Kollege Computer übernimmt das Steuer

Das Fahrzeug der Zukunft wird Fremdenführer und Chauffeur

Das Projekt "Autonomes fahren" © MIL

Ab Herbst 2018 sollen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin selbstfahrende Kleinbusse für den öffentlichen Nahverkehr erprobt werden. Die vorgesehenen Fahrzeuge beschleunigen, steuern und bremsen autonom, haben also weder Gaspedal noch Lenkrad und hätten für acht bis zwölf Personen Platz.

Das Projekt wurde am 03. November 2017 auf dem Gelände der Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft (ORP) in Kyritz, im Beisein von Verkehrsstaatsekretärin Ines Jesse, vorgestellt. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung unterstützt das Vorhaben als Modellvorhaben für Mobilität im ländlichen Raum.

Fahrerlose Busse unterwegs im ländlichen Raum

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit 1,54 Millionen Euro gefördert und läuft bis zum 30. Juni 2020. Das Forschungsvorhaben will wissenschaftlich untersuchen, wie autonom, d.h. fahrerlos fahrende Kleinbusse im ländlichen Raum eingesetzt werden können.

autonom fahrende Busse © Constantin Pitzen; Büro autoBus

„Vor allem soll erforscht werden, wie diese Minibusse Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs werden können und welche infrastrukturellen Rahmenbedingungen dafür vorhanden sein müssen. Wichtiges Element des Vorhabens ist daher ein knapp zweijähriger Probebetrieb, um praktische Erfahrungen zu sammeln“, so Prof. Dr.-Ing. Thomas Richter, Leiter des Fachgebiets Straßenplanung und Straßenbetrieb an der TU Berlin (Verbundkoordinator).

Mögliche künftige Einsatzfelder reichen vom Zubringerverkehr zu Bus- und Bahnlinien oder zu touristischen Zielen über Stadtbuseinsätze in kleinen Städten bis hin zum Verbindungsverkehr zwischen kleineren Orten der Region.

„Die Bedürfnisse älterer Nutzerinnen und Nutzer, die mitunter auf Unterstützung angewiesen sind, sind gerade auch auf dem Land besonders zu berücksichtigen. Wie Fahrzeuge und Bedientechnik gestaltet sein müssen, damit sich alle Menschen eine Fahrt in einem Fahrzeug ohne Fahrer zutrauen, wie also die Nutzerakzeptanz erhöht werden kann, wollen wir untersuchen.“, erklärt Dr. Jens Schade vom Lehrstuhl Verkehrspsychologie an der TU Dresden.

Die Projektpartner im Projekt „Autonomer Nahverkehr in Ostprignitz-Ruppin“ im Nordwesten Brandenburgs sind:

  • ORP Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH
  • REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH
  • TU Berlin (Institut für Land- und Seeverkehr)
  • TU Dresden (Lehrstuhl Verkehrspsychologie)

Zum Projektverbund gehören als assoziierte Partner außerdem der Landkreis Ostprignitz-Ruppin und Hüffermann Transportsysteme GmbH sowie als private Forschungspartner Büro autoBus und IGES Institut GmbH.
Daneben wird das Projekt vom Brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, dem ADAC Berlin-Brandenburg e.V. und dem Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen e.V. beratend unterstützt.

Mutige Akteure mit innovativen Ideen für Brandenburg

Die Sicherung der öffentlichen Mobilität im ländlichen Raum wird auch durch den demografischen Wandel zunehmend schwieriger. Daher ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt hin zu neuen Formen innovativer öffentlicher Mobilität und in diesem Sinne auch ein deutliches Zeichen dafür, dass es im ländlichen Raum Brandenburgs ausgesprochen innovationsfreudige Akteure mit interessanten, mutigen Ideen gibt.

externer Link

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)