Fahrschulen und Fahrlehrer

Informationen zum Fahrlehrerschein und Fahrlehrergesetz (FahrlG) und den darauf beruhenden Rechtsverordnungen

Fahrlehrer steigt in ein Farhrschul-Auto Fahrschule © MIL

Wer in Deutschland einen Fahrschüler ausbilden will, muss einen Fahrlehrerschein und die entsprechende Fahrlehrerlaubnisklasse besitzen. Voraussetzung für die Anerkennung ist dabei u. a. eine 6-monatige Ausbildung sowie ergänzend ein 4 - 1/2-monatiges Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule. Einer Fahrschulerlaubnis bedarf, wer als selbständiger Fahrlehrer Fahrschüler ausbildet oder durch von ihm beschäftigte Fahrlehrer ausbilden lässt.

Kernaussage über die Art der Ausbildung von künftigen Kraftfahrzeugführern in professionellen Fahrschulen, genießt innerhalb Europas hohes Ansehen und ist im Fahrlehrergesetz (FahrlG) und der auf ihm beruhenden Rechtsverordnungen geregelt (siehe Textbox Externe Links). 

Anerkennung

Vor einer Fahrschuleröffnung ist eine behördliche Erlaubnis einzuholen. Diese setzt die Prüfung der umfangreichen rechtlichen Anforderungen voraus. Dafür kann sich die Erlaubnisbehörde geeigneter Personen oder Stellen bedienen.

Die von ihr Beauftragten sind berechtigt, die Geschäftsräume aufzusuchen, dort die Voraussetzungen zu prüfen und später auch dem Unterricht beizuwohnen und in die vorgeschriebenen Aufzeichnungen Einsicht zu nehmen.

Überwachung

Die Fahrschulausbildung ist in Europa unterschiedlich geregelt. In einigen Ländern ist neben einer Ausbildung in amtlich anerkannten Fahrschulen auch eine Laienausbildung möglich. In anderen Ländern ist eine Kombination aus professioneller und privater Ausbildung zulässig. Für Deutschland jedoch ist ausschließlich eine Ausbildung durch anerkannte Fahrlehrer verpflichtend. Dieses Privileg ist mit einer Anerkennung durch die Erlaubnisbehörde (und die von ihr Beauftragten) verbunden. Sie überprüft die materiellen Voraussetzungen wie Raumausstattung, aktuelle Lehrmaterialien und Schulungsfahrzeuge im Zuge einer formalen Überwachung. Eine Überwachung der pädagogischen Qualität des Unterrichts erfolgt in Brandenburg im Zuge der pädagogisch-qualifizierten Fahrschulüberwachung.

Pädagogisch - qualifizierte Fahrschulüberwachung

Im Unterschied zur Formalüberwachung beinhaltet diese Form der Überwachung die umfassende Beurteilung der fachlichen und pädagogischen Qualität der Fahrschulausbildung. Aufgabe ist es, durch die Beobachtung des theoretischen Unterrichts und der praktischen Ausbildung festzustellen, ob den Fahrschülern die rechtlich vorgeschriebenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Verhaltensweisen vermittelt und hierbei die allgemeinen Ausbildungsgrundsätze beachtet werden.

Das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft hat für seinen Zuständigkeitsbereich die rechtlichen Möglichkeiten genutzt und für das Verfahren der Fahrschulüberwachung Regelungen getroffen. 

Die Bewertung der pädagogisch-qualifizierten Ausbildungsqualität stützt sich auf das an der Universität Potsdam gemeinsam mit dem Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung (IFK e.V.) erarbeitete „Manual für die pädagogisch - qualifizierte Fahrschulüberwachung" (Sturzbecher, D. & Palloks, M. (Hrsg. 2012, 2. überarbeitete Auflage).

Es wurde in Zusammenarbeit mit der brandenburgischen Fahrlehrerschaft und den Behörden des Landes erarbeitet und erprobt. Sie wird in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie teilweise in der Freien und Hansestadt Hamburg eingesetzt.

Inhalte dieser Form der Fahrschulüberwachung sind unter anderem:

  • Grundlagen und Ausgestaltungsmöglichkeiten der pädagogisch qualifizierten Fahrschulüberwachung", 
  • Überwachungsberichte zur Formalüberwachung,
  • Beobachtungsinventar und Checkliste zur Erfassung der Qualität der theoretischen Fahrschulausbildung,
  • Beobachtungsinventar und Checkliste zur Erfassung der Qualität der praktischen Fahrschulausbildung.

Die Beobachtungsinventare erlauben es pädagogisch qualifizierten Personen, auf der Grundlage einer Hospitation im theoretischen beziehungsweise praktischen Unterricht die Unterrichtsqualität eines Fahrlehrers im Hinblick auf eine Unterrichtseinheit objektiv, zuverlässig und gültig zu beurteilen.

Bereits vom Gesetzgeber wurde die Möglichkeit eingeräumt‚ dass sich die Erlaubnisbehörden bei der Überwachung einer geeigneten Stelle bedienen können, die sich ihrerseits geeigneter Personen bedienen sollten. An diese Personen (Prüfer) sind besondere Anforderungen zu stellen. Nach den im Runderlass des Landes Brandenburg getroffenen Festlegungen müssen Prüfer geistig, körperlich und fachlich geeignet sein und weitere persönliche Voraussetzungen erfüllen

Evaluation

Mit der Einführung des PQFÜ-Systems wurden Begleituntersuchungen bei der Universität Potsdam in Auftrag gegeben. Die Begleituntersuchungen wurden mit dem Ziel durchgeführt, im Interesse der Optimierung der Verfahrensweise die Praktikabilität und die Durchführungspraxis sowie die Wirksamkeit des Systems zu prüfen. (siehe Textbox Anlagen)

Aus methodischer Sicht wurde ein Vorgehen gewählt, in dem sowohl der subjektiven Sicht der überwachten Fahrlehrer und der Sachverständigen als auch einer objektiven Perspektive auf die Qualität der Fahrschulausbildung Rechnung getragen wird. Zur Erfassung der Sicht der überwachten Fahrlehrer und der Sachverständigen wurden diese nach der durchgeführten Überwachung schriftlich befragt. Neben dieser schriftlichen Befragung wurden die Auswertungsprotokolle der konkret durchgeführten Überwachung analysiert.

 

Letzte Aktualisierung: 06.12.2016