Wiederverwertung von Recycling-Baustoffen im Straßenbau

Verwertungsmengen von Recycling-Baustoffen

Recyclinganlage Recyclinganlage © MIL

In den Jahren 2005 bis 2010 wurden pro Jahr annähernd 700.000 t mineralische Recycling-Baustoffe, Schlacke, Asphaltgranulat und pechhaltige Straßenausbaustoffe im Bundesfern- und Landesstraßenbau des Landes Brandenburg hochwertig wiederverwertet. Wegen rückläufiger Baumaßnahmen lag die Menge der wiederverwendeten RC-Baustoffe in den letzten fünf Jahren nur noch bei durchschnittlich 490.000 t pro Jahr.

Diagramm: Verwertung von Recycling-Baustoffen im Bundesfern- und Landesstraßenbau (2008-2016)

Recycling-BaustoffeNeues Fenster: Bild vergrößern Quelle: LS/MIL

Das Land Brandenburg verfügt nur über einzelne natürliche Gesteinsvorkommen. Dem gegenüber gibt es im Wirtschaftsraum Berlin/Brandenburg ein hohes Aufkommen an Bauabbruchmaterial. Vorrangig werden diese Baustoffe in den ungebundenen Schichten (z. B. Frostschutzschicht, Schottertragschicht) und im Unterbau (Dammbau) von Verkehrsflächen verwendet. Dabei können besonders Materialien wie Schotter und Kies durch alternative Baustoffe ersetzt werden.

Neben den bisherigen Anwendungsbereichen von RC-Baustoffen sollen nach Möglichkeit auch neue hochwertige Anwendungsgebiete erschlossen werden. Im Jahr 2006 wurde deshalb eine Erprobungsstrecke mit besonderer stofflicher Zusammensetzung angelegt, die sich noch unter wissenschaftlicher Beobachtung befindet. Ziel ist es, praktische Erfahrungen zur Gebrauchsdauerhaftigkeit von Straßen zu erlangen, wenn eine Erhöhung des Ziegelanteils in Tragschichten vorgenommen wird. Die Erkenntnisse sind in das aktuelle technische Regelwerk eingeflossen.

Die Wiederverwendung von Asphalt wird seit langem deutschlandweit in nennenswerten Größenordnungen betrieben. Asphaltgranulat stellt häufig die größte Stoffgruppe bei der Herstellung von Asphalt dar. Die maximal mögliche Zugabemenge von Asphaltgranulat im Heißmischgut richtet sich nach der Homogenität des Materials und anlagentechnischen Kriterien.

Bei Bauprojekten im Zuge von Bundesfern- und Landesstraßen werden derzeit ca. 25-30 % Asphaltgranulat in Tragschichten, 20-25 % in Binderschichten und 10 % in Deckschichten zugegeben. Diese Zugabemengen sind deutschlandweit auf einem annähernd gleichen Niveau. In einem Pilotprojekt soll der Einsatz von höheren Zugabemengen an Asphaltgranulat erprobt werden.

Diagramm: Verwertung von Recycling-Baustoffen in den konstruktiven Schichten des Straßenbaus, Bundesfern- und Landesstraßen 2016

Recycling BaustoffeNeues Fenster: Bild vergrößern Quelle: LS/MIL

Letzte Aktualisierung: 05.04.2017