Erklärstück - Was sind Güterverkehrszentren?

Das Erklärstück Nr. 5

© HavelPort Berlin GmbH

In den Güterverkehrszentren (GVZ) werden Waren zwischen unterschiedlichen Verkehrsträgern (Straße, Schiene, Wasserstraße, Luft) umgeladen, für Ladungen zusammengestellt und für den Transport vorbereitet. Hier treffen unterschiedliche Verkehrsträger zusammen und Verkehrsunternehmen, Dienstleistungsbetriebe sowie Industrie- und Handelsbetriebe mit großem Transportbedarf siedeln sich an.

GVZ ermöglichen den so genannten „Kombinierten Verkehr“, bei dem Güter auf ihrem Weg mit unterschiedlichen Verkehrsträgern transportiert werden. Idealerweise sollten GVZ in der Nähe von Ballungsräumen mit günstiger Verbindung an den Regional- und Fernverkehr angesiedelt werden.

In Brandenburg gibt es vier GVZ:

Drei im Berliner Umland (West/Wustermark, Süd/Großbeeren und Ost/Freienbrink) und das GVZ in Frankfurt (Oder). In Berlin gibt es das GVZ Westhafen. 

Die GVZ im Berliner Speckgürtel haben eine rasante Entwicklung genommen und sind eine Erfolgsgeschichte. Anfang der 2000er Jahre wurden sie schon als Investitionsruinen kritisiert. Heute sind sie über ihre ursprüngliche Aufnahmefähigkeit hinausgewachsen und werden erweitert und ausgebaut. Immer mehr Firmen siedeln sich an.

Güterverkehrszentren wachsen immer weiter

An den drei GVZ Standorten Wustermark, Großbeeren und Freienbrink gibt es bereits über 10.000 Arbeitsplätze bei mehr als 120 Investoren. Drei Viertel der Flächen sind bereits verkauft und fast 300 Millionen Euro wurden bisher insgesamt in die Standorte investiert. Voraussichtlich wird das Investitionsvolumen am Ende bei rund 1 Milliarde Euro liegen. Die Entwicklung ist noch nicht am Ende, denn alle Brandenburger GVZ arbeiten an Erweiterungen, um noch mehr Firmen anzusiedeln und Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

Logistikdrehkreuz im Kombinierten Verkehr

Großbeeren und Freienbrink sind an das Autobahn und Schienennetz angebunden. Wustermark verfügt zudem über einen Zugang zur Wasserstraße. Logisitker nennen das „trimodal“, also die Möglichkeit, drei unterschiedliche Verkehrsträger anzubieten. Die GVZ werden daher in Zukunft noch größere Bedeutung gewinnen, weil sie die Verlagerung des Gütertransportes auf den jeweils umweltschonensten Verkehrsträger ermöglichen.

Hauptstadtregion wichtiger Knoten der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN)

Im Rahmen des Ausbaus des Transeuropäischen Verkehrsnetzes kommt den GVZ als Logistikplattformen und Güterterminals eine entscheidende Bedeutung zu. Die Region Brandenburg-Berlin bildet den zentralen Knoten der drei europäischen TEN-T-Kernnetzkorridore North Sea-Baltic Corridor (Rotterdam – Berlin - Kaunas), Scandinavian-Mediterranean Corridor (Skandinavien – Südeuropa) sowie Orient/East-Med Corridor (Skandinavien – Südosteuropa; Richtung Prag, Wien, Budapest, Bukarest).

Die Hauptstadtregion ist damit von der ehemaligen Randregion eines transeuropäischen Korridors zu einem Knoten im europäischen Netz geworden. Auch deshalb ist mit einem weiteren deutlichen Wachstum in den GVZ zu rechnen.


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Beladung eines SchiffesNeues Fenster: Bild vergrößern © HavelPort Berlin GmbH

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