3. Fachkonferenz - Unfallgefahren auf Landstraßen werden noch immer unterschätzt

3. Fachkonferenz Verkehrssicherheit am 20. April 2017 in Oranienburg

Fachtagung Verkehrssicherheit Oranienburg © MIL

Die traurige Nachricht ist: 56 Prozent der Verkehrstoten in Brandenburg starben im letzten Jahr auf Außerortsstraßen.  Das Kulturgut der idyllischen Allee zieht eine erschreckende Unfallbilanz mit sich: 24 Prozent der tödlichen Unfälle endeten an einem Baum. Warum sind Brandenburgs Landstraßen gefährlicher als im Bundesdurchschnitt?

Am 20. April 2017 war das ein Thema auf der Fachtagung in Oranienburg, die das Innen- und das Infrastrukturministerium gemeinsam geplant hatten. Ziel war es, gemeinsam mit den Fachleuten zu evaluieren, was in den letzten Jahren erreicht wurde, wo Optimierungsbedarf besteht und welche neuen Ansätze es zur Verbesserung der Sicherheit auf Außerortsstraßen gibt.

Ein wichtiges Thema war die Überarbeitung des Landstraßenerlasses von 2011, der dieses Jahr im Februar für weitere fünf Jahre in Kraft gesetzt wurde. Die Konferenzteilnehmer diskutierten, wie dieser besser umgesetzt werden kann. In einer Podiumsdiskussion diskutierten die Experten außerdem, wie sich die Erhaltung des Kulturgutes „Allee“ mit der Sicherheit auf den Landstraßen vereinen lässt und welche Kompromisse dabei eingegangen werden müssen.

Erhöhte Aufmerksamkeit auf Brandenburger Straßen

Die Verkehrsexperten sprachen sich auf der Tagung dafür aus, weiterhin an der Verbesserung der Infrastruktur zu arbeiten und sich nicht auf den rückläufigen Zahlen der Verkehrstoten auszuruhen. Sie betonten die Notwendigkeit, das Sicherheitsbewusstsein der Autofahrer zu erhöhen. Eine im Rahmen der Tagung vorgestellte hessische Studie zeigte, dass der Hinweis auf die Unfallhäufigkeit auf einer bestimmten Strecke bei den Verkehrsteilnehmern kaum zu einer Geschwindigkeitsreduzierung führte.

Das Wild ist nicht nur in seiner Blattzeit aktiv

Warnschilder, die auf Wildwechsel hinweisen, müssen von Autofahrern ernster genommen und die Geschwindigkeit angepasst werden, waren sich die Experten einig. Die Existenz einer Leitplanke oder eines Wildzauns bedeutet nicht, dass sich der Autofahrer in Sicherheit wägen kann. Reh- und Schwarzwild gelangen dennoch auf die Straße. Und die Anzahl der Wildunfälle insgesamt steigt. Hier sehen die Sicherheitsexperten dringenden Handlungsbedarf.