Besonders erhaltenswerte Bausubstanz

Fachwerkhaus in Wusterhausen © MIL

Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ist eine wichtige Voraussetzung zur Erreichung der Klimaschutzziele von EU, Bund und Land, da bundesweit fast 40 Prozent des Endenergieverbrauchs auf den Gebäudesektor entfallen. Jedoch stellen Sanierungsmaßnahmen bislang ein noch zu wenig genutztes Potenzial dar.

Gleichzeitig weisen viele Kommunen Gebäudebestände auf, die aufgrund ihrer Lage, ihres Alters oder ihres baukulturellen Wertes ortsbildprägend sind und infolgedessen behutsam saniert werden sollten. Nur bei einem kleinen Anteil handelt es sich jedoch um Denkmale, für die spezielle Gesetze, Vorschriften und Ausnahmeregelungen gelten. Für den überwiegenden Anteil dieser Gebäude, der sonstigen besonders erhaltenswerten Bausubstanz, bestehen keine speziellen rechtlichen Vorgaben, wie die Bestände weiterentwickelt werden können.

Bei der Sanierung dieser erhaltenswerten Gebäude stellt die Wahrung baulicher Qualitäten trotzdem eine zentrale Herausforderung dar. Aus diesem Grund existiert in der Energieeinsparverordnung (EnEV) eine Ausnahmeregelung (§ 24 Abs. 1 EnEV), die neben Denkmalen auch für die sogenannte „sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz“ gilt und eine Abweichung von den regulären energetischen Standards ermöglicht. Zudem erhalten Eigentümer dieser Gebäude Zugang zum KfW-Programm „Effizienzhaus Denkmal“, das neben der energetischen Sanierung von Denkmalen auch die der sonstigen besonders erhaltenswerten Bausubstanz fördert.

Im Gegensatz zu Denkmalen handelt es sich bei der „besonders erhaltenswerten Bausubstanz“ um einen rechtlich unbestimmten Begriff, dessen Auslegung im Verantwortungsbereich der Kommunen liegt und diesen damit Gestaltungsspielräume für eine aktivierende Strategie bei der Altbausanierung eröffnet.

Um einen Überblick zur Bedeutung des Themas in den Kommunen Brandenburgs zu gewinnen, hat das MIL Ende 2016 ein Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei wurden u. a. der derzeitige kommunale Umgang mit der besonders erhaltenswerten Bausubstanz erhoben sowie Handlungsmöglichkeiten für die kommunale Praxis identifiziert. Vertiefende Informationen zum Gutachten finden Sie unter „Weiterführende Beiträge“. Zur Kommunikation der Ergebnisse hat das MIL am 16.10.17 gemeinsam mit dem Gutachter eine Fachveranstaltung durchgeführt. Diese finden Sie ebenfalls unter „Weiterführende Beiträge“.

Rechts finden Sie unter den externen Links zudem vertiefende Materialien zur besonders erhaltenswerten Bausubstanz sowie Informationen zur KfW-Förderung.

Weiterführende Beiträge:

  • Gutachten zur besonders erhaltenswerten Bausubstanz im Land Brandenburg

    erhaltenswerte Bausubstanz © complan

    Das MIL hat ein Gutachten zur besonders erhaltenswerter Bausubstanz erstellen lassen, indem die derzeitige Bedeutung in Brandenburg sowie der kommunale Umgang mit entsprechenden Gebäudebeständen untersucht wurden. Ziel des Gutachtens war es, weitere Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren und Wege für qualitativ hochwertige Weiterentwicklungen des Gebäudebestands unter Berücksichtigung von energetischen und baukulturellen Aspekten aufzuzeigen.

  • Fachveranstaltung zur besonders erhaltenswerten Bausubstanz

    Diskussionsrunde © MIL

    Am 16. Oktober 2017 wurde in Potsdam in der Veranstaltung „Besonders erhaltenswerte Bausubstanz – Ansätze für kommunales Handeln“ das Spannungsfeld zwischen der Erhaltung des baukulturellen Erbes und der energetischen Sanierung des Gebäudebestands thematisiert sowie kommunale Handlungsansätze diskutiert. Vorgestellt wurden auch Ergebnisse eines vom MIL beauftragten Gutachtens, das in engem Austausch mit Brandenburger Kommunen erarbeitet wurde.