Beschleunigter Stadtumbau seit 2015 in vier Städten

Eine positive Bilanz der Kooperationsvereinbarungen

Sanierung Rathausvorplatz in Frankfurt (Oder) © Klaus Baldorf; SV FFO

Im Februar 2015 hat  Infrastrukturministerin Kathrin Schneider mit den Städten Eisenhüttenstadt, Wittenberge, Frankfurt (Oder) und Wittstock/Dosse sowie mit Wohnungsunternehmen dieser Städte Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen. Ziel der Vereinbarungen ist es, die Stadtumbaustädte und Wohnungsunternehmen bei der Anpassung innerstädtischer Quartiere an die demografische Entwicklung zu unterstützen, ein sozialverträgliches Wohnungsangebot auch langfristig sicherzustellen und den notwendigen Stadtumbau zu beschleunigen.

Kathrin Schneider: „Wir haben in unserem Land wachsende und eher kleiner werdende Orte. Wir brauchen sowohl den Stadtumbau als auch den Neubau von Wohnungen. Stadtumbau bedeutet nicht nur den Abriss von Wohnungen sondern auch die Aufwertung der Innenstädte einschließlich der energetischen Sanierung. Wir wollen auch Städte, deren Einwohnerzahlen sinken, dabei unterstützen, attraktiv für die Menschen zu bleiben. Dazu gehören neben generationsgerechtem Wohnraum auch ein gutes Angebot an kulturellen und sozialen Einrichtungen sowie Einkaufsmöglichkeiten und gute Verkehrsanbindungen. Der Stadtumbau ist bisher erfolgreich. Der Wohnungsleerstand in den 34 Stadtumbaustädten ist durchschnittlich von rund14 Prozent im Jahr 2002 auf  8,8 Prozent im Jahr 2015 gesunken.“

Leerstandsbeseitigung © MIL Die Innenstädte stehen im Fokus des Stadtumbaus. Zwei Typen von innerstädtischen Quartieren erhalten mit den Kooperationsvereinbarungen Sanierungsimpulse. Zum einen werden die innerstädtischen Altbauquartiere für das urbane Leben, die Identität und die Wohnraumversorgung weiter aufgewertet. Zum anderen geht es um sogenannte „Wohngebiete im Wandel“. Das sind innerstädtische Wohngebiete mit Gebäuden aus den 50er und 60er Jahren. Diese Quartiere werden an die Bedarfe bei Wohnungsgrundrissen, Wohnumfeld sowie Infrastruktur angepasst. Hier spielen Anforderungen an Barrierefreiheit, sozialverträgliche Mieten, Energieeinsparung und Klimaschutz eine große Rolle.

Nach einem Interessenbekundungsverfahren wurden die Städte Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Wittenberge, Wittstock und ihre Wohnungsunternehmen als Modellvorhaben für Kooperationsvereinbarungen ausgewählt.

Ziel der Kooperationsvereinbarungen ist es, die Zusammenarbeit mit den Stadtumbaustädten und den Wohnungsunternehmen, die über hohe Bedarfe und gute Strategien im Stadtumbau verfügen, längerfristig abzustimmen. Das Land unterstützt die Städte und Unternehmen dabei, innerstädtische Quartiere an den demografischen Wandel anzupassen, ein sozialverträgliches Wohnungsangebot langfristig sicherzustellen und den notwendigen Rückbau im Rahmen des Stadtumbaus durchzuführen.

Von dem vorgesehenen Investitionsvolumen von rund 110 Millionen Euro sind nach zwei Jahren Laufzeit fast zwei Drittel (rund 67 Millionen Euro) verbaut bzw. derzeit in der  Umsetzung. Das Infrastrukturministerium hat die Investitionen bisher mit insgesamt 35 Millionen Euro Fördermitteln (21 Millionen Euro aus dem Stadtumbauprogramm und 14 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung) unterstützt, weitere 34 Millionen Euro Fördermittel sind für den Stadtumbau in diesen Städten bis Ende 2018 insgesamt veranschlagt. Das Geld wird für die Sanierung innerstädtischer Wohngebäude und deren Umfeld bis 2018 bereitgestellt. Im Gegenzug werden zusätzliche Mietpreis- und Belegungsbindungen zugesichert.

Informationen zu den einzelnen Kooperationsvereinbarungen:

Eisenhüttenstadt

Ziele:

  • Aufwertung der Innenstadt durch Sanierung von 553 Wohnungen
  • Mehr mietpreis- und belegungsgebundener Wohnungen durch Inanspruchnahme der Wohnraumförderung
  • Abriss von 517 WE
  • Verkauf von sanierungsbedürftigen Gebäuden mit 303 Wohnungen des kommunalen Wohnungsunternehmens an die Genossenschaft 

Neugestaltung der Platten in der Eisenhüttener Poststraße © MIL Investitionskosten von insgesamt rund 49 Millionen Euro bis 2019, davon wurden bis Anfang 2017 rund 31 Millionen Euro investiert. Das MIL unterstützte mit fast sechs Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Fördermitteln und fast 17 Millionen Euro Wohnraumförderung.

