Workshop: Planungswettbewerbe in der Praxis

Brücke Kleinmachnow Dreilinden © MIL

Den Praxisbeispielen war ein Fachreferat von Herrn Prof. Dr. Ing. Schweibenz (FH Potsdam) zu den absehbaren Auswirkungen von Building Information Modeling (BIM) auf die Vergabe von Planungsleistungen vorgeschaltet. Die Arbeit mit der Planungsmethode BIM wird die Planerinnen und Planer, aber auch die Bauherrinnen und Bauherren vor neue Herausforderungen stellen.

In seinem Vortrag stellte Herr Prof. Dr. Schweibenz die Auswirkungen und Vorteile von BIM heraus (z.B. Veränderung des Gewichts der Leistungsphasen der Planung, Reduktion von Planungsfehlern, Visualisierung des Bauablaufs, Simulationen). Er thematisierte auch die verschiedenen Verankerungsmöglichkeiten von BIM in auszulobenden Wettbewerbsverfahren.

Im Rahmen der vorgestellten Wettbewerbsbeispiele wurde zunächst das aktuelle Verfahren zum „Ideenwettbewerb Rudolf-Wissel-Brücke“ in Berlin beleuchtet. Die Berliner Tragwerksplanerin Marion Pristl zeigte auf, dass das gewählte Verfahren eine Mischung aus Verhandlungsverfahren gemäß VgV und der Durchführung eines Planungswettbewerbes nach RPW 2013 sei.  In der Diskussion zwischen der Referentin und den Teilnehmenden wurde deutlich, dass eine solche Verschneidung der Verfahrensarten auf Kosten der Rechtssicherheit und der Qualitätsstandards gehen kann, die an Wettbewerbsverfahren zu stellen sind.

Im zweiten Praxisbeispiel zum Realisierungswettbewerb „Werratalbrücke Bad Salzungen im Zuge der  Bundesstraße 62“  fand mit Herrn Peter Poitsch eine Verfahrenserläuterung aus Sicht eines Preisträgers statt. Hierbei wurde besonders die Bedeutung einer guten Ausschreibung für die Qualität der Wettbewerbsergebnisse hervorgehoben. Die Stärke des Siegerentwurfs resultierte in nicht unwesentlichem Maße aus der guten Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen bei dieser klassischen Aufgabe des Ingenieurbaus.

Die Vorstellung der Praxisbeispiele wurde durch einen Vortrag von Frau Bunk aus dem Amt für Tief-, Straßenbau und Grünflächen in Frankfurt (Oder) abgerundet, die über die Realisierung des  bereits 2014 entschiedenen Wettbewerbsverfahren „Quartier Wollenweberstraße“ berichtete. Das Wettbewerbsverfahren beruhte auf einer Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt, Wohnungsunternehmen und Land und die Investitionsmaßnahmen in die Wohnumfeldverbesserung werden durch Städtebaufördermittel unterstützt.

An der Werkstattveranstaltung in der Geschäftsstelle der Brandenburgischen Ingenieurkammer in Potsdam nahmen ca. 35 Personen, vorrangig aus Kommunen, privaten Büros und Kammern, teil. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sowohl mit den eingeladenen Expertinnen und Experten als auch untereinander ins Gespräch zu kommen und Ansatzpunkte für eine weitere Stärkung des Instruments Planungswettbewerb zu erörtern.

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