Landesstraßennetz

Kategorisierung des Landesstraßennetzes

Die Landesstraßen Brandenburgs sind eingeteilt in die Landesstraßen des Grundnetzes und des Grünen Netzes. Die erste Einstufung resultierte aus einer Untersuchung zu den „Unterhaltungs- und Instandsetzungsstufen des Landesstraßennetzes".  

Das Ziel war, durch einen effektiven Mitteleinsatz ein Straßennetz zu gestalten, das der Forderung nach gleichwertigen Lebensverhältnissen in allen Teilen des Landes entspricht.

Bei der Bewertung wurden Kriterien wie

  • künftige raumordnerischen Entwicklung des gesamten Landes bzw. einzelner Regionen,
  • räumliche Rahmenbedingungen sowie der Verflechtungsbereiche zwischen Regionen,
  • Funktion der Straßen im bestehenden Netz sowohl überregional als auch die Straßenfunktion in der Fläche,
  • Erreichbarkeit von zentralen Orten sowie der bestehenden Reisequalität
  • Erreichbarkeit der RE-Haltepunkte (Zielnetz 2000) des schienengebundenen ÖPV und
  • baulicher Zustand

berücksichtigt.

Aufgrund der sich verändernden Rahmenbedingungen in den Strukturdaten wurde das in der ersten Phase definierte Netz 2004 letztmalig angepasst. Dabei wurde der methodische Ansatz von 1995/96 grundsätzlich beibehalten. Eingearbeitet wurde insbesondere das mit dem Bund abgestimmte Umstufungskonzept von ausgewählten Bundesstraßen welches im Juli 2004 abgeschlossen wurde. Alle Umstufungen von B-Straße in L-Straßen wurden wegen ihrer Verkehrsbedeutung dem Grundnetz zugeordnet.

Da die Veränderung der verkehrlich relevanten volkswirtschaftlichern Rahmenbedingungen, die zur Aktualisierung des Blauen Netzes führten, sich gleichermaßen auf das nachgeordnete Straßennetz auswirken, wurden auch die Landesstraßen einer funktionalen Prüfung unterzogen. Die Methodik zur Einstufung einer Landesstraße in Grundnetz oder Grünes wurde dabei insbesondere unter Beachtung der neuen Ziele der Landespolitik verfeinert.

Es wurden: 

Streckenbezogene Kriterien wie

  • funktionale Gliederung
  • Verkehrsbelastung
  • Regionalverkehr
  • Relevanz für RWK
  • Fahrwege des überregionalen ÖSPV sowie

Punktbezogene Kriterien wie

  • Anbindung von Bahnhöfen
  • Anbindung von Flugplätzen
  • Anbindung von GVZ / KLV / Binnenhäfen
  • Anbindung der Ämter/ amtsfreien Gemeinden
  • Anbindung von gewerblich-industriellen Vorsorgestandorten
  • Anbindung von Kur- und Erholungsorten
  • Erreichbarkeit der Mittelzentren

bewertet.

Eine besondere Herausforderung war die Zuordnung der Verbindungsfunktion der Landesstraßen als Grundlage für den Ausbaustandard der unterschiedlichen Straßenklassen nach bundesweit geltenden Richtlinien.  Die verkehrliche Bedeutung eines Straßenzuges wird vorrangig durch seine Verbindungsfunktion  zwischen zentralen Orten definiert, d.h. die Verbindung zwischen Metropolen (z.B.  Berlin - Hamburg) erhält die höchste Stufe, danach die Verbindung zwischen Oberzentren (OZ) z.B. Frankfurt (Oder) - Cottbus, danach zwischen den Mittelzentren (MZ), anschließend die Grundzentren usw.

Die funktionale Gliederung des Straßennetzes wird auch im Land Brandenburg dementsprechend aus der zentralörtlichen Gliederung des Landes und relevanten Verbindungen zu oder zwischen zent­ralen Orten  abgeleitet. Damit werden die Ziele der Landesplanung und der Raumordnung in die Planung der Verkehrsnetze einbezogen.

Nach Vorlage des Entwurfs der neuen zentralörtlichen Gliederung wurde in einer ersten Stufe die funktionale Einstufung der Verbindungen bis zu den Mittelzentren aktualisiert. Damit war es möglich, zumindest das komplette Bundesstraßennetz aktuell einzustufen.

Für das Landesstraßennetz reichte diese Einstufung jedoch nicht aus, da sich mit dem vorliegenden Entwurf des Zentrale-Orte-Systems (ZOS) nur Einstufungen bis zu einer Verbindungsfunktionsstufe II (MZ - MZ) abbilden lassen.

Die in den bundesweit geltenden Richtlinien für die Straßennetzgestaltung enthaltene nächst niedrigere Verbindungsfunktionsstufe III konnte mangels der in Brandenburg nun nicht mehr vorgesehenen „Feingliederung" in Grundzentren nicht bearbeitet werden.

Der LEP B/BB - Entwurf sieht vor, die Grundversorgung in der Fläche durch die amtsfreien Gemeinden und die Ämter zu sichern. Diese sind in der Regel Verwaltungssitz und halten öffentliche Dienstleistungen, soziale Infrastrukturangebote und Bildungseinrichtungen für den Grundbedarf vor. Sie mit den früheren Grundzentren gleich zu setzen, hätte ein überdimensioniertes Netz der Straßenkategorie III ( regionale Verbindung zwischen MZ und GZ ) zur Folge, welches für das Land Brandenburg nicht finanzierbar wäre.

Karte Land Brandenburg - Zentrale und straßenverkehrsrelevante OrteNeues Fenster: Bild vergrößernZentrale und straßenverkehrsrelevante Orte © MIREs war deshalb erforderlich, die amtsfreien Gemeinden und Ämter außerhalb des direkten Einzugsgebietes der Mittelzentren nach ihrer straßenverkehrlichen Relevanz (Verkehrsaufkommen) zu prüfen und zu priorisieren. Damit war eine richtlinienkonforme straßenverkehrlich relevante Feingliederung des Orte-Systems als Grundlage für straßenbauliche Maßnahmen möglich. Es wurden sogenannte straßenverkehrsrelevante Orte (SRO) definiert.

 

 

 

Die SRO sind keine Orte mit Bedeutungsüberschuss, sondern Schwerpunkte der Verkehrseinspeisung. Sie dienen allein der Ermittlung von Korridoren mit Verbindungsfunktionen der Straßenkategorie III, in denen es relevante Verkehre gibt. Sie implizieren somit weder einen Anspruch auf Grundversor­gung noch auf eine zentralörtliche Funktion.

In Abstimmung mit dem Bundesverkehrsministerium, das die Veröffentlichung der aktualisierten Richtlinie für die integrierte Netzgestaltung vorbereitet, wird in der neuen Richtlinie auf diese straßenplanerische „Hilfsgröße" in Brandenburg hingewiesen.  

Mit diesem, mit der Landesplanung abgestimmten, Ansatz war es möglich das Straßennetzkonzept in Gänze zu aktualisieren , Umfang und Zugehörigkeit der Bundesfern- und Landesstraßen zu den jeweiligen Netzbestandteilen zeigt. 

Auf dem Bild ist das Land Brandenburg (Landkarte) mit dem Netzkonzept 2008 (Stand: April 2008) dargestellt.Neues Fenster: Bild vergrößernNetzkonzept 2008 (Stand: April 2008) © MIR Anteilige NetzzuordnungNeues Fenster: Bild vergrößernAnteilige Netzzuordnung © MIR  

 

Letzte Aktualisierung: 12.12.2012

Externe Links

Landesbetrieb Staßenwesen (LS)