Stadt- und Klostermauer ist Denkmal des Monats Mai

Klostergiebel © MIL

Die einstige Franziskaner-Klosteranlage kann auf eine mehr als 700jährige Geschichte mit seinen vielfältigen Nutzungen zurückblicken. 

Die Reformation erreichte Kyritz 1539, und das Franziskanerkloster wurde 1552 aufgelöst. Die Gebäude gingen mit der Maßgabe, diese für die Armen zu nutzen, in den Besitz der Stadt über.

Später folgten weitere Besitzer und Nutzer. So war die Anlage im Laufe der Zeit Rittergut, Armenhaus, Hospital, Lazarett, Stadtkirche, Stall, Pulverkammer, Garten, Brennerei, Badehaus, Landhaus, Plettstube, Wohn- und Geschäftshaus und und und. Der ganze Entwicklungsprozess soll im Zuge der diesjährigen Kulturland-Kampagne noch intensiver untersucht werden, als Beispiel dafür, wie die Folgen der Reformation auch das städtische Leben und dessen Räume innerhalb der Stadtmauern beeinflusst und verändert haben. 

Die Gebäude wurden aufgrund des Verfalls bis auf die nördliche Längswand der Kirche und den als Wohnhaus genutzte Klausurflügel schon im 18. Jahrhundert abgerissen. Nach zwischenzeitlichem Leerstand des Flügels wurden die Stadt- und Klostermauer, Kirchenwand und Pforte saniert. Sie sind ein wichtiger Schritt für den geplanten Kulturstandort „Klosterviertel Kyritz“. Zwischen den Ruinen der Klosterkirche wurde bereits eine Kleinkunstbühne für 300 Zuschauer errichtet. Schon seit Mitte der 1990er ist die Anlage Kulisse für vielfältige Kulturveranstaltungen. 

Die Entwicklung des Klosterviertels als Kulturstandort ist die wesentliche Aufgabe des verbleibenden Sanierungsprozesses in der Altstadt Kyritz.

Für die Sanierung der Kloster- und Stadtmauer wurden aus dem Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz ca. 2,5 Mio. Euro sowie für die Sanierung der Klosterpforte rund 200 TEuro eingesetzt.

Mit der Aktion Denkmal des Monats verschafft die Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" dem architektonischen Erbe in Brandenburg mehr Aufmerksamkeit. Die AG hat seit ihrer Gründung 1992 dazu beigetragen, das Bild ihrer Mitgliedstädte positiv zu verändern und die Innenstädte neu zu beleben. Wertvolle Bausubstanz konnte so erhalten werden.