit den sich seit einigen Jahren in Änderung befindlichen gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen (demografische Entwicklung, Globalisierung der Wirtschaft, Reduzierung der Finanzausstattung etc.) und der daraus abgeleiteten neuen landespolitischen Zielen (u.a.neue Förderpolitik, neues Zentrale-Orte-System, Landesentwicklungsplanung) machten es erforderlich das Straßennetzkonzept auf straßenverkehrsrelevante Auswirkungen zu überprüfen. Diese Überprüfung wurde entsprechend des hierarchischen Aufbaus des Netzes durchgeführt.

Fazit und Ausblick

Das brandenburgische dreistufige Straßennetzkonzept war und ist die Grundlage für die mittel- und langfristige Planung und Umsetzung von Straßenbaumaßnahmen für Neu-, Um- und Ausbau sowie die Erhaltung. Die Bereitstellung einer qualitativ hochwertigen Straßeninfrastruktur auf allen Netzbestandteilen ist finanziell nicht leistbar. Um die zur Verfügung stehenden Straßenbaumittel auch künftig volkswirtschaftlich effektiv einzusetzen ist es unabdingbar funktionsabhängige und an den tatsächlichen Bedarf angepasste Prioritäten zu setzen sowie netzbezogene Strategien zu erarbeiten.

Mit der Aktualisierung der Netzbestandteile sind die auf der Basis des alten Netzkonzeptes erstellten mittel- und langfristigen Straßenbauprogramme zu überarbeiten bzw. fortzuschreiben. Dazu gehören die

  • Überprüfung der Notwendigkeit der Fortschreibung der Bedarfslisten für Bundes- und Landesstraßen (z.B. Ortsdurchfahrten, Freie Strecken)
  • Überprüfung der Fortschreibung des Landesstraßenbedarfsplans
  • Erarbeitung einer netzbezogenen Erhaltungsstrategie und
  • Definition netzbezogener Ausbau- und Erhaltungsstandards.

Die Umsetzung des Straßennetzkonzeptes 2008 ist der Beitrag der Straßenbauverwaltung des Landes Brandenburg zur infrastrukturellen Absicherung der neuen landespolitischen Zielstellungen in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

Weiterführende Beiträge:

Letzte Aktualisierung: 15.09.2009