168 Wohnungen wurden bisher saniert. Die Sanierung von 242 Wohnungen des kommunalen Wohnungsunternehmens GEWI und 143 Wohnungen der Genossenschaft EWG wird nun in Angriff genommen. 356 leerstehende Wohnungen wurden abgerissen, der Abriss von weiteren 131 leerstehenden Wohneinheiten ist vorbereitet. 111 Wohnungen hat die GEWI an die EWG für eine Sanierung verkauft. Weitere Verkäufe sind in Vorbereitung.

Geplant sind noch Investitionen von insgesamt rund 18 Millionen Euro. Diese Investitionen wird das MIL mit rund 3,5 Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Förderung und neun Millionen Euro Wohnraumförderung unterstützen.

Frankfurt (Oder)

Ziele:

  • Aufwertung eines innerstädtischen Wohnquartiers Wollenweberstraße  mit 259 Wohnungen
  • Abriss von 410 leerstehenden Wohnungen
  • Verlängerung von auslaufenden Mietpreis- und Belegungsbindungen um fünf Jahre für 116 Wohnungen 

Sanierung des Frankfurter Brunnenplatzes © MIL Investitionskosten von insgesamt rund 22 Millionen Euro bis 2019, davon wurden bis Anfang 2017 rund 15 Millionen Euro investiert. Die bisherigen Investitionen hat das MIL mit rund sieben Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Förderung und rund 4,3 Millionen Euro Wohnraumförderung unterstützt. 146 Wohnungen wurden im 1. Bauabschnitt umfassend saniert. Die Umgestaltung des Wohnumfeldes einschließlich des Straßenraums erfolgt derzeit. Die KITA „Hilde Copi“ wurde saniert. Die WOWI hat bisher 346 von den 410 vereinbarten leerstehenden Wohnungen abgerissen. Darüber hinaus hat die Genossenschaft Wohnbau bereits 28 Wohnungen im Quartier abgerissen. Weitere 75 Wohnungen werden ab  Ende Februar 2017 durch die Genossenschaft Wohnbau abgerissen. Ferner hat die Genossenschaft Wohnbau 56 Wohnungen und 3 Gewerbeeinheiten an die WOWI für eine Sanierung verkauft.

Geplant sind noch Investitionen von insgesamt rund 7 Millionen Euro. Diese Investitionen wird das MIL mit rund  3,5 Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Förderung und rund zwei Millionen Euro Wohnraumförderung unterstützen.

Wittenberge

Ziele:

  • Sanierung von 79 Wohnungen in Altbauquartieren
  • Sicherung von 19 erhaltenswerten Altbauten, die kurzfristig nicht saniert werden können
  • Erarbeitung eines Blockkonzepts für den Block 15
  • Zusicherung des Abrisses von  100 Wohnungen bis 2022 

Wittenberger Jahnschulviertel © MIL Investitionskosten von insgesamt rund 17 Millionen Euro bis 2019, davon wurden bis Anfang 2017 etwa  6 Millionen Euro investiert. Die bisherigen Investitionen hat das MIL mit rund drei Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Förderung und 800.000 Euro Wohnraumförderung unterstützt. 25 Altbau-Wohnungen wurden saniert. 6 leerstehende Altbaugebäude gesichert.

Geplant sind noch Investitionen von insgesamt rund 11 Millionen Euro. Diese Investitionen wird das MIL mit rund 5,4 Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Förderung und rund 3,4 Millionen Euro Wohnraumförderung unterstützen.

Wittstock

Ziele:

  • Sanierung von 35 Wohnungen in stadtprägenden Altbauten
  • Aufwertung von 286 Wohnungen in der Röbeler Vorstadt
  • Neustrukturierung der Nahwärmeversorgung für die Röbeler Vorstadt 

Kirche und KITA Wittstock © MIL Investitionskosten von über 22 Millionen Euro bis 2019, davon wurden bis Anfang 2017 rund 15 Millionen Euro investiert. Die bisherigen Investitionen hat das MIL mit rund 4,7 Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Förderung und 7,5 Millionen Euro Wohnraumförderung unterstützt. 106 Wohnungen wurden saniert, das Wohnumfeld und der Straßenraum aufgewertet,  eine Nahwärmeinsel gebaut.

Geplant sind noch Investitionen von insgesamt fast 10 Millionen Euro. Diese Investitionen wird das MIL mit rund 3 Millionen Euro Stadtumbau-Ost-Förderung und 4,3 Millionen Euro Wohnraumförderung unterstützen.

Kontakt

Referat 21: Städtebau- und Wohnraumförderung
Thomas Thurn
Tel.: 0331-866 8